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Bei Golem schnurrt der Motor

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Wackwitz / 09.07.2009, 20:43 Uhr
Von Hans-Georg Wackwitz

Sieversdorf (M0Z) Noch stottert hier und da der Motor im Mittelstand in Oder-Spree, doch immer mehr Firmen zwischen Fürstenwalde und Erkner fassen wieder Tritt in puncto neue Aufträge und mehr Umsatz. Von derartigen Problemen war die Golem GmbH in Sieversdorf nie betroffen. Dort schnurrt der Motor. Mit neuen Produkten und einer auf Nischen ausgerichteten Marktstrategie hat das Unternehmen auch in wirtschaftlich schwieriger Zeit weiter zugelegt.

Geschäftsführer Tomas Grzimek kann nicht über leere Auftragsbücher klagen. Sein Unternehmen ist in Fachkreisen von Denkmalschützern - in Deutschland und seit mehr als zwölf Jahren europaweit- bestens bekannt. Gewissermaßen eine erste Adresse. Keramiken, Terrakotten, handgezogene Klinker, Fliesen sowie Putten, Lüster und Ornamente nach Maß demonstrieren große deutsche Handwerkskunst. An weit über 60 großen Objekten in Deutschland, Großbritannien, den Niederlanden, der Schweiz und Österreich sind Produkte aus Sieversdorf von der Golem GmbH zu finden.

Noch vor drei Jahren beschäftigte die mittelständische Firma, die überwiegend in ehemaligen Kuhställen und alten Gutsgebäuden in Sieversdorf produziert, 30 Mitarbeiter. Inzwischen sind 15 neue hinzugekommen. Mit anderen Worten: Krisenzeiten haben die Experten aus Sieversdorf bis heute nicht gespürt. Im Gegenteil. Wo andere Firmen - rein statistisch - einen Rückgang der Aufträge von 2008 zu 2009 um fast 40 Prozent zu verkraften hatten und gelegentlich zu Kurzarbeit übergingen, konnten sich im genannten Zeitraum die Golem-Mitarbeiter über zu wenig Arbeit nicht beklagen. "Unser Auftragsvolumen erhöhte sich gegenüber dem Vorjahr um fast zehn Prozent", so Geschäftsführer Grzimek und verweist im gleichen Atemzug auf einen jährlichen Umsatz von zwei Millionen Euro.

Die Auftragsliste der Sieversdorfer Golem GmbH liest sich wie das Who is Who international bedeutender Architektur. Für ihren Erhalt wird viel Geld ausgegeben. "Das erfolgt nicht immer kontinuierlich, aber zusammen mit unserem zweiten Standbein, der Fertigung von Keramikfliesen für Kunden, die ihr Bad neu gestalten wollen, konnten wir Kontinuität in unseren Produktionsprozess bringen. Das wirkt sich zudem günstig auf die Kostenstruktur aus", betont Grzimek. Im gleichen Atemzug verweist er auf das Geschäft der Golem GmbH in Berlin: "Hier, in den Hackeschen Höfen Nummer 7, präsentieren wir stets unser komplettes Sortiment an Fliesen. Mit den Ergebnissen sind wir sehr zufrieden". Aus diesen Worten von Tomas Grzimek klingt Stolz - auf das Ergebnis und zugleich auf eine engagierte Belegschaft, die das Arbeiten mit Lehm und Ton zur Perfektion trieb.

So ist es auch kein Wunder, dass Steine aus Sieversdorf das Finanzamt in Schwerin zieren. Auch der Platz vor der Kirche Sankt Jacobi in Den Haag trägt mit farbigen Bodenfliesen die Handschrift aus Sieversdorf.

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