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Biss in den giftigen Pilz

Wichtiger Tipp: Gerhard Grune erklärt, wie man den essbaren Flockenstieligen Hexen-Röhrling erkennt.
Wichtiger Tipp: Gerhard Grune erklärt, wie man den essbaren Flockenstieligen Hexen-Röhrling erkennt. © Foto: Robert Iwanetz
Robert Iwanetz / 26.08.2011, 06:30 Uhr - Aktualisiert 26.08.2011, 16:25
Frankfurt (Oder) (MOZ) „Sind Kinder hier?“, fragt Gerhard Grune lächelnd in die Runde. Dann beißt er in den giftigen Fälbling. „Uiuiui“, sagt er und verzieht das Gesicht. „Von denen gibt es unzählige Arten, manche kann man nur am Geschmack unterscheiden.“ Als Pilzsachverständiger muss Grune deshalb manchmal auch giftige Pilze kosten. Wichtig sei nur, den Bissen wieder auszuspucken.

Grune beschäftigt sich seit über 50 Jahren mit Pilzen. Auch diesen Sommer wird er Interessierten auf Pilzlehrwanderungen die umliegenden Wälder zeigen. Dabei vermittelt er Tipps rund ums Sammeln, Lagern und Kochen. Vor allem beantwortet er zu jedem Pilz die entscheidende Frage: genießbar oder giftig?

Helga Kuhn geht seit 30 Jahren auf die Wanderungen, doch noch immer lernt sie dazu. „Und wenn es nur ein paar neue Giftige sind“, sagt die Rentnerin. Neben Helga Kuhn haben sich am Mittwochmorgen noch zehn weitere Pilzsucher am Waldhaus Rosengarten eingefunden. Bevor es losgehen kann, erklärt Experte Grune schnell noch den richtigen Pilztransport: „Auf keinen Fall Einkaufstüten benutzen, da drin schwitzen die Pilze.“ In Plastiktüten komme es schnell zu Eiweißzersetzung, die selbst Speisepilze ungenießbar mache. Besser seien deshalb luftige Weidenkörbe.

Nach der Einweisung geht es anschließend eine Stunde lang in den Frankfurter Stadtwald. Jeder gesichtete Pilz wird zur späteren Bestimmung eingesammelt. Doch allzu viele werden es nicht. „Im Moment ist Flaute“, erklärt Grune. Erst Anfang September steige das Pilzvorkommen wieder, schätzt der 74-Jährige.

So haben die Teilnehmer von den rund 60 000 Pilzarten in Deutschland nur etwa 30 gefunden. Heiß diskutiert wurde davon nur der Grünling. Manche essen ihn, manche nicht. Dann klärt Grune auf: „Der Grünling ist seit 2001 kein Speisepilz mehr.“ Erst vor zwei Jahren habe es in Brandenburg einen Todesfall gegeben. Schon fliegt der Grünling aus den Körben.

Bis zum 11. Oktober bietet Pilzexperte Gerhard Grune jeden Montag von 10 bis 12 Uhr eine Pilzberatung in der Fürstenwalder Straße 46 an

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Arzt und Abgeordneter 29.08.2011 - 08:44:45

Todesfall durch Grünlig - Journalismus a la Bild-Zeitung

Beitrag 4 von 4 In Frankreich und in Polen gab es nachweislich mehrere Vergiftungen mit Todesfällen nach Genuss von nicht rohen Grünlingen. Die dazwischen liegenden Staaten wie Niederlande, Belgien und Deutschland sind bisher frei von bekannt gewordenen Intoxikationen. Um abklären zu können, warum hier eine geographisch auffällige Situation besteht, benötigen wir fachlich fundiertes Wissen auf möglichst breiter Basis. Als Arzt und Abgeordneter frage ich an: 1) Wer von den nachfolgenden Behörden und öffentlichen Einrichtungen hat Kenntnis von diesem Todesfall und kann ihn bestätigen? - Bundesinstitut für Risikoforschung (BfR) - Giftnotrufzentrale Berlin/Brandenburg - Ministerium für Umwelt, Gesundheit und Verbraucherschutz des Landes Brandenburg (MUGV) - Landrat des Landkreises Oder-Spree, Manfred Zalenga - Dezernentin des Dezernates IV, Bildung, Gesundheit und Soziales, Frau Dr. Ilona Weser - Amtsärztin, Frau Dr. Eleonore Baumann - Deutsche Mykologische Gesellschaft e.V. (DGfM), Präsident Prof. Dr. Ewald Langer sowie der Toxikoge Prof. Dr. Siegmar Berndt 2) Hat eine der oben aufgeführten Behörden und Einrichtungen Kenntnis über den behandelnden Arzt? 3) Wurden durch diese beim behandelnden Arzt die Krankenakte zur Einsichtnahme angefordert, die Inhalte ausgewertet und der Politik, der Wissenschaft und der Öffentlichkeit zugänglich gemacht? 4) Gibt es Pressemitteilungen über den Todesfall der oben genannten Behörden und Einrichtungen? Wenn Bürger in diesem MOZ-Forum um „öffentliche Stellungnahme“ bitten, dann ist dies unmissverständlich gemeint. Ihnen dieses Recht abzusprechen und sie zu einem Telefonat mit der MOZ zu animieren, halte ich ebenso wie das Abschreiben von alten Textpassagen aus der MOZ für äußerst bedenklich und schlicht unseriös. Öffentlichkeit stellen Sie her, werte MOZ, in dem Sie die merkwürdigen Interaktionen von Herrn Gerhard Grune und Ihre eigene Art des Journalismus kritisch analysieren und notwendige Schlüsse daraus ziehen, die dann in die Tageszeitung nicht aber in ein „kleines Forum“ mit „privaten Telefonaten“ gehören! Ich behalte mir vor, weitere konkret gefasste Fragen zu stellen.

Die Redaktion 28.08.2011 - 15:29:42

Todesfall durch Grünling

Zu dem von Herrn Grune geschilderten Fall kann nur gesagt werden, dass die betroffene Person innerhalb weniger Tage mehrere Pilzmahlzeiten, die fast ausschließlich aus Grünlingen bestanden, gegessen hatte. Auch hatte die Person in früheren Jahren immer wieder Grünlinge gegessen, ohne dass es zu Vergiftungserscheinungen gekommen war. Die Identität der Person gibt Herr Grune auf Bitte der Familie nicht preis. Über die diskutierte Giftigkeit des Grünlings kann man übrigens auch im Internet viele Beiträge finden. Die Deutsche Gesellschaft für Mykologie hat zudem in diesem Jahr eine Positivliste der Speisepilze herausgegeben. Auch diese enthält den Grünling nicht mehr. Und selbst, wer den Pilz weiterhin essen will, darf dies in Deutschland eigentlich nicht tun. Der Grünling ist, wie übrigens auch der Pfifferling, sämtliche Steinpilze, Rotkappen und Birkenpilze in der Bundesartenschutzverordnung als "besonders geschützte Art" aufgeführt. Diese dürfen nach dem Bundesnaturschutzgesetz (§ 44) der Natur nicht entommen werden. Man darf diese geschützten Arten auch nicht im Besitz haben oder verarbeiten. Für Steinpilz, Pfifferling, Rotkappe und Birkenpilz gibt es aber eine Ausnahme. Diese Pilze dürfen, auch das steht in der Bundesartenschutzverornung, "in geringen Mengen für den eigenen Bedarf" gesammelt werden. Für den Grünling gilt diese Ausnahme nicht. Sehr geehrte Frau Zepian, sehr geehrte Frau Müller, wenn Sie weitere Fragen oder Anregungen zu diesem Thema haben, können Sie sich gern telefonisch oder per E-Mail an die Redaktion wenden.

Anita Zepian 27.08.2011 - 17:43:50

Todesfall durch Grünlig - Journalismus a la Bild-Zeitung

Hoffentlich erfahren wir auch etwas über die eigentlichen Absicthen einer ganzen Serie von inhaltlich immer gleich aufgebauten Beiträgen des Herrn Grune und der MOZ?! Eins ist mir klar geworden, derartige Berichte über Pilze braucht das Land Brandenburg nun wirklich nicht. Da gibt es wahre Profis, mit der die MOZ aber offensichtlich nicht kooperieren will. Aber wenn man nicht gewillt ist, Hausaufgaben zu erledigen, wird man wohl weiterhin derartige geistige Ergüsse erwarten haben. Herzliche Grüße Anita Zepian

Helga Müller 26.08.2011 - 18:20:57

Todesfall dürch Grünling

Sehr geehrte MOZ, zusammen mit Herrn Gerhard Grune aus Frankfurt/Oder behaupten Sie seit mehreren Jahren einen Todesfall im Landkreis Oder-Spree durch den allseits bekannten Grünling. Unterschiedliche Anhaltspunkte bewegen mich dazu, zu fragen, ob Sie denn diese Behauptung sachlich und nach fachlichen Kritierien unangreifbar beweisen können? Ich darf Sie bitten, hierzu zeitnah in einem Zeitungsartikel öffentlich Stellung zu nehmen. Mit freundlichen Grüßen i.A. mehrerer Brandenburger Bürger

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