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Emotionsgeladener und spannender Glockenguss

570 Kilogramm schwere Glocke gegossen

Beim Glockenguss gab es aufregende Momente. Der Brennofen brannte durch und musste durch die Feuerwehr gekühlt werden. Doch Glockenbrenner Peter Glasbrenner hatte die Ruhe weg und die heiße Bronze konnte die Form fließen.
Beim Glockenguss gab es aufregende Momente. Der Brennofen brannte durch und musste durch die Feuerwehr gekühlt werden. Doch Glockenbrenner Peter Glasbrenner hatte die Ruhe weg und die heiße Bronze konnte die Form fließen. © Foto: MZV/Kraemer
Juliane Keiner / 05.09.2011, 11:10 Uhr - Aktualisiert 06.09.2011, 13:38
Rottstock (MZV) Dicht an dicht drängten sich die Menschen am Freitagabend auf den Tribünen der Titanenarena in der Brücker Lindenstraße. Alle einte der Wunsch, den Glockenguss für die Kirche in Rottstock mitzuerleben. Hunderte Augenpaare hafteten auf den geschäftigen Händen des Wanderglockengießers Peter Glasbrenner, der trotz unvorhergesehenem Zwischenfall - der Brennofen brannte durch - ruhig und besonnen den Guss zu einem guten Ende führte.

Ein buntes und dennoch angemessenes Familienprogramm hatte im Verlauf des Nachmittags bereits auf das Zeremonie eingestimmt. Dem großen Moment näher kommend, wurde das Programm immer festlicher. Kaum war das Glockenoratorium, aufgeführt von der Kantorei Bad Belzig verstummt, folgte eine Rezitation von Schillers Werk „Die Glocke“ durch Schauspieler Jürgen Zartmann. Der sich anschließende Gottesdienst mit Bischof Martin Dröge musste, der Glockengeburt wegen, jeden verschoben werden. Eile war geboten, als der Brennofen unter der Hitze von fast 600 Kilogramm glühender Bronze geborsten war. Die Brücker Feuerwehr kam zum Einsatz und musste den Ofen mittels Wasserstrahl kühlen.

570 Kilogramm schwere Glocke in Rottstock gegossen
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Neue Glocke in Rottstock gegossen

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Doch davon ließ sich Peter Glasbrenner nicht aus der Ruhe bringen. Besonnen führte er sein Werk fort, entfernte die letzte Holzkohle aus den frisch gemauerten Fließschächten, schwenkte den Ofen über den Fließschacht bis endlich die flüssige Bronze wie glühende Lava in die vorbereitete Form fließen konnte. Konzentriert und emotionsbeladen beobachteten Uta und Detlev Seeliger, die Stifter der Glocke, das Geschehen. Bis zum 23. September muss die neue etwa 570 Kilo schwere Glocke jetzt in ihrem Erdbett ruhen. Erst danach wird sie aus ihrer Form geschlagen und vor Ort von Meister Glasbrenner aufpoliert.

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