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Mit Qualitäts-Kino zum Zuschauer-Boom

JEGGERSN / 18.06.2009, 09:04 Uhr
Fürstenwalde Es geht doch - auf diese Formel lässt sich der phänomenale Erfolg des Fürstenwalder Kinos Union bringen. In einem Jahr ist die Zahl der Besucher auf das Dreifache gestiegen. Dafür wurden die Betreiber mit einem Kinopreis ausgezeichnet, der mit 12 000 Euro dotiert ist.

Michael Güll steht am Dienstagnachmittag im Eingangsbereich des Kinos in der Berliner Straße. Nur zwei kleine Mädchen, eines mit der Mutter, das andere mit den Großeltern, kommen zur Vorführung des Streifens "Prinzessin Lillifee"; das macht also insgesamt fünf zahlende Zuschauer. Der Film wird auch für sie gezeigt. Eine Vorführung zu streichen, weil sie sich nicht lohnt, kommt für Micha Güll nicht in Frage. "Das ist geschäftsschädigend, das spricht sich dann herum - und die Leute überlegen am Ende, ob sie es überhaupt riskieren sollen zu kommen."

Den Erfolg, den Micha Güll und seine Gattin Adriana Larisch-Güll seit der Übernahme des Kinos im Jahr 2007 haben, führt Micha Güll auch auf die engen Kontakte zu Schulen und Vereinen zurück. Für sie besorgt er "alles, was die sehen sollen -auch einen französischen Film im Original". Mit dem Fürstenwalder Hospizverein ist eine Zusammenarbeit geplant, Kinderveranstaltungen liefen generell sehr gut.

Aus all dem ergibt sich schon ein bestimmtes Profil, das auch an Qualität orientiert ist. Güll glaubt, dass das langfristig erfolgreicher ist als auf die vermeintlichen Publikumshits zu setzen. Wobei es keineswegs so ist, dass nur erlesene Filmkunst gezeigt wird. Güll ist indes wichtig, dass er zu fast jedem Film auch selbst etwas sagen kann. Das Ehepaar hat voriges Jahr auch den Betrieb der Parkbühne übernommen, zeigt dort den Sommer über Freitag- und Samstagabend Filme. Dass das zusätzliche Zuschauer auch ins Lichtspielhaus an der Berliner Straße lockt, glaubt Güll aber eher nicht.

Um den jetzt ergatterten Preis hat sich das Ehepaar mit einer ausführlichen Darstellung aller Aufführungen, Werbemaßnahmen und sonstigen Aktivitäten beworben - und eben auch dargestellt, dass aus 5000 Zuschauern binnen einem Jahr 16 000 wurden. Statistisch auf Fürstenwalde bezogen heißt das: "Im Durchschnitt war jeder Fürstenwalder ein halbes Mal da", wie Güll scherzhaft sagt.

Seine Frau und er wollen das Haus in der Berliner Straße jetzt kaufen - ein klares Zeichen eines langfristigen Engagements. "Es hat keinen Sinn, für diese Hütte Miete zu zahlen, hier drin gehört sowieso alles uns." Wenn der Kauf über die Bühne ist, könnten die 12 000 Euro gut gebraucht werden, um das Haus instand zu setzen - da ist einiges zu tun.

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