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Umweltaktivisten besetzen Parteibüros in Cottbus und Potsdam

dapd / 11.08.2011, 15:44 Uhr - Aktualisiert 11.08.2011, 15:56
Cottbus/Potsdam (dapd) Etwa 15 Teilnehmer des Klima-Camps in Jänschwalde und sogenannte Anti-Kohle-Aktivisten haben am Donnerstag in Cottbus kurzzeitig die Parteibüros von SPD und Linken besetzt. Bei den Aktionen wurde ein Forderungskatalog an die rot-rote Landesregierung überreicht, wie eine Sprecherin der Aktivisten mitteilte.

Darin sprächen sie sich gegen die CSS-Technologie zur Abscheidung und Speicherung von Kohlendioxid und den Aufschluss weiterer Tagebaugebiete aus. Eine ähnliche Aktion gab es in Potsdam. Dort besetzten nach Angaben eines Sprechers des Klima-Camps acht Menschen das Büro der Linken. Sie forderten ein Gespräch mit Wirtschaftsminister Ralf Christoffers (Linke) über die Klimaschutzziele Brandenburgs. Am frühen Nachmittag dauerte die Besetzung noch an.

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Schlaubetaler 12.08.2011 - 11:43:12

Und was ist mit dem Kanzeramt?

Es wäre endlich auch mal an der Zeit, das Büro der Kanzlerin zu besetzen, denn was die sich so alles leistet, ist wirklich die Höhe. Treffend die Karikatur in der heutigen MOZ-Ausgabe.

Moldawier 12.08.2011 - 09:47:06

Super Aktion der Umweltaktivisten

Das sollte erstmal ein Signal sein das die beiden regierenden eigentlich volksnahen Parteien gespürt haben. Immer wieder waren nur die Halbheiten der Fachminister ( beide von der Linkspartei) zu hören und das aufgeregte Dagegen von deren Basis (Herr Eska ist da als Beispiel zu nennen). Eine klare Reaktion der politischen Ebene sollte nun folgen mit der Beendigung des Vorhabens der Speicherung und dem Aufbau einer Versorgung mit konzernfreien Energieversorgungsmöglichkeiten wie Wind, Solar usw. Eine Eigenversorgung der Bevölkerung im ländlichen Bereich muss erreicht werden. Das soll in regional begrenzten Förderungen erreicht werden. Neue Verfahren werden durch die Förderpolitik des Landes stark behindert. Das soll und muss endlich beseitigt werden.

Sylvia Wadewitz 12.08.2011 - 08:57:37

Kritische Punkte bei Anmwendung der CCS-Technologie

Die Aktion der Klimacamper war richtig und wichtig! Sie unterstützen alle Bürgerinitiativen Deutschlands, die gegen CO2-Endlager argumentieren, selbst auf Demonstationen zeigen, was sie von der CCS-Technologie halten. Hier einige kritische Punkte, die überzeugen sollten, selbst etwas gegen die Machenschaften der großen Energiekonzerne zu tun: 1 irreführender Vergleich von Gasphasenspeicher und Flüssiglager Vorhandene Gasspeicher sind nicht vergleichbar mit den geplanten Endlagern. CO2-Endlager sind Flüssiglager, sind unterirdisch nicht begrenzt, können nicht entladen werden… 2 hoher Energieaufwand Der Energieaufwand für jede kWh Strom wird sich mit CCS um über 40% steigern. Und es könnten nur max. 80-85% des CO2 aus den Verbrennungsprozessen abgeschieden werden. Was bedeutet: noch mehr Kohle wird benötigt und neue Tagebau werden aufgeschlossen, Dörfer verschwinden. 3 unzureichende Haftung Der Lagerzeitraum soll aus „Belangen des Klimaschutzes“ über 1.000 Jahre betragen. Die gesetzlichen Vorgaben würden die Betreiber jedoch nur für 30 Jahre haftbar machen. Danach haftet der Steuerzahler - WIR alle! 4 gigantische Volumen an CO2 Jährlich sollen in Beeskow und Neutrebbin ca. 6.000.000 Tonnen flüssiges CO2 eingelagert werden. Das entspräche einem Tankgüterzug mit einer Länge von 4.000 km. 5 Verunreinigung des CO2 von 5% Bei einem gesetzlich zu garantierenden Reinheitsgrad von 95 % bleibt eine Grauzone von 5%. Es handelt sich um eine Menge von jährlich 300.000 Tonnen undefinierter Substanzen. 6 hydraulische Verdrängungseffekte Durch das große Volumen des zu lagernden CO2 wird das Salzwasser im Boden verdrängt. Es könnte zum Eindringen des Salzwassers in höhere Grundwasserleiter kommen. 7 Risse und Heterogenitäten im Endlager Schon kleinste Risse und Migrationswege sind von enormer Bedeutung. Der verwendete Überdruck von 200-250 bar hat die Potenz einer Verschleppung des CO2 über hunderte km. 8 Überdruckbeladung tiefer geologischer Schichten Kleinste Drucküberlastungen in der Tiefe könnten zu eruptiven Erscheinungen und Entladungen führen. Es ist unklar, wie der Untergrund auf diese Überlastung reagieren würde. 9 alte Bohrlöcher aus den Zeiten der DDR Überall befinden sich Bohrlöcher aus Zeiten der DDR. Sie sind im Verhältnis sehr klein, durchstoßen aber viele Erdschichten und sind mit keiner Erkundungstechnologie zu orten. Auch müssten die Erkundungsfelder sehr viel größer sein wie bisher angegeben, denn die Ausbreitung des CO2 wird enorm sein. Unter uns gibt es keine Grenzen! 10 überkritisches CO2 In diesem Zustand besitzt CO2 einen sehr guten Diffusionskoeffizienten. Dichtigkeitsansprüche wie bei derzeitigen Gasspeichern könnten daher nicht für das CO2 ausreichen. 11 saure Eigenschaften eines CO2-Wasser-Gemisches CO2 reagiert mit Wasser zu Kohlensäure. Chemische Auswaschungs- und Auflösungsvorgänge an Deckschichten wären die Folge. Ein Kollaps des Deckgebirges wäre denkbar. 12 Abzug von Forschungsgeldern Fördergelder, die zur Entwicklung von CCS verwendet werden, fehlen bei der Weiterentwicklung und Effizienzsteigerung der dringend benötigten erneuerbaren Energien. 13 Benachteiligung von Geothermie und Pressluftspeicherentwicklung Das CCS-Gesetz bevorzugt CO2-Endlager vor Geothermie und Pressluftspeichern. Parallel-Nutzungen der Technologien sind nach dem derzeitigen Stand der Technik nicht denkbar. 14 touristische Entwicklung, Grundstückswerte und Immobilienmarkt Schon heute zeigen sich negative Entwicklungen bei Grundstücksverkäufen. Der Wertverfall senkt die Wirtschaftskraft unserer Region. Auch die Tourismusbranche ist gefährdet. Die ausführlichen 14 Punkte + weitere Infos zu CCS gibt es auf www.co2bombe.de Bürgerinitiative Co2ntra Endlager Neutrebbin/MOL

BKA Ost 12.08.2011 - 07:25:43

Hut ab vor den Umweltaktivisten .......... machen Sie weiter!

Politiker neigen immer dazu, den Menschen nicht das zu sagen, was sie wirklich denken. Oder ist man blind? Herr Minister Vögelsänger erzählt den Leuten in der Lausitz, die Kohle sei ihre Zukunft! Nein, ist sie eben nicht. Wenn die Klimaziele der Bundesregierung erreicht werden sollen, dann hat die Kohle keine Perspektive. Herr Minister, sagen Sie den Menschen die ganze Wahrheit, auch wenn sie dadurch Stimmen verlieren! Ihre Enkel werden es Ihnen danken! Oder wollen Sie, dass Ihre Enkelkinder sagen, dass hat alles unser Opa zu verantworten? CCS Verpressung bedeutet-Selbstmordversuch der Mensch in der Region in BRB und Berlin und Millionengewinne für Vattenfall! Bürger, werdet endlich wach! Bevor uns und den Kinder/Enkelkinder das Wasser/die Wälder/Wiesen und mehr versaut wird! Keinen Millimeter den Totengräber - Vattenfall auf unserem Boden! Wir sind die Menschen - den das Trinkwasser verseucht wird Herr Minister Vogelsänger. Hut ab vor den Aktivisten. Die Leute sitzen zu Hause und warten auf den unterirdischen Gau bei der CCS - Verpressung. Schluß mit dem Kohleabbau - Investition in Wind und Photovoltaik / Solarthermie und Wasserkraft.

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