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Drogenverbot auf altem Militärareal

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SKLINGBEILN / 29.07.2009, 07:40 Uhr
Kostrzyn A m Freitag eröffnen Brandenburgs Jugendminister Holger Rupprecht und der frühere polnische Präsident Lech Wa l esa in Kostrzyn das dreitägige Musikfestival "Haltestelle Woodstock". Es findet zum 15. Mal statt. Polnische und deutsche Einsatzkräfte arbeiten zur Absicherung Hand in Hand.

Konzertorganisator Jurek Owsiak ist derzeit sehr kurz angebunden. Nach drei Wochen stehen die Aufbauarbeiten für das kostenlose Open-Air-Rockfestival kurz vor dem Abschluss. Während die Gerüstbauer letzte Hand anlegen, eilt der 55-jährige Journalist über das Gelände. "Die ersten Gäste sind schon eingetroffen", sagt er und ist schon wieder verschwunden.

"Deutsche Besucher reisen aus Berlin, anderen Großstädten und Brandenburg an", erklärt Malgorzata Ebert vom Info-Center Haltestelle Woodstock. "Die meisten Fans kommen aber aus Polen. Da rollen ganze Sonderzüge an." 2008 kamen rund 250 000 Musikfans auf das ehemalige Militärgelände an der Oder. In diesem Jahr rechnen die Veranstalter mit einer ähnlich hohen Besucherzahl.

Das Festival sei während der drei tollen Tage "wie eine kleine Stadt". Statt Drogen zu konsumieren oder zu prügeln, soll sich der Großteil der Gäste vor allem an der Musik berauschen. Fast 50 Bands aus aller Welt treten bei dem Musikfest auf. Viele Fans übernachten in Zelten. Außer dem Konsum von Bier ab 18 Jahren - der polnische Getränkelieferant des Festivals hat die Hauptbühne gesponsert - sind Hochprozentiges und Drogen wie Marihuana verboten.

"Wer kifft, fliegt sofort", so Uwe Hädicke von der Kindervereinigung Seelow, dem deutschen Partner der Organisatoren von Haltestelle Woodstock. "Bei so vielen Leuten kann man kaum damit rechnen, dass sich alle an die Regeln halten", sagt Malgorzata Ebert.

Neben rund 1000 extra geschulten jungen Helfern der polnischen "Peace Control" in roten Hemden gebe es daher auch noch "Friedenskontrolleure" in blauen Hemden. Diese Ordnungskräfte seien "laufende Schrankwände", die ebenfalls mit Polizei, Feuerwehr und Sanitätern von beiden Seiten der Oder zusammenarbeiten.

Auch das THW sorgt für Sicherheit. Vier Einsatzkräfte vom Ortsverband Seelow werden mit polnischen Feuerwehrmännern drei Tage lang mit einem Boot Patrouille auf der Warthe fahren. "Wir kontrollieren, ob betrunkene Jugendliche dort baden gehen", sagt THW-Ortsgruppenchef Peter Strohbach. "Aber in den vergangenen Jahren gab es kein einziges Problem. Die polnischen Polizisten und Feuerwehrleute haben das Geschehen super im Griff."

Von deutscher Seite aus seien Beamte aus mehreren Brandenburger Schutzbereichen im Einsatz. Hartmut Lietsch, Koordinator vom Deutsch-Polnischen Zentrum für Polizeizusammenarbeit in Frankfurt (Oder) war gestern in Polen unterwegs, um sich vor Ort zu informieren. Einige Polizisten würden auf dem Festivalgelände Streife gehen. Zwei Polizisten betreuen einen Präventions-Infostand. "Auf unserer Seite wird ganz normaler Dienst gefahren", so Bärbel Cotte-Weiß vom Schutzbereich Märkisch-Oderland. Die Bundespolizei sei "sowieso immer in der Grenzregion unterwegs."

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