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Rostyslav Voronko hat den Altar der Görsdorfer Kirche restauriert

Spachtelmasse gegen Wurmlöcher

Neuer Glanz: Pfarrer Kai-Uwe Folgner-Buchheister, Rostyslav Voronko und Superintendent Christoph Bruckhoff vor dem restaurierten Altar der Görsdorfer Kirche.
Neuer Glanz: Pfarrer Kai-Uwe Folgner-Buchheister, Rostyslav Voronko und Superintendent Christoph Bruckhoff vor dem restaurierten Altar der Görsdorfer Kirche. © Foto: Elke Lang
Elke Lang / 29.08.2011, 07:10 Uhr
Görsdorf bei Beeskow (MOZ) „Ich bin eingebettet in eine Geschichte, die länger ist als eine Lebenszeit.“ Das war es, was Superintendent Christoph Bruckhoff gestern in seiner Predigt zur feierlichen Indienstnahme des restaurierten Altars der Görsdorfer Kirche bewusst werden lassen wollte. Der Altar trägt die Jahreszahl 1602, und das, was auf seinen Bildern dargestellt ist, geht noch viel weiter zurück und erzählt von Gott und den Anfängen der Menschheit.

Dass dieser Altar und mit ihm die Kanzel und das Orgelgehäuse restauriert werden konnten, sei eine „spannende Geschichte“, erzählte Pfarrer Kai-Uwe Folgner-Buchheister. Als er hierher kam, sei ihm aufgefallen, dass der Altar wurmstichig ist. Die Farbe war abgeblättert. Dort, wo eigentlich Bilder hingehörten, befanden sich blaue Sperrholzplatten, und in der Mitte war ein goldenes Kreuz angebracht. Die Bilder aber lagerten auf dem Dachboden und sahen aus wie alte Bretter, die nur noch dazu taugten, verbrannt zu werden.

Da lief ihm Rostyslav Voronko über den Weg. Der gebürtige Ukrainer lebt mit seiner Familie seit 2006 in Beeskow und nahm sich als Künstler für dekorative angewandte Kunst mit Spezialisierung auf Restaurierung des Altars und seiner Bilderan. Anhand von Fotos vom Anfangszustand führte er seine Arbeit vor. In jedes einzelne Holzwurmloch musste Gift gespritzt werden, und jedes musste zugespachtelt werden. Er habe sich allein damit wochenlang aufgehalten. Die Bilder waren fast vollständig mit Papier beklebt, das sie vor weiterem Verfall schützen sollte. Ein milchiger Überzug rührte wahrscheinlich von falscher Reinigung her. Während drei Bilder noch gut erkennbar waren, konnte beim zentralen Bild und dem Mittelbild der Pedella das Motiv nur erahnt werden. Der Künstler forschte in Büchern, Museen und im Internet, wie diese Bilder ausgesehen haben könnten. Bei dem 1550 geborenen Belgier Jean Sadeler wurde Rostyslav Voronko schließlich fündig. In Kupferstichen von ihm sind die gleichen Motive im gleichen Bildaufbau dargestellt.

Es ist nicht erkennbar, dass etwas erneuert wurde, denn der Restaurator hat so kunstvoll die verlorengegangenen Flächen ersetzt, dass kein Unterschied zwischen Alt und Neu zu sehen ist. Pfarrer Folgner-Buchheister ist glücklich über das Ergebnis, zumal die Gemeinde ein ganzes Jahr gesammelt hat, um die Hälfte der Kosten aufzubringen. Die andere Hälfte wurde durch den Kirchenkreis finanziert.

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