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Italienische Klänge auf Kammerorgel

Cindy Teichert / 27.07.2009, 08:00 Uhr
Groß Muckrow Im Rahmen der Konzertreihe "Mixtur im Bass" waren am Freitagabend etwa 45 Besucher in die Groß Muckrower Dorfkirche gekommen, um dem tschechischen Weltklasseorganisten Jaroslav Tuma zuzuhören. Etwa ein Dutzend der Besucher erschien schon eine Stunde vor Konzertbeginn. Albrecht Böhnisch aus Großräschen erzählte ihnen Interessantes über die Geschichte und Bauweise der Groß Muckrower Kirche.

Anhand vieler Merkmale kann Böhnisch ableiten, wie die Kirche sich im Laufe der Jahrhunderte verändert hat. Obwohl im Innenraum des Gotteshauses an der Wandchronik nachzulesen ist, dass es die Kirche schon seit 1300 gibt, kann man aufgrund der Bau- und Mauerweise davon ausgehen, dass der Feldsteinbau mit seinen relativ großen Findlingen aus dem späten Mittelalter stammt und aus der gothischen Zeit Anfang des 15. Jahrhunderts stammt.

"Es ist aber natürlich nicht auszuschließen, dass an selber Stelle vorher schon eine Kirche stand, etwa aus Holz, die vielleicht abgebrannt ist", vermutet Albrecht Böhnisch, was auch die in der Chronik angegebene Erwähnung der Dorfkirche begründen würde. Im Laufe der Jahrhunderte wurden viele Veränderungen an dem Gotteshaus vorgenommen. Fenster wurden verändert, Wandmalereien wurden weiß übertüncht und auch am barocken Altar wurden Veränderungen vorgenommen.

Besonders interessant war natürlich die Besichtigung der Orgel, die Pfarrer Friedrich Detlef Plasan als "die schönste Orgel der Lieberoser Kirchengemeinde" würdigte. Erbauer und Bauzeit des Instrumentes sind unbekannt. Nach Überlieferungen im Dorf wurde das Instrument im Jahr 1820 mit Mitteln eines Soldaten der Napoleonischen Befreiungskriege angeschafft und es wird berichtet, dass sie an den Raum angepasst werden musste.

Auch Jaroslav Tuma, der schon Orgeln auf der ganzen Welt zum Klingen brachte, bediente sich während seines anschließenden Konzertes gern dieser barocken Spielerei. Etwa eine Stunde lang erfüllte er die Groß Muckrower Kirche mit geistlicher und weltlicher Orgelmusik italienischer Komponisten und erntete dafür großen Beifall.

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