Das Nachrichtenportal für Brandenburg
Startseite Märkische Onlinezeitung - MOZ.de

Spaß beim Spreetreiben trotz Regen

© Foto:
JWEILBACHERN / 25.03.2008, 08:40 Uhr
Erkner Von Jan C. Weilbacher

Trotz einer Wassertemperatur von 3,7 Grad und regnerischem Wetter gingen beim 12. Spreetreiben des Erkneraner Schwimm- und Tauchvereins Biber am Sonnabend mehr als 140 Teilnehmer an den Start. Ob Neuling oder Routinier - für alle zählte nur eines: Spaß haben.

Was für die Besucher eines Spreetreibens bleibt, sind vor allem zwei Dinge. Zum einen hallen noch Stunden danach die rhythmischen "Biber-"Rufe nach, die eine Frau im Biber-Kostüm auf dem Floß des Veranstalters in ein Megafon schreit - fünf Kilometer lang von Neu Zittau nach Erkner.

Das andere sind die vielen gutgelaunten Gesichter der Teilnehmer, die sich freuen, wie auf einem Kindergeburtstag. Dabei spielt es keine Rolle, ob jemand zum ersten Mal dabei ist oder als Routinier an den Start geht.

"Das ist einfach nur Gaudi", sagt der Hobby-Taucher Steffen Gündel aus Rüdersdorf vor dem Start. Für ihn ist es die 11. Teilnahme. Er lasse sich in der Strömung einfach treiben. Einzige Schwimmhilfe ist ein Brett aus Styropor - und eine große Flasche Kümmerling.

Am Vormittag zieht sich Steffen Gündel in einem Zelt auf der Wiese des Strandbads Erkner einen Trockentauchanzug an, bevor es mit dem Bus nach Neu Zittau geht. Im Vergleich zum Nasstauchanzug isoliere dieser stärker, sagt Gündel. "Der ist für die Männer ab 40." Es ist 12 Uhr mittags, nasskalt und wenig los. Von Gaudi ist noch wenig zu spüren im Strandbad Erkner, nur einzelne Taucher laufen umher. Über Lautsprecher hört man einen gutgelaunten Sprecher, der immer mal wieder meint, einen Sonnenstrahl gesehen zu haben.

Sonne scheint vor dem Start in Neu Zittau zwar auch nicht, doch die Stimmung von Hunderten von Zuschauern ist großartig. Zum ersten Mal sind auch acht Freunde aus Fürstenwalde beim Spreetreiben dabei, die sich extra ein Floß gebaut haben. Sie nennen sich "Brama-Schatwa-Watschi-Pura-Yoga-Gruppe". "Wir haben es gebaut, weil wir nicht schwimmen können", sagt der 22-jährige Robse. Er sitzt in einem Lkw-Reifen und trinkt Bier. Das Floß schwimme wegen des mit Luft gefüllten Heizöltanks, so Sascha Würl. Fünf Tage habe man daran gebaut.

Auf ihrer zweistündigen Fahrt zum Dämeritzsee sind sie für viele Teilnehmer eine wichtige Versorgungsstation. Bei ihnen gibt es Glühwein und Pfefferminzlikör. Ihre Fahrt ist eine einzige Party. Und obwohl mächtig getrunken wird, muss keiner von der DRK-Wasserwacht gerettet werden, im Gegensatz zu zwölf anderen Teilnehmern, die wegen Unterkühlung behandelt werden. Ein Mann wird zur Beobachtung sogar ins Krankenhaus gebracht - zur Sicherheit, wie DRK-Einsatzleiter Gregor Goldenbogen sagt. "Er war für kurze Zeit ohnmächtig, hat ordentlich Alkohol getrunken." Steffen Gündel macht während seines Spreetreibens eine stillere Party mit seinem Erkneraner Freund Thomas Kühne. Nach der Hälfte der Strecke ist die große Kümmerling-Flasche dennoch leer. Beide Männer haben aber Nachschub dabei. "Das wichtigste ist die Wegzehrung", sagt Kühne. Beim Schlussstück über die 900 Meter des Dämeritzsees zum Strandbad Erkner müssen die Zwei sich nochmal anstrengen, sich treiben lassen, geht nicht. "Man merkt, dass die Kondition nicht mehr so da ist", sagt Gündel. Dennoch kommt es für sie nicht in Frage, sich ziehen zu lassen. "Das ist unsportlich", so Kühne.

Schwimmen muss die Yoga-Gruppe zwar nicht, im Vergleich zu dem Rüdersdorfer haben manche von ihnen trotzdem kalte Hände. Dennoch sind sie sich einig: "Das war Spitze."

Schlagwörter

Leserforum

Um einen Kommentar zu schreiben, melden Sie sich bitte oben rechts an. Falls Sie noch keinen Login haben, registrieren Sie sich bitte.

Alle Leserkommentare geben ausschließlich die persönlichen Ansichten und Meinungen des Autors wieder und sind keine redaktionelle Meinungsäußerung. Für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Inhalte übernimmt die Redaktion keinerlei Gewähr.

Ihr Kommentar zum Thema

Kommentartitel
Name
(öffentlich sichtbar)
Email
(wird nicht veröffentlicht)
(Ihr Name wird auch in der Zeitung veröffentlicht. Die Adresse wird nicht veröffentlicht.)
© 2018 MOZ.de Märkisches Medienhaus GmbH & Co. KG