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200 kamen zur Gedenkfeier am Weltfriedenstag

Mahnende Worte an der Friedensglocke

Brachte die Glocke zum Schwingen: der Neuenhagener Mechanikermeister Horst Bittner. Die Glocke erinnert an die Unterzeichnung des Oder-Neiße-Friedensvertrages.
Brachte die Glocke zum Schwingen: der Neuenhagener Mechanikermeister Horst Bittner. Die Glocke erinnert an die Unterzeichnung des Oder-Neiße-Friedensvertrages. © Foto: FOTO Michael Benk
Jörg Kotterba / 01.09.2011, 20:10 Uhr
Frankfurt (MOZ) Mit hundert Glockenschlägen wurde amgestrigen Weltfriedenstag die auf den nördlichen Teil der Oderpromenade versetzte Friedensglocke eingeweiht. Vertreter der Stadt und der Kirche erinnerten in mahnenden Worten an den verbrecherischen Überfall der faschistischen Wehrmacht auf Polen.

Die Töne der Friedensglocke sollen mahnen. Aber auch motivieren, noch mehr Toleranz zu üben – so Oberbürgermeister Martin Wilke bei der gestrigen Einweihung am neuen Platz vor knapp 200 Frankfurtern. Das Thema Frieden wäre heute aktueller denn je. Auch in Erinnerung an manche kritischen Stimmen aus der Bevölkerung betonte der OB, dass der neue Standort der drei Tonnen schweren und 58 Jahre alten Friedensglocke die Oderpromenade aufwerten würde. Hier sei jetzt ein Platz zum Verweilen, aber auch zum Nachdenken entstanden.

Umrahmt von Musik des Saxophon-Sextetts der Musikschuleund einer ökumenischen Andacht läutete gestern Mittag die Friedensglocke zum ersten Mal an ihrem neuen Platz. Damit wurden der neue Turm aus Edelstahl und das sanierte Geläut mit der Aufschrift „Friede und Freundschaft mit allen Völkern“ festlich eingeweiht. Die CDU hatte 1953 die Glocke in Ost-Berlin gestiftet. Die Komplettsanierung und der Bau des Turms, der einem Bilderrahmen gleicht, kostete 250 000 Euro.

Zum Klingen brachte den Koloss aus Eisenhartguss gestern der Neuenhagener Mechanikermeister Horst Bittner. Er hatte das Geläut in seiner Fachwerkstatt repariert. Vor allem das Joch – die Konstruktion, an der die Glocke aufgehängt wird – musste komplett erneuert werden.

Slubices stellvertretender Bürgermeister Piotr Luczynski überbrachte Grüße aus der Nachbarstadt. Er wünscht, dass der Klang der Friedensglocke, die nun näher an Slubice gerückt sei, „so weit wie nur möglich“ zu hören ist.Das Baudenkmal hätte für Polen eine große Bedeutung, gäbe es zwischen Deutschen und Polen doch immer noch Jahrhunderte alte Vorurteile, die es zu überwinden gilt.

Der Weltfriedenstag war gestern Anlass für weitere Veranstaltungen. Bereits am Vormittag wurde am Mahnmal für die Heimkehrer in der Nuhnenstraße der Toten des Zweiten Weltkrieges gedacht. Über Schritte zum Frieden diskutierten am Spätnachmittag Politiker in der Friedenskirche. Zu einem Friedensgebetan der Friedensglocke hatte Pfarrerin Beatrix Forck am frühen Abend eingeladen. Die Gertraudkirche lud zur gleichen Zeit zu Lesung und Konzert ein. Und in der Friedenskirche stieg das große Friedensfest des Vereins Rodina.

Am Denkmal der Waffenbrüderschaft in Slubice fand eine Gedenkveranstaltung statt.

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