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Es fehlt an Atemschutzgeräteträgern

Heike Stachowiak / 25.06.2009, 21:04 Uhr
Leuenberg Die Feuerwehren im Amt Falkenberg-Höhe bekommen die zunehmende Überalterung der Gesellschaft jetzt zu spüren. Das wird vor allem bei den Atemschutzgeräteträgern deutlich. Hier schafft Falkenberg-Höhe zurzeit nicht die Norm. Der Feuerwehrausschuss des Amtes hat sich am Mittwoch im Rahmen der Diskussion zum Brandschutzkonzept mit dem Thema befasst.

Atemschutzgeräteträger sind bei einem Wohnungsbrand unentbehrlich. Sie suchen verrauchte Wohnungen oder Hallen nach in Not geratenen Menschen ab. Ihr Einsatz rettet oft Menschenleben. Voraussetzung dafür allerdings ist, dass sie selbst körperlich in der Lage sind, die schwere Atemschutztechnik, ein Pressluftatmer wiegt bis zu zwölf Kilogramm, zu tragen und die regelmäßigen ärztlichen Tests wie Lungenfunktionstest, Belastungs-EKG usw. zu bestehen. Diese arbeitsmedizinische Vorsorgeuntersuchung G26/3 dient dabei der Sicherheit des Feuerwehrmannes. Außerdem muss ein Atemschutzgeräteträger die spezielle Ausbildung bestehen und jährlich eine Belastungsübung absolvieren.

Und damit fängt bei den Verantwortlichen in der Amtsfeuerwehr Falkenberg-Höhe das Problem an. Ein großer Teil der Blauröcke, die bisher als Atemschutzgeräteträger ausgebildet waren, sind mittlerweile weggezogen, zu alt oder krank und scheiden deshalb als aktive Geräteträger aus. In den drei Löschzügen habe es zwischen 72 und 76 Geräteträgern gegeben. Aus den genannten Gründen habe sich die Zahl drastisch reduziert, nahm André Kosemund, amtierender Amtsbrandmeister von Falkenberg-Höhe, am Mittwoch kein Blatt vor den Mund. Derzeit sind es 42. Ersatz müsse erst nachgezogen werden. Das dauert seine Zeit. Gegenwärtig befinden sich 19 junge Männer in der Grundausbildung. Allerdings weiß Kosemund auch, dass von den zwei Dritteln, die auch noch die Atemschutzausbildung schaffen, ein Drittel die Region aus Arbeitsplatz- und Ausbildungsgründen verlassen werde. Das heißt, dass die Feuerwehren in Falkenberg-Höhe derzeit die geforderte Anzahl an Atemschutzgeräteträgern nicht vorhalten können.

Festgeschrieben ist die Norm in der Tätigkeitsverordnung des Brandschutzgesetzes Brandenburg. Darin heißt es, dass für ein Atemschutzgerät drei Feuerwehrmänner zum Atemschutzgeräteträger ausgebildet sein müssen. Die Zahl der Geräte richtet sich wiederum nach dem Typ des Einsatzfahrzeuges. Verfügt eine Wehr zum Beispiel über ein Tragkraftspritzenfahrzeug mit vier Atemschutzgeräten müssen entsprechend der Verordnung zwölf Träger vorgehalten und ausgebildet sein. Problematisch sieht es vor allem im Löschzug II (Höhenland) aus. Der verfügt über acht Atemschutzgeräte. Normalerweise müssten 24 Atemschutzgeräteträger nachgewiesen werden. Zurzeit sind von den neun ausgebildeten Geräteträgern nur fünf einsetzbar.

Die Informationen trieben Eberhard Alberti Sorgenfalten auf die Stirn. Als Amtsdirektor steht er auch in der Verantwortung des Brandschutzes und dessen Gewährleistung. Allerdings beruhigte der amtierende Amtsbrandmeister den Verwaltungschef und verwies auf die Alarm- und Ausrückeordnung des Amtes. Danach könnten einzelne Geräteträger aus anderen Löschzügen bzw. -gruppen angefordert werden. Dennoch gab Robert Müller aus Leuenberg dem Amtsdirektor Recht: "Mittags um 11.30 Uhr werden definitiv keine 28 Atemschutzgeräteträger da sein. Da ist die Frage vom Amtsdirektor schon berechtigt."

Das Problem gelöst werden könnte, wenn künftig die Zahl der großen Einsatzfahrzeuge reduziert und diese durch Kleinlöschfahrzeuge ersetzt werden, so Ingo Köhler, Löschzugführer in Heckelberg. Damit würde sich automatisch die Zahl der geforderten Atemschutzgeräteträger verringern. Möglich wäre dies, wenn sich die Wehren von dem W 50 als Einsatzfahrzeug verabschieden und diesen nur noch als Tankreserve nutzen würden, ergänzte André Kosemund. Darüber allerdings muss noch diskutiert werden.

Helga Kowatzky, die Vorsitzende des Feuerwehrausschusses, wird die Mitglieder des Amtsausschusses in der nächsten Sitzung über die Situation im Amtsbereich informieren. Der Feuerwehrausschuss hat sich erst in diesem Jahr konstituiert. Dessen Mitglieder sind per Beschluss vom Amtsausschuss von Falkenberg-Höhe bestimmt worden.

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