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Christoffers will Naturerbe und erneuerbare Energien für die Kyritz-Ruppiner Heide

16.06.2011, 06:13 Uhr - Aktualisiert 16.06.2011, 06:13
() Ostprignitz-Ruppin– Brandenburgs Wirtschaftsminister Ralf Christoffers (Linke) plädiert dafür, die Flächen des ehemaligen Bombodroms in der Kyritz-Ruppiner Heide vernünftig zu splitten, um sowohl die Gewinnung erneuerbarer Energien als auch den Naturschutz zu ermöglichen. Von Markus Kluge

Das sagte Christoffers am Mittwoch bei der Eröffnung des Konversionssommers in Wittstock. Laut Christoffers habe der Haushaltsausschuss des Bundestags, als er vorgeschlagen hat, die komplette Kyritz-Ruppiner Heide als Naturerbe zu erklären, nur nach der finanziell günstigen Lösung gesucht. Das Land Brandenburg möchte aber, dass die vormals militärisch genutzten Flächen für die Gewinnung erneuerbarer Energien verwendet werden. Überrascht sei Christoffers darüber gewesen, dass seine Kollegin, Umweltministerin Anita Tack (Linke), Ende Mai verkündete, dass die Heide nicht Nationales Naturerbe werden soll und die Umweltministerkonferenz das unterstützt (RA berichtete).

„Ich weiß, dass die Region ihre Zustimmung für den Naturerbe-Status gegeben hat“, so Christoffers. Er schlägt daher vor, die Heide-Flächen vernünftig zu splitten. Dadurch könnten einige Areale den Schutzstatus erhalten, ohne dass der begrenzte Naturerbe-Flächenpool dafür ausgeschöpft wird. Andererseits könnte das Land seine Ziele verwirklichen und den Bau von Windkraft- und Solaranlagen auf dem ehemaligen Militärgelände ermöglichen.

Die Pacht der Investoren könnte nach Angaben von Christoffers in einen Fond einzahlt werden, der nur dazu genutzt wird, um Munition aus dem Boden zu beseitigen. Auch hält er es für möglich, damit einige touristische Ziele der Region zu verwirklichen. „So etwas muss letztlich vor Ort entschieden werden“, meint der Minister. Ein gelungenes Beispiel sei der Bau einer Photovoltaikanlage in der Lieberoser Heide, wo es so gehandhabt wird. Hinzu komme, dass wenn Anlagen nach bis zu 25 Jahren ausgedient haben, große Areale ohne Altlasten zur Verfügung stehen.

Laut Christoffers will das Land weiterhin ehemalige Militärflächen zivil nutzen und sie verstärkt für den Ausbau der erneuerbare Energien zur Verfügung stehen. Das stärke die regionalen Wirtschaftskreisläufe, betonte Christoffers. In der aktuellen Förderperiode seien bereits für 41 Projekte 11,7 Millionen Euro Fördermittel bewilligt worden. Der Ausbau erneuerbarer Energien müsse vorangetrieben werden, wenn Klimaschutzziele erreichen werden sollen.

Mit gutem Beispiel wird aktuell in Alt Daber bei Wittstock vorangegangen. Binnen weniger Monate hat dort das Unternehmen Belectric die Genehmigung erhalten, auf dem ehemaligen Flugplatz eines der größten Freiflächen-Photovoltaikkraftwerke zu errichten. Es hat eine Leistung von mindestens 70 Megawatt und kann rund 21 000 Haushalte mit Strom versorgen. Bei einer Laufzeit von 20 Jahren wird es zirka 870 000 Tonnen Kohlendioxid einsparen.

Das Unternehmen zahlt nicht nur Pacht und Gewerbesteuer in der Region. Es plant außerdem für rund 31,3 Millionen Euro ein Kompetenzzentrum für die Stromspeicherung zu entwickeln. Dafür will es Speicherkraftwerke in den alten Hangars aufbauen, in denen Blei-Säure-Akkumulatoren die Sonnenenergie speichern und bei Bedarf in das Stromnetz einspeisen. Christoffers begrüßt solche Ansätze ausdrücklich. Denn Brandenburg sei im Bereich der Gewinnung erneuerbarer Energien federführend. Im Land sind in diesem Bereich bereits rund 12 000 Arbeitsplätze entstanden.

Im Rahmen des Brandenburgischen Konversionssommers, dessen Schirmherr Christoffers ist, werden verschiedene Exkursionen, Ausstellungen oder Workshops angeboten. Alle beschäftigen sich mit der Nachnutzung von Militärflächen.

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