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Nahverkehrsplan: Von Haltestelle zu Haltestelle

Die Praktikantinnen Lisa Ulrich und Anna Skulich vermessen und analysieren die Haltestellen in Frankfurt (Oder).
Die Praktikantinnen Lisa Ulrich und Anna Skulich vermessen und analysieren die Haltestellen in Frankfurt (Oder). © Foto: MOZ/Dietmar Horn
Annette Herold / 19.08.2011, 06:55 Uhr
Frankfurt (MOZ) Zu den 200 Haltestellen für Bus und Bahn in der Stadt gibt es Untersuchungen. Ob sie alle noch zeitgemäß sind, ob Bänke fehlen oder Bordsteinkanten angepasst werden müssen, wird derzeit im Auftrag der Stadt erfasst. Die Ergebnisse sollen in die nächste Fassung des Nahverkehrsplans einfließen.

Anna Skulich hat in den vergangenen Wochen Ecken von Frankfurt kennengelernt, von deren Existenz sie bislang nichts wusste. Mehr als 200 Frankfurter Haltestellen hat die Studentin der Rechtswissenschaften, die derzeit ein Praktikum bei der Frankfurter Stadtverwaltung absolviert, gemeinsam mit einem weiteren Praktikanten erfasst. Die Höhe der Bordsteinkanten, vorhandene Sitzmöglichkeiten, die Beschaffenheit der Fläche für die Wartenden – Merkmale wie diese galt es festzuhalten und darüber hinaus die Anlagen zu fotografieren. Dabei erwies sich das Ganze als echte Fleißarbeit, von deren Ausmaß die Zahl 200 nur eine unzureichende Ahnung vermittelt. Schließlich gibt es Haltestellen jeweils für zwei Richtungen, damit waren insgesamt mehr als 400 Erfassungsbögen auszufüllen.

Die Ergebnisse dieser Arbeit sollen in die nächste Fassung des Nahverkehrsplans einfließen, der derzeit erarbeitet wird. „Die Haltestellen in der Stadt sind vor zehn Jahren erfasst worden“, sagt Andreas Rein, Leiter Projekt- und Flächenmanagement in der Stadtverwaltung. Manches sei nicht mehr aktuell. Jetzt gehe es darum, den Ist-Zustand festzuhalten und darum, zu prüfen, ob das Haltestellennetz in der Stadt noch zeitgemäß ist. „Wir wollen wissen, ob es noch den aktuellen Bedürfnissen entspricht. Wohngebiete haben sich verändert, es gibt andere Schwerpunkte bei den Fahrtzielen“, erläutert Rein. Manchmal könne es nützlich sein, eine Haltestelle um einige Meter zu verlegen, denkbar sei auch, dass sich einige dieser Haltepunkte überlebt hätten. Was noch wichtiger sei: Manchmal reichten kleine Summen schon aus, um die Funktionsfähigkeit der Haltestellen zu erhöhen. So könnten fehlende Bänke oder Papierkörbe nachgerüstet beziehungsweise eine Überdachung montiert werden. Dafür werde nun ein Investitonsplan erarbeitet.

Die Angaben zu den Frankfurter Haltestellen selbst sollen später im Internet abrufbar sein. Es werde auch eine Kontaktmöglichkeit für die Frankfurter vorbereitet, die Vorschläge für eine Verbesserung des Haltestellennetzes machen wollen, kündigt Rein an.

Dass die Frankfurter an ihren Haltestellen hängen, hat eine ältere Frau bewiesen, der Anna Skulich bei ihrer Arbeit begegnet ist. „Hallo meine Dame, sie wollen mir doch meine Haltestelle nicht wegnehmen?“, habe sie gefragt, als die Praktikantin mit Fotokamera und Erfassungsbogen im Damaschkeweg unterwegs war. Um so zufriedener war sie, als die Jura-Studentin sie beruhigte und sagte, dass es um die Verschönerung des Bushaltestelle gehe.

Dabei warnt Andreas Rein vor übergroßen Hoffnungen. Veränderungen ließen sich angesichts knapper Kassen nur Schritt für Schritt vornehmen. Wichtig sei aber, dafür auf eine verlässliche Datenbasis zurückgreifen zu können. Die Stadt ist Träger des öffentlichen Nahverkehrs und damit auch für dessen langfristige Planung zuständig. Der aktuelle Nahverkehrsplan läuft noch bis zum kommenden Jahr, so dass in nächster Zeit in der Stadtverordnetenversammlung auch über die Fortschreibung beraten wird. Die Kreise, kreisfreien Städte und Zweckverbände sind in den meisten Bundesländern zur Aufstellung eines solchen Planes verpflichtet. Der grundsätzliche Inhalt ist im Landesnahverkehrsgesetz festgelegt.

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