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Tuckernde Legenden in Friedrichsaue

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BKLOPPSTECHN / 02.08.2009, 18:26 Uhr
Manfred Ewald wischt sich den Schweiß von der Stirn. Nach Jahrzehnten hat der Zechiner zum ersten Mal wieder auf dem "Russenbullen" gesessen und dann gleich beim Traktor Pulling. Beim ersten Versuch hätte er die 50 Meter lange Strecke voll durchgezogen. Als sich der Schlitten mit den Gewichten ins Erdreich eingraben wollte und sich die Räder schon leicht durchdrehten, habe er sofort runtergeschaltet, erzählt der 60-Jährige. Beim zweiten Versuch habe es dann nicht mehr geklappt, der Riese habe gestanden und sein Konkurrent, ein Vendt 930, sei vorbei gezogen. Am Ende kam Manfred Ewald mit dem K 700 von Mirko König, der den "Russenbullen", in den vergangenen fünf Wochen wieder "aufgepeppelt" hat und für das Traktor Pulling die Fäden in der Hand hielt, auf Platz 3 in der offenen Klasse.

Ein tolles Erlebnis sei es gewesen, strahlt der Mitarbeiter von der Agrargenossenschaft Zechin. "Ich bin so einen K 700 über 20 Jahre in der einstigen LPG Zechin gefahren. Ein ganz schöner Kraftprotz mit seinen 220 PS, den jeweils vier Gängen in vier Gruppen", erzählt Manfred Ewald. Überhaupt habe er zum ersten Mal etwas von dem Trubel beim Bulldog-Treffen mitbekommen. Sonst habe er als Feuerwehrmann immer zur Parkplatz-Absicherung draußen vor dem Gelände gestanden. Auch vor seinem Start beim Traktor Pulling hätte er noch zwei Stunden "Dienst" bei der Feuerwehr geschoben.

Auch Mirko König ist froh, dass die Premiere vom Traktor Pulling in den drei Klassen (50 und 100 PS und offene Klasse) mit den über 20 Teilnehmern so gut gelaufen ist. Es sei schon ein ganz schöner Organisationsaufwand, bekennt der Traktorenfreak, der mit seinem Vater Frank König bereits sieben Veteranen, vor allem aus dem einstigen Werk Schönebeck, wieder aufbaute. Auf die Frage, ob es beim nächsten Bulldog-Treffen wieder ein Traktor Pulling geben werde, meint er geschafft: "Fragen Sie mich das lieber morgen!" Lacht, und bekennt: "Ja, doch, da bin ich mir sicher."

Ganz sicher, dass es in zwei Jahren wieder ein Bulldog-Treffen geben wird, ist sich auch Frank Schmoranz vom veranstaltenden Verein. "Wir haben die Unkosten rein", so sein erstes Fazit. Die Kartoffel-Ernteschau, bei der das Hacken der Feldfrüchte mit der Hand bis zur Vollerntemaschine aus DDR-Zeiten demonstriert wurde, sei für die Zuschauer eine neue Attraktion gewesen. Im Frühjahr wurden dafür auf dem 2,5 Morgen großen Aktionsfeld eine Tonne Kartoffeln gesteckt. Das Saatgut dafür sei aus Schulzendorf geholt worden, die Fläche habe die Agrargenossenschaft Zechin zur Verfügung gestellt und die Vereinsmitglieder hätten die Kartoffelpflege übernommen, erzählt Frank Schmoranz von den langfristigen Vorbereitungen. Auch zum Treffen selbst haben die Mitglieder des Vereins noch zusätzliche 90 Helfer an ihrer Seite.

Dafür genießen die Besucher das Technik-Erlebnis, so wie Wolfgang Paulisch. Der Beeskower beguckt sich fachmännisch einen einen Geräteträger RS 30 aus den 60er Jahren, den er noch als Lehrling kennenlernte.

Schon zum vierten Mal nach Friedrichsaue kommt auch die Klassiker-Gilde aus Cöthen, deren Mitgliede zwischen 20 und 30 Jahre sind und den unterschiedlichsten Berufen nachgehen. Auch sie lassen ihre Bulldogs zehn Minuten vorglühen und kurbeln sie mit dem Lenkrad an, um dann mit den tuckernden Legenden eine kleine Platzrunde zu drehen.

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