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Oranienburg: Orafol-Geschäftsführer Dr. Holger Loclair feiert heute seinen 60. Geburtstag

ren / 24.01.2011, 06:13 Uhr - Aktualisiert 24.01.2011, 06:13
Oranienburg (ren) Oranienburg (bren) - In schwierigen Situationen den Kopf oben zu behalten und sich beherzt neuen Herausforderungen zu stellen, sollte eine grundlegende Fähigkeit von Unternehmern sein. Dr. Holger Loclair, der Geschäftsführer von Orafol Europe in Oranienburg, hat diesen Spirit.

Manche sagen, er könnte diesen gesunden Unternehmergeist von seinen hugenottischen Vorfahren geerbt haben, die es im 17. Jahrhundert nach Ostpreußen verschlagen hatte. Holger Loclair wurde allerdings heute vor 60 Jahren im mecklenburgischen Penzin geboren. Seine Eltern hatten dort eine neue Heimat gefunden. Dem Orafol-Chef hört man einen leichten mecklenburgischen Tonfall noch heute an. Obwohl er dort nicht lange zu Hause war. Sein Studium der Verfahrenschemie führte ihn an die sächsische Bergakademie nach Freiberg. Später arbeitete er in den Zellstoffwerken Wittenberge, bevor er 1977 nach Oranienburg wechselte und sich der Forschung beim VEB-Spezialfarben widmete. Neben der Produktion von Markierungs- und Fluoreszenzfarben begann damals auch die Entwicklung selbstklebender Farbfolien.

Ein entscheidender Schritt nach vorn, der nicht ohne Folgen bleiben sollte. Vom innerstädtischen Standort aus der heutigen Krebststraße wurde der Löwenanteil der Produkte damals bereits in den Westen exportiert. Von dort kamen Devisen, mit denen noch vor der Wende ein moderner Maschinenpark eingerichtet werden konnte. Aus dem ehrgeizigen Forscher Loclair wurde 1987 der Betriebsdirektor, der er nach der friedlichen Revolution 1989 blieb und damals alles daran setzte, das bis dahin geschaffene Know-how und möglichst viele Arbeitsplätze unter völlig anderen wirtschaftlichen Bedingungen zu erhalten. Loclair nahm die Dinge selbst in die Hand und fand, ohne unter die Fittiche der Treuhand zu geraten, mit Claus Schmidbaur einen neuen Eigentümer für die technologische Perle in Oranienburg. Schmidbaur hatte das Potenzial erkannt, das in dem Betrieb und seinen Mitarbeitern steckte.

Rasch wurde das Gelände in der Innenstadt zu klein für ein expandierendes Unternehmen, das gern in Oranienburg bleiben wollte, dem zunächst aber nicht die benötigten Flächen angeboten werden konnten. Das änderte sich erst mit der Erschließung des Gewerbegebietes Nord. Nach dem ersten Bauabschnitt 1995 ging es dort dann Schlag auf Schlag, und bis zum vorigen Jahr gab es nicht weniger als neun Grundsteinlegungen für das Unternehmen Orafol, das sich unter dem weitsichtigen Steuermann Holger Loclair unterdessen zu einem der Weltmarktführer im Bereich der Spezialfolien und Klebesysteme entwickelt hatte. Die Zahl der Mitarbeiter, die vor 20 Jahren bei 61 lag, nähert sich gerade der magischen Grenze von 600 und hat sich damit rund verzehnfacht. Welches Unternehmen kann dies schon für sich in Anspruch nehmen! Um den Schwankungen der Wechselkurse nicht länger ausgesetzt zu sein, entschlossen sich Schmidbaur und Loclair 2005 zu einem mutigen Schritt und errichteten im US-Bundesstaat Georgia eine Produktionsstätte für den amerikanischen Markt.

Auch das hat sich längst ausgezahlt, ebenso das eigene Forschungslabor in Kalifornien. Sicher musste Steuermann Loclair mit dem Einbruch der Weltwirtschaft 2008/2009 einen Umsatzrückgang hinnehmen und sich vorübergehend von rund 80 Mitarbeitern trennen. Dafür wurde er teilweise heftig kritisiert. Aber ein weitsichtiger Unternehmer, der an seine Produkte glaubt, gibt nicht auf und steht auch das durch. Schneller als andere Betriebe schaffte Orafol die wirtschaftliche Wende, kam mit neuen, innovativen Produkten auf den Markt und ging wieder auf rasanten Expansionskurs. Der bescherte dem Unternehmen 2010 – mit nahezu allen ehemaligen Mitarbeitern wieder an Bord – das wirtschaftlich stärkste Jahr seiner Firmengeschichte.

Die Weichen für die Zukunft sind also gestellt. Orafol, das bereits weit mehr als 200 Millionen Euro in Oranienburg investierte, wird bis 2012 weitere 50 Millionen Euro in die Hand nehmen, um den Standort abermals auszubauen. Holger Loclair, dessen Tochter Catherin als Juristin dem Unternehmen inzwischen ebenfalls angehört, hat sich im Dezember 2007 neben dem Fulltime-Job des Geschäftsführers noch einen Wunsch erfüllt. Der Diplom-Chemiker, der den Stoffen gern immer noch selber auf den Grund geht, schrieb im Alter von 57 Jahren seine Doktorarbeit. Auch das dürfte außergewöhnlich sein, ebenso die Tatsache, dass er davon in aller Bescheidenheit kaum Aufsehens machte.

Wer so erfolgreich ist, möchte seiner Wahlheimat aber auch etwas zurückgeben. Anfang des Jahres unterschrieben Loclair und Bürgermeister Hans-Joachim Laesicke eine Vereinbarung, die der Stadt in den kommende drei Jahren eine sechsstellige Summe von seinem Vorzeigeunternehmen garantiert, um Oranienburg mit diesen Mitteln noch attraktiver zu machen. Die Stadt ist natürlich dankbar dafür und wünscht sich gern noch mehr solcher großherziger Unternehmer. Heute feiert Holger Loclair seinen 60.Geburtstag. Herzlichen Glückwunsch!

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