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Investor will Wohnraum schaffen / Panke-Park-Verein fordert baldige Entscheidung

Altes Militärobjekt in der Warteschleife

Vorbei an Gebäuderiesen: Freunde der Architektur besichtigten am Sonnabend die Nebenstelle des Heeresbekleidungsamtes am Schönfelder Weg in Bernau.
Vorbei an Gebäuderiesen: Freunde der Architektur besichtigten am Sonnabend die Nebenstelle des Heeresbekleidungsamtes am Schönfelder Weg in Bernau. © Foto: moz
Olav Schröder / 29.08.2011, 10:14 Uhr
Bernau (MOZ) „Zurzeit ist alles in der Schwebe. Dabei müssten dringend Entscheidungen getroffen werden“, sagte Birgit Jubin, Vorstandsmitglied des Bernauer Vereins Panke-Park Kulturkonvent. Gemünzt ist diese Feststellung auf die Stadt Bernau. Und sie betrifft die Nebenstelle am Schönfelder Weg des Heeresbekleidungsamtes.

Der Verein verweist auf einen Investor, der die äußerst massiven ehemaligen Militärgebäudesanieren und zu Wohnungen umbauen möchte. Entsprechende Erfahrungen bringt er aufgrund von Projekten in Berlin-Karlshorst und Magdeburg mit. „Leider wird der Verein in die Planungen der Stadt nicht einbezogen“, bedauert Jürgen Meyer, ebenfalls Vorstandmitglied. Es habe einmal die Idee gegeben, die bestehene Straße über das ehemalige Militärgelände als Zufahrt zum benachbarten Gewerbegebiet zu nutzen. Dies, so Meyer, würde der Schaffung von Wohnraum widersprechen. Für die Gewerbezufahrt gebe es zudem eine Alternative über die Albertshofer Chaussee.

Vor mehreren Jahren war unter Federführung des Vereins in einer geförderten Arbeitsmaßnahme unter anderem die gepflasterte „Hauptstraße“ auf dem weitläufigen Gelände vom Wildwuchs befreit worden. Davon ist inzwischen kaum mehr etwas zu sehen. Die Natur breitet sich wieder über die Fahrbahn aus. Auch in diesem Punkt wünscht sich der Verein um den Vorsitzenden Michael Junghans mehr Initiative der Stadt. Durch eine Parkgestaltung rund um den Teufelspfuhl könne das Areal unabhängig von der Sanierung des Grundwassers für Interessenten attraktiver hergerichtet werden. 1965 waren bei einer Havarie in der chemischen Reinigung der Sowjetarmee auf dem Gelände Reinigungschemikalien in den Boden gelang.

Viele Bernauer kennen das Gelände kaum, zumal es in der Regel abgesperrt ist. Auch am Sonnabend konnte dies bei einer Führung des Vereins in der Reihe „Ingenieurbaukunst im Barnim“ festgestellt werden. ?22 interessierte Besucher waren gekommen. Einige zeigten sicherstaunt, wie groß das Areal und die acht in einem großen Bogen angeordneten Gebäude sind. Sie wurden etwa 1938 bis 1942 in moderner Stahlbetonbauweise errichtet und dienten als Lager für die militärische Ausrüstung der Wehrmacht. Nach 1945 wurde das Areal von den sowjetischen Streitkräften weiter genutzt. 1994 haben es die letzten Nutzer der GUS-Staaten verlassen.

Die sechste und letzte Veranstaltung der Ingenieurbaukunst-Reihe in diesem Jahr findet am Sonnabend, 17. September, um 10.30 Uhr im Martin-Gropius-Krankenhaus in Eberswalde statt. Der Verein will die Reihe auch im kommenden Jahr wiederum mit neuen Objekten auf der Besucherliste fortsetzen.

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