Das Nachrichtenportal für Brandenburg
Startseite Märkische Onlinezeitung - MOZ.de

Großer Andrang an den Schachbrettern

Wartet ganz entspannt auf seinen Gegner: Der Frankfurter Michael Heinsohn (SV Preußen) vor der zweiten Runde.
Wartet ganz entspannt auf seinen Gegner: Der Frankfurter Michael Heinsohn (SV Preußen) vor der zweiten Runde. © Foto: Henriette Brendler
Henriette Brendler und Dietrich Stulpe / 10.08.2011, 07:47 Uhr - Aktualisiert 11.08.2011, 10:38
Briesen (In House) Mit einer Rekord-Teilnehmerzahl von zirka 140 Aktiven sind die dreitägigen
13. Briesener Open, das größte Schachturnier der Region, über die Bühne gegangen. Nach insgesamt fünf Wertungsrunden im Schweizer System standen die Sieger fest. Auch einige Frankfurter platzierten sich im Vorderfeld.

Wenn im August Autos aus Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen, Bremen, Sachsen, Berlin und Brandenburg sämtliche Parkplätze an der Briesener Schule belegen und hunderte Menschen auf den Schulhof strömen obwohl Sommerferien sind, wundert sich im Ort schon seit Jahren niemand mehr. Denn mittlerweile ist das in der Odervorland-Halle veranstaltete Schachturnier – die Briesener Open – weit über die Grenzen der Region hinaus bekannt.

„Vor 13 Jahren haben wir mit nur 22 Startern angefangen. Dann sind es von Jahr zu Jahr mehr geworden, dabei haben wir nie Werbung für das Turnier gemacht“, erinnert sich Volker Heinrich, Vorsitzender des SV Briesen. Bei einer derart großen Teilnehmerzahl wie diesmal sei die Gruppeneinteilung allerdings schon etwas komplizierter gewesen.

„Logistisch gesehen haben wir aber schon Routine bei der Organisation. Stühle und Tische holen wir aus der Schule und die anderen Vereine steuern immer ein paar Schachbretter bei“, erläutert Heinrich.

Seit zwei Jahren gibt es bei den Briesener Open zudem ein U-10-Turnier für die Jüngsten. Die Idee stammt von Daniela Heinrich, der Frau des Vereinsvorsitzenden. „Die Kinder sind einfach noch zu jung, um in der letzten Leistungsgruppe verheizt zu werden. Die Nachfrage ist gut,
17 Kinder sind diesmal angetreten“, so die Mitorganisatorin.

Zu ihnen gehört auch Juliane Heinrich, die wie Vater, Mutter und Bruder als Hobby das Schachspielen betreibt. „Andere Mädchen reiten oder tanzen, ich spiele aber lieber Schach“, sagt die Achtjährige. Beim U-10-Turnier gelangen der Briesenerin am Wochenende zwei Siege in sechs Runden. Am Ende belegte sie Platz 14. Ansonsten war die Zahl der Schach spielenden Frauen und Mädchen überschaubar. In Gruppe A trat sogar nur eine Dame an. Elisa Silz (SV Empor Berlin) beendete das Turnier aber mit 3,5 Punkten immerhin auf einem hervorragenden sechsten Platz.

Kein optimaler Start gelang hingegen Schachspieler Michael Heinsohn vom SV Preußen Frankfurt, der zum ersten Mal an den Briesener Open teilnahm. Er verlor am Freitagabend seine erste Partie. „Das Spiel war zäh und schwierig. Ich habe am Anfang viele Fehler gemacht“, so die Analyse des Manschnower Lehrers. Es sei aber nicht tragisch, wenn er keinen der vorderen Plätze belege. „Ich spiele seit mehr als 35 Jahren Schach, da bin ich nicht mehr ganz so ehrgeizig wie früher“, sagte der 52-Jährige, der am Ende Rang 23 in der leistungsstärksten Gruppe A belegte.

Auch wenn keiner der Frankfurter Teilnehmer nach fünf Wertungsrunden einen ersten Platz erreichte – aufs Treppchen schafften es immerhin zwei Starter des USC Viadrina: Jan Gra-
bowski (Gruppe A/3,5 Punkte) und Christoph Hoffmann (C/4,0) landeten auf Rang drei beziehungsweise zwei.

„Auf der Rangliste nur auf Platz 31 gesetzt wurde Jan Grabowski am Ende sogar Dritter. Das allein sagt genug über seine Leistung aus“, lobte USC-Abteilungsleiter Norbert Heymann, der aber auch den Auftritten des elfjährigen Christoph Hoffmann auf Platz zwei sowie des 15-jährigen Axel Hübner auf Rang neun Anerkennung zollte. Beide sind Schützlinge von USC-Trainerin Kristine Pews.

Nächster Höhepunkt für die Schachfreunde sind die 19. Frank-
furt Open, die vom 26. bis 28. August im Bootshaus des SV Oderhort ausgespielt werden.

Briesener Open, Leistungsgruppe A:

1. Klaus-Dieter Kesik (SC Hoyerswerda/5,0 Punkte), 2. Wladimir Schaburov (Pneumant Fürstenwalde/4,0), 3. Jan Grabowski (USC Viadrina/3,5), ... 15. Thomas Noack (2,5), ... 23. Michael Heinsohn (beide SV Preußen/2,0);

Gruppe B: 1. Jörg Nagler (SC Rochade Müncheberg/4,0), 2. Hagen Hülse (Forster Schachclub/3,5), 3. David Georgi (Pneumant Fürstenwalde/3,5), 4. Nils Werthmann (USV Potsdam/3,5), 5. Frank Urbanek (SV Preußen Ffo.)/3,5), ... 8. Jens Gellert (3,5), ... 10. Jürgen Fritsch (beide SV Preußen Ffo./2,5);

Gruppe C: 1. Herribert Herrmann (SSG Lübbenau/4,5), 2. Christoph Hoffmann (4,0), ... 9. Axel Hübner (beide USC Viadrina/3,0), ... 27. Andreas Winkler (2,0), 28. Manfred Kohlmeyer (beide SV Preußen/2,0);

U-10-Turnier: 1. Ian Jushua Buller (6,0), 2. Jared Will Möller (beide Rüdersdorf/5,0)

Schlagwörter

Leserforum

Um einen Kommentar zu schreiben, melden Sie sich bitte oben rechts an. Falls Sie noch keinen Login haben, registrieren Sie sich bitte.

Alle Leserkommentare geben ausschließlich die persönlichen Ansichten und Meinungen des Autors wieder und sind keine redaktionelle Meinungsäußerung. Für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Inhalte übernimmt die Redaktion keinerlei Gewähr.

Ihr Kommentar zum Thema

Kommentartitel
Name
(öffentlich sichtbar)
Email
(wird nicht veröffentlicht)
(Ihr Name wird auch in der Zeitung veröffentlicht. Die Adresse wird nicht veröffentlicht.)
© 2019 MOZ.de Märkisches Medienhaus GmbH & Co. KG