Das Nachrichtenportal für Brandenburg
Startseite Märkische Onlinezeitung - MOZ.de

Begeisternde Carmina Burana

Gewaltiges Klangerlebnis: 270 K³nstler f³hrten im Kreuzhof des ehemaligen Klosters Neuzelle vor rund 300 Zuschauern "Carmina Burana" auf. Foto: J÷rg Hanisch
Gewaltiges Klangerlebnis: 270 K³nstler f³hrten im Kreuzhof des ehemaligen Klosters Neuzelle vor rund 300 Zuschauern "Carmina Burana" auf. Foto: J÷rg Hanisch © Foto:
Jörg Hanisch / 30.06.2009, 08:00 Uhr
Neuzelle Es lag etwas in der Luft über dem Kloster Neuzelle. Auf dem Klosterhof standen Gruppen junger Sänger zusammen und summten vor sich hin, aus dem Kreuzgang waren leise Töne der Orchesterinstrumente zu hören. Ein besonderes Ereignis war angesagt worden und muss sich wohl weit im Land herumgesprochen haben. So war es zumindest an den Autokennzeichen zu erkennen.

Angekündigt waren der große Chor und das Sinfonieorchester des Collegium Musicum der Berliner Universitäten (FU/TU) unter Leitung von Professor Manfred Fabricius und der Chor "Dnipro" der Nationalen Taras-Schewtschenko-Universität Kiew (Ukraine) unter der Führung seines Dirigenten Professor Ivan Pavlenko.

Der ukrainische Chor begeisterte das rund 300-köpfige Publikum mit Chorälen und ukrainischen Volksliedern im ersten Teil des Konzertabends. Gemeinsam mit den Berliner Musikern, Studenten aus sämtlichen Fachrichtungen der beiden Universitäten, führten sie dann Carl Orffs Werk "Carmina Burana", die Cantiones profanae (frei übersetzt: "eine Folge von Gesängen") für Soli, Chor und Orchester auf. Ein schier endloser Zug von Musikern begab sich in den Kreuzhof, so dass insgesamt 270 Künstler dem Publikum gegenüber standen und saßen. Schon das war ein beeindruckendes Bild. Doch was dann kam, ging unter die Haut: "Leise beginnend, anschwellend, aus den Tiefen des Orchesters donnerte es herauf, und im fortissimo der dumpfe Schlag der Pauke zielt auf die Magengrube, und dann: ,O Fortuna e_SSLq , hell leuchtende und scharf dissonante Chorklänge, ein wilder Strudel mächtiger und erhabener Töne", schrieb Musikexperte Ulrich Wünschel.

Schier die Sinne einen Augenblick überfordernd, lässt es sich nur schwer in Worte fassen, wiederzugeben, wie stimmgewaltig der Chor einsetzt und versucht, das Orchester zu übertönen, wie brillant die Solisten Uta Krause (Sopran), Christophe Villa (Countertenor) und Jean Denes (Bariton) im Weiteren mit ihren Stimmen spielen und ein wahres Kribbeln auf der Haut verursachen. Das Ambiente des Kreuzhofes tat ein Übriges.

Seit 1992 hatte das Collegium Musicum "Carmina Burana" nicht mehr aufgeführt. Damals sang Walter Ederer, heute Direktor für Marketing und Kultur der Stiftung Stift Neuzelle, in diesem Chor mit. "Das heutige Konzert im Kreuzhof ist schon etwas besonderes, doch mein Wunsch ist es, einmal in der hier nebenstehenden Kirche mit dem Collegium Musicum beziehungsweise einem Teil davon zu singen", erzählt Professor Manfred Fabricius, der übrigens seit 20 Jahren den Chor leitet.

Für Neuzelle war es ein künstlerischer Höhepunkt, "aber sicher nicht der letzte", wie Walter Ederer verspricht.

Schlagwörter

Leserforum

Um einen Kommentar zu schreiben, melden Sie sich bitte oben rechts an. Falls Sie noch keinen Login haben, registrieren Sie sich bitte.

Alle Leserkommentare geben ausschließlich die persönlichen Ansichten und Meinungen des Autors wieder und sind keine redaktionelle Meinungsäußerung. Für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Inhalte übernimmt die Redaktion keinerlei Gewähr.

Ihr Kommentar zum Thema

Kommentartitel
Name
(öffentlich sichtbar)
Email
(wird nicht veröffentlicht)
(Ihr Name wird auch in der Zeitung veröffentlicht. Die Adresse wird nicht veröffentlicht.)
© 2018 MOZ.de Märkisches Medienhaus GmbH & Co. KG