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Probleme mit der "Traumhochzeit": Kritik an geplanter Übertragung der Hohenzollern-Hochzeit

Beate Bias / 05.08.2011, 14:26 Uhr - Aktualisiert 05.08.2011, 14:55
Potsdam (In House) Georg Friedrich Prinz von Preußen will am 27. August Sophie Prinzessin von Isenburg heiraten. Die Vermählung will der Rundfunk Berlin Brandenburg (rbb) live aus Potsdam übertragen. Das Vorhaben stößt bei SPD und Linker auf Kritik. Der stellvertretende Fraktionschef der Linkspartei, Stefan Ludwig, spricht von einem unangemessenen Adels-Kult, der von den Fernsehgebühren bezahlt werden muss. Rbb-Sprecher Justus Demmer verteidigt das Projekt. Er verweist auf die Interessen der Zuschauer. Die Eheschließung des Chefs des Hauses Hohenzollern, Ururenkel von Kaiser Wilhelm II., findet in der Potsdamer Friedenskirche statt.

Pro: „Besonderes Interesse der Zuschauer“ von Justus Demmer

Die Hochzeit von Georg Friedrich Prinz von Preußen (35) mit Sophie Prinzessin von Isenburg (33) wird am 27. August im rbb-Fernsehen übertragen. Wir freuen uns darauf, das Groß-Ereignis auf diesem Weg vielen Menschen zeigen zu können, die nicht selbst mit dabei sein können. Solche Live-Sendungen sind einerseits Alltag im Fernsehgeschäft, andererseits aber immer auch eine besondere Anstrengung für alle Beteiligten.

Die Hochzeit in Potsdam rechtfertigt nach unserer Überzeugung diese Anstrengung. Nicht etwa, weil hier „der Adel“ heiratet. Der wichtigste Grund ist der regionale Bezug der Hochzeit. Die Familie der Hohenzollern ist wie wenige mit der Region historisch verbunden. Die Hochzeit des „Chefs“ der Hohenzollern vor der Kulisse eines der bedeutendsten touristischen Ziele in Brandenburg, begleitet von einer Vielzahl prominenter Gäste: Das stößt aus Sicht es rbb bei unseren Zuschauerinnen und Zuschauern auf besonderes Interesse. Deshalb übertragen wir live.

Die Live-Übertragungen von besonderen Ereignissen im Fernsehen des rbb sind so vielfältig wie die Region und das Leben. Große Live-Sendungen im rbb zeigten in den vergangenen Monaten zum Beispiel Frauenfußball aus Potsdam, das Finale des Sechstagerennens aus dem Velodrom, den Karnevalszug aus Cottbus und das Requiem für Erzbischof Sterzinsky.

Für die kommenden Wochen sehen unsere Planungen ausführliche Live-Übertragungen unter anderem von den Gedenkfeiern zum Mauerbau, vom Auftritt der Berliner Philharmoniker in der Waldbühne, vom Wahlabend in Berlin oder auch von der Hengstparade aus Neustadt an der Dosse vor. Dazu kommen live eingespielte, aber zeitversetzt ausgestrahlte Ereignisse wie jüngst die Elblandfestspiele aus Wittenberge. Die Reihe ließe sich fortsetzen. Sie zeigt: Es geht weder einseitig zu, noch werden Themen, die nicht der Unterhaltung zuzurechnen sind oder die nicht mit Glanz und Glamour daherkommen, ausgespart.

Die Hochzeit aus Potsdam reiht sich nach den bisherigen Planungen auch finanziell in diese Reihe ein, sie stellt eine besondere, aber im Vergleich zu anderen Live-Übertragungen keine außergewöhnliche Anstrengung dar. Deshalb freuen wir uns darauf und sind sicher, dass es vielen Zuschauerinnen und Zuschauern auch so geht.

Contra: „Ein vernünftiges Maß finden“ von Stefan Ludwig

Fernsehen ist ein Bewegtbild-Medium. Es zeigt auch gerne Bilder, die bewegen. Das ist seine Stärke: Emotionen aus nächster Nähe in die Wohnungen transportieren zu können. Insoweit ist die Absicht des Rundfunks Berlin-Brandenburg, Bilder einer aufwendigen Hochzeit publik zu machen, fachlich zumindest noch nachvollziehbar.

Doch hier geht es um das Maß: Drei Stunden lang möchte der Sender mit entsprechendem Personal-, Technik- und damit Kostenaufwand auf Live-Sendung gehen, um eines zu dokumentieren: das Ja-Wort eines Bürgers. Diese Einordnung gilt auch, wenn der Bürger dem adligen „Haus Hohenzollern“ entstammt und der Ururenkel des letzten deutschen Kaisers ist. Es handelt sich also um eine höchst private Angelegenheit. Es geht auch nicht um eine Person der Zeitgeschichte. Dieses Attribut lässt sich bestenfalls noch dem einstigen Monarchen zuordnen.

Der Versuch, die Eheschließung mit sogenannten „Traumhochzeiten“ in Monaco oder Großbritannien zu vergleichen und vielleicht so den Live-Tross von Kamerapersonal bis Co-Moderator zu legitimieren, birgt wenigstens einen Pferdefuß: In den genannten Staaten hat der Adel zumindest noch eine verfassungsrechtlich relevante, wenn auch mehr oder weniger repräsentative Funktion in die Moderne hinüberretten können. In Deutschland dagegen spielt der Adel diesbezüglich keine Rolle mehr. Gleichwohl kann ich mir eine Berichterstattung vorstellen. Ein Beitrag, etwa in „Brandenburg aktuell“ beziehungsweise der „Abendschau“, könnte sowohl das regionale Informationsbedürfnis als auch das bestehende Interesse an boulevardesken Neuigkeiten befriedigen.

Erinnern wir uns an Debatten um Arbeit und Finanzierung des Rundfunks. Häufig hat der rbb auf den hohen Kostenaufwand verwiesen, den ihm Live-Übertragungen verursachen. Er muss das Geld, bezahlt aus den nicht gerade geringen Fernsehgebühren der Bürger, auch erhalten. Sonst kann der Sender seinen Auftrag nicht erfüllen. Doch gerade deshalb muss es erlaubt sein, auf einer angemessenen Verwendung der knappen Ressourcen zu bestehen.

Anstatt sich in den medialen Sog eines unzeitgemäßen Adels-Kults hineinziehen zu lassen, könnte der rbb das Geld für Sinnvolleres einsetzen. Zum Beispiel, um die Programmaufbereitung für Menschen mit Behinderungen zu verbessern und die oft als zu gering kritisierte Präsenz in der Weite des Landes sowie die Bürgerbeteiligung auszubauen, etwa durch mehr Live-Sendungen zu direkter Demokratie. Die Parlamentsberichterstattung hat ebenfalls Reserven. Während heutzutage meist nur einstündige Zusammenfassungen eines Sitzungstages erfolgen, konnten sich die Bürger lange Zeit live ein Bild vom politischen Handeln machen – ein Angebot, das der rbb seinerzeit mit Kostenargumenten fast vollständig zurückgefahren hat.

Der rbb verweist auf Erwartungshaltungen. Die Bedürfnisse der Zuschauer sind zwar das Maß – aber nur fast aller Dinge. Zu einer unreflektierten Übernahme prognostizierter Wünsche ist der Sender nicht verpflichtet. Er muss auch den Nachrichtenwert gewichten. Noch hat der rbb Gelegenheit, ein vernünftiges Maß im Umgang mit dem Thema zu finden.

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Achim H 11.08.2011 - 00:26:25

"Traumhochzeit" im Reim-Gebilde rbb!

Zunächst erst einmal: Ich wünsche dem Hochzeitspaar alles Gute und viel Glück in ihrem weiteren Leben. Zur Live-Übertragung: Hier wurde bereits alles gesagt, dem ist erst einmal nichts weiter anzufügen. Ich habe einen Vorschlag: Starten wir als Bürger eine Volksinitiative, die dem Bürger die freie Entscheidung überlässt, welchen Sender er durch die Gebühren unterstützen möchte. Denn gute hochwertige Fernsehfilme oder Unterhaltungssendungen, Dokumentationen sind nicht für einen Nullover zu haben. Daher ist die Produktion solcher Sendungen für Fernsehen und Rundfunk auch sehr aufwendig. Ich glaube, das Reim-Gebilde würde den Äther wegen Zahlungsunfähigkeit nicht mehr weiter mit Belanglosigkeiten wie Mord, Zank, Streit und Verdummung verstopfen! Das bestätigen sehr deutlich die Einschaltquoten des RBB in diesem Jahr!

Bodoreinhilde 10.08.2011 - 11:35:56

Traumhochzeit

Es gibt wichtigere Themen als dem Adel, der Jahrhunderte auf Kosten des einfachen Volkes seine Schlösser errichten ließ, Kriege anzettelte und Schätze anhäufte oder nur Schulden machte heute noch zuzujubeln. Es sei denn sie taten soviel Gutes, dass ihre Leistungen unseren Respekt verdienen. Nur blaues Blut zu haben sollte kein Grund für unseren Sender sein dafür auch zu bluten

Jabba56 10.08.2011 - 10:21:29

Künstliche Aufregung

Mein Gott, was für ein Ballyhoo! Bei Erna Pachulkes Hochzeit mit Hotte Sauerbrei würde ich ja die Aufregung verstehn, aber so... Es gibt Leute, die sich dafür interessieren, also übertragt's doch. Fußball wird auch übertragen., obwohl sich viele dafür nicht dafür interessieren, Tennis, ... Und, bezüglich eines weiter oben stehenden Adel-Bashing-Kommentars, vergessen Sie mal Ihre rot geprägte Historiensicht. Sie haben in der Schule nur die eine Hälfte des Ganzen gehört.Viele Adlige haben mehr für Brandenburg getan als alle Genossen zusammen. Ich sag mal nur Hardenberg, oder der Alte Fritz und das Oderbruch...

Mütze 09.08.2011 - 19:01:46

Auch an die anderen Zuschauer denken.

Für die Zuschauer , die sich nicht für den deutschen Adel interessieren, kann ja der RBB den DEFA-Film "Ernst Thälmann-Sohn seiner Klasse" mit Günter Simon zeigen. So hat jeder seiner Spaß.

karl eduard meyer 09.08.2011 - 18:01:18

Getrübte Sicht des RBB

RBB-Sprecher Justus Demmer: "Das stößt aus Sicht es rbb bei unseren Zuschauerinnen und Zuschauern auf besonderes Interesse. Deshalb übertragen wir live." Stimmt Herr Demmer, schließlich haben wir dem letzten deutschen Kaiser ja den Ersten Weltkrieg zu verdanken. Dafür kann zwar sein Enkel nichts, aber spätestens seit dieser Zeit hat der adlige Mummenschanz ausgedient. Das "Interesse" an diesem rein privaten Ereignis wiederspiegeln die hier nachzulesenden Kommentare. Im Übrigen freuen sich schon die Zuschauer des RBB auf die endlosen Wiederholungen.

jupp 09.08.2011 - 15:39:05

Passt in das sonstige Programm

Da die öffentlich-rechtlichen Medien und nicht nur diese sowieso zum Großteil zur Volksverdummung beitragen, passt die Sendung im wahrsten Sinne des Wortes doch nur zu gut ins Bild. Die Übertragung ist da nur konsequent, weil auch die meisten sonstigen Beiträge darauf bedacht sind, bloß keine Ansprüche an den Intellekt der Fernsehzuschauer zu stellen. Wens stört, der solllte doc einfach abschalten

Thomas Müller 09.08.2011 - 15:20:58

Luther

Ich möchte hier mitteilen, dass ich ausweiislich deutscher Kirchenbücher ein unmittelbarer Nachfahre von Martin Luther bin und werde am 12. Oktober 60 Jahre alt. Wer ist mein Ansprechpartner für die Vorbereitung der dann anstehenden Life-Übertragung "..aus Deinem Leben"? Man kann zu Preußen so oder so stehen, aber was hat dieser Mensch Hohenzollern damit zu tun. Vielleicht sparen wir im Sportfernsehen und bringen dafür den Kindergeburtstag im Hause Ballack? Lassen wir die bürgerliche Hochzeit des Herrn mit dem Namen Hohenzollern den rbb ruhig senden, das liefert uns neue Munition gegen die Zwangsgebühren für ein sich immer weiter boulervardisierendes Staatsfernsehen.

Prinz August Junior 09.08.2011 - 12:37:08

Argumentation des RBB ein Witz, denn..

... die Bedürfnisse nach royalen-Übertragung ist hinreichend gesättigt worden, durch die erst vor kurzem ausführlich übertragenen Hochzeiten in GB und Monaco. Von daher ist dieses Argument nicht mehr als nur lächerlich. Wer ist eigentlich auf die Idee der Live-Übertragung gekommen? Hat dieses abgestande Ex-Aristokratentum diese Idee gehabt und sich dem RBB angebiedert? Hat die RBB-Spitze hierfür eine Gefälligkeit erhalten? Dieses Aristokraten-Pack müsste man nun endlich mal richtig enteignen, wie in der der DDR. Eine Schande, dass das in der damaligen/früheren BRD noch nicht erfolgt ist. Darüber hinaus, Verbot aller aristokratischen Titel! Unglaublich, dass die Früchte der früheren Unterdrückung durch die Nachfahren derselben immer noch genießbar sein dürfen.

Egal 09.08.2011 - 08:45:20

Disqualifiziert

Ein weiteres Kapitel wie der RBB sich als steuerfinanzierter Sender selber disqualifiziert. So eine Schwachsinnsübertragung gehört in privatfinanzierte Sender! Meine Meinung richtet sich dabei keineswegs gegen die beiden Menschen, die da heiraten, lediglich gegen die völlig überforderten Verantwortlichen des RBB.

Franzi 09.08.2011 - 08:26:18

schöne Idee

Also ich würde mich über die Übertragung der Hochzeit freuen. Man kann sich nicht den ganzen Tag nur Politik live ansehen, man muss auch mal die Möglichkeit haben abzuschalten. Die Hochzeit in Potsdam ist ganau so eine Möglichkeit, da ich mich mit dem Ort auch identifizieren kann. Auch historisch hat diese Hochzeit eine Bedeutung. RBB bringt doch sehr viele Reprotagen in sämtlichen Themengebieten, warum also keine Hochzeit?? Wenn über so etwas diskutiert wird, müsste man über jede Sendung diskutieren, die neu eingeführt werde soll, denn Geschmäcker sind ja bekanntlichl verschieden!

Großlord 08.08.2011 - 23:26:30

RBB-Führung durchgeknallt

Sollte dieser Misst wirklich gesendet werden, sollten die entsprechenden RBB-Verantwortlichen entlassen werden. Das zeigt die Gebührenverschwendung.

Karl 08.08.2011 - 20:26:17

Billiger

Warum kaufen sich eigentlich die Befürworter dieses Käses nicht ein "Goldenes Blatt" ? Das wäre doch für alle billiger!

Maxe 08.08.2011 - 20:13:44

Du meine Güte!

@ Präsentiermarsch Davon mal abgesehen, dass ich ihm persönlich alles Gute wünsche, aber was um Himmels Willen hat das mit uns zu tun? Ein glückliches Händchen für das Land Brandenburg? Das müssten Sie mir mal erläutern. Nur mal so zur Info, die Stammburg der Hohenzollern steht in Baden-Würtemberg, ziemlich weit weg von Brandenburg. Schön, der Gute ist Mitglied des Kuratoriums der Deutschen Stiftung Denkmalschutz. Aber die Stiftung gab es schon vorher und wird es vermutlich auch später noch geben. Sie sollten mal wieder aus ihrer Adelsromantik rauskommen. Das echte Leben kann so schön sein...

Präsentiermarsch 08.08.2011 - 16:37:51

Gute Geste

Es ist eine gute Geste des RBB, diese Hochzeit als Live-Übertragung zu senden. Der Brandenburger Adel hat seine Verdienste an der Entwicklung der Mark Brandenburg. Von der Urbarmachung des Oderbruch`s über Schulpflicht bis hin zum Widerstand gegen Hitler. Es gab nicht nur die "bösen Großgrundbesitzer" und die armen, zum Kampf geborenen Kommunisten in der Fassung des DDR-Geschichtsunterrichts. Es ist legitim, dass der RBB diese Hochzeit überträgt und wünschen wir dem Paar ein glückliches Händchen zum Wohle des Landes Brandenburg.

A. Müller 08.08.2011 - 13:56:30

Und in China ist ein Sack Reis umgefallen...

@ RBB: Ein Angebot für Sie. Ich stamme aus einem seeeehr alten Brandenburger Geschlecht und da ich das lokale Geschichtsbewusstsein gern fördere, würde ich für sie (sogar auch unentgeltlich) gern bei meiner Hochzeit einen kleinen Umweg durch den Park Sanssouci einplanen. Bekomme ich jetzt auch eine Liveübertragung? Gut, ich sollte Ihnen zur einfacheren Entscheidungsfindung vielleicht mitteilen, dass ich nur Müller heisse. Aber wenn sie mir etwas Zeit geben, finde ich vielleicht auch noch heraus, dass mein UrUrUropa Kutscher bei Fontane war... das gleicht es doch wieder aus, oder? @ diverse Vorredner: niemand bezweifelt oder verleugnet die Relevanz der Vorfahren dieser beiden für die deutsche Geschichte. Aber die ist seit 100Jahren vorbei. Alles andere ist mit meinen Gebühren bezahltes Disneyland. Und da hab ich was dagegen.

Alex Kleinekorte 07.08.2011 - 16:33:30

Traumhochzeit

Die Einschaltquoten der Fernsehsender anlässlich adliger Ereignisse zeigen, dass das Volk etwas anderes sehen will, als Demonstrationen zur CO2-Verpressung und anderen Mist, wie Bohlens Superstar oder Klums Modelmist. Im kommunistisch orientierten Brandenburg ist eine derart negative Reaktion zu erwarten gewesen. Ja, "Brandenburger", leider gehören auch Hitler und Krenz zur deutschen Geschichte. Das lässtsich nun mal nicht leugnen

Schmid Angelika 07.08.2011 - 13:08:49

Preußenhochzeit

Ich freue mich auf die Übertragung. RBB lasst euch nicht davon abbringen!!!

Burgwälder 07.08.2011 - 09:04:11

Hochgeblasenes Theater um bürgerliche Hochzeit

Die Programmmacher des RBB und viele Kommentatoren haben es offenbar immer noch nicht verinnerlicht. Die Abschaffung des Adels liegt nahezu hundert Jahre zurück. Das Brautpärchen, das am 27. August in Potsdam auf Sanssouci heiratet, ist weder adelig noch blaublütig. Das waren bis 1919 deren Vorfahren aus dem preußischen Herrscherhaus. Also, wozu das ganze Theater um eine bürgerliche Hochzeit. Der RBB sollte ordentliche journalistische Arbeit abliefern statt sich mit solchen hochgeblasenen Boulevardgeschichten zu beschäftigen. Wo sind wir denn? In einer Republik oder noch in der Feudalzeit?

Thomas 07.08.2011 - 06:46:25

Preußische Tugenden

Preußische Tugenden wie zB. Sparsamkeit sind dem RBB wohl unbekannt. In Zeiten permanent unterfinanzierter öffentlicher Kassen leistet sich der RBB nun mal eine ach so bedeutsame Adelshochzeit. Das hat nichts mehr mit einer unabhängigen, ausgewogenen Berichterstattung in einer bundesrepublikanischen öffentlich-rechtlichen Medienanstalt zu tun. Die Herrschaft auf den gutdotierten Chefsesseln des RBB mögen zur Kenntnis nehmen, daß die Zeiten der Monarchie in Deutschland vom Adel mit Kriegseintritt 1914 selbst verspielt wurden! Diese Hochzeit gehört, wenn überhaupt, in das Privatfernsehen.

Brandenburger 06.08.2011 - 17:47:14

@Karlchen K.

Auch Hitler und andere Völkermörder gehören zur deutschen Geschichte. Der Adel hat nicht wenig Anteil am 1. und 2. Weltkrieg. Vielleicht werden demnächst auch deren Todestage, Jubiläen u.a. schwachsinnige Familienereignisse übertragen. RBB und Hohenzollerns hätten die finanziellen Aufwendungenfür die Prunkveranstaltung somalischen Hungeropfern spenden sollen. Dies, Frau Intendantin ,wäre auch nur die einzigste interessierende Nachricht von Wert zu von Hohenzollerns. Demnächst übertragen sie Hochzeiten von Nachkommen von Thälmanns,piecks,Ulbrichts,Honneckers, Krenzes, .... Gehören alle zur deutschen Geschichte. RBB so primitiv, wie die Politiker, die die Intendantin beriefen.

Karlchen K. 06.08.2011 - 16:52:14

Traumhochzeit

Auch Preußen gehört zur deutschen Geschichte, genau wie die Mauer. Doch im roten Brandenburg will man davon nichts wissen. Man schwafelt von Konterrevolution. Scheinbar wünscht man sich Herrn von Schnitzler wieder zurück. Für diese Leute auch noch Soligelder geben, ist eine Zumutung. Ich bewundere den Mut von RBB, der sich bemüht, objektiv und fernab politischer Beeinflussung zu arbeiten. Leider ist das bei der MOZ nicht der Fall.

Karl 06.08.2011 - 14:59:33

Fernsehen endlich abmelden!!!

Damit die Manager in die Knie zwingen. Bis endlich besseres Programm kommt. Ich zahle seit drei Jahren keine GEZ-Gebühren mehr. Dieser Adels-Dreck im öffentlich-rechtlichen, durch Zwangsgebühren finanzierten Fernsehen einer sogenannten Republik wäre ein abschließender Grund gewesen, die Glotze endlich abzumelden. @Soldat: Wer hat Ihnen denn diese Märchen aufgetischt ? Schon mal von den Kriegen der Hohenzollern in den letzten zweihundert Jahren gehört? Oder vom ersten Weltkrieg ? Wenn Sie Ihre Weisheiten im politischen Unterricht der Bundeswehr gelernt haben, wundert es mich nicht, warum wir Soldaten in alle Welt schicken.

Soldat 06.08.2011 - 12:30:24

Adel, Preussen, Deutschland

Zu dem Kommentar vor meinem. Was soll ich denn sagen, ich war in Afghanistan und wir hatten da ebenfalls Gefallene und wofür??? Frieden gibts da unten nie und das was wir Aufbauen, wird wieder zerstört! Soldaten aus Politikerfamilien dindet man da unten nie, jdenfalls nie außerhalb des Lagers. Dann wäre ja nach deinen Aussagen, die jetzige Regierung ebenfalls schelcht / grausam zu seinem eigenen Volk. Das was hier in den Medien ankommt, ist nur ein gefilterter Bruchteil von dem was da unten passiert. Aus der Geschichte kann man nur lernen, wer unsere deutsche Geschichte komplett hasst (für alle meckerer, es gibt auch eine Geschichte vor 1933-1945), dem kann ich nur raten, verlasst doch einfach dieses Land. "Und der Adel, der Preussen zu Europas damaliger Spitze geführt hat, sorgt dafür das wir den heutigen Lebensstandart genießen. " Das es auch schlechte Dinge gab, ist unbestritten, aber trotzdem kann man Stolz sein ein Deutscher zu sein.

Wolfgang L. 06.08.2011 - 11:25:46

Übertragung ist eine Frechheit

Ausbeutung der Bevölkerung und Kriegstreiberei haben die Politik der "Hohenzollern" bestimmt! Auch meine beiden Großväter mussten ihr Leben für den Kaiser auf dem Schlachtfeld des 1.Weltkrieges lassen, nicht für das Volk! Und jetzt huldigen wir den Nachfahren noch! Wie dumm sind wir, wie werden wir von Presse, Rundfunk und Fernsehen noch "verarscht"! Unglaublich, dass immer noch in dieser BRD der Adel so unkritisch betrachtet wird! Ich war bisher ein geduldiger "Kunde" des rbb, aber das ist wohl nun vorbei!

Brandenburger 06.08.2011 - 09:31:43

Deutscher Adel

Ich finde die Hochzeitsübertragung gut. Der Adel gehört immer noch zur Geschichte Deutschlands und wenn zwei der größten Adelshäuser sich heutzutage noch trauen warum denn nicht live im Fernsehen. Es ist traurig was alles an Tradition verloren geht und wie viele gleich Tradition immer mit der Nazi-Zeit verbinden, es gab doch noch viele Hundertjahre davor. Seit doch nicht immer so naiv. Und ob nun die Hochzeit gefilmt wird oder irgendein anderer Film/Bericht/Doku kommt, es wird doch trotzdem gezahlt werden. Also lasst das dumme Argument, dass das Geld woanders besser aufgehoben ist. In Deutschland muss es langsam wieder einen gesunden Nationalstolz geben bzw. erlaubt sein (der nicht extremistischen oder rassistischen Ursprungs ist)

Buchheim 06.08.2011 - 08:48:10

Traumhochzeit

Das Gld könnte viel sinnvoller verwendet werden. Mit welcher Selbstverständlichkeit werden unsere Gelder für solche überflüssige Übertragungen ausgegeben? Braucht Deutschland wirklich die Berichterstattung über das Leben des Adels? Es gibt eine ansteigende Armut in Deutschland und darüber wird nur adann berichtet, wenn ein Tropfen auf den heißen Stein fällt.34486

Mary Raubert 06.08.2011 - 08:38:53

Schock - Sturz - Empörung

Ich bin von diesem Vorhaben des RBB schockiert. Hier planen ein paar mächtige Konterrevolutionäre im RBB die Rolle rückwärts. 1989 bin ich auf die Straße gegangen für Freiheit und Demokratie. Jetzt wollen mir die reaktionäre RBB-Intendantin und RBB-Journalisten einreden, ich als Zuschauer brauche eine preußisch gefärbte "Traumhochzeit" für mein Seelenheil. Ich wende mich ab mit Grausen und plane ab jetzt den Sturz der Hohenzollern und den Sturz meines Fernsehapparates! Keinen Euro mehr für GEZ und RBB!

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