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Bad Saarow erinnert an jüdische Bürger

SLOETSCHN / 03.08.2009, 08:39 Uhr
Bad Saarow In Bad Saarow sollen weitere sogenannte Stolpersteine verlegt werden. Mit der Aktion wird an jüdische Bürger erinnert, die während der Nazi-Herrschaft vertrieben wurden und durch die Verfolgung ums Leben kamen. Christian Pietá berichtete am Sonnabend über weitere Ergebnisse zu Forschungen über jüdisches Leben in Bad Saarow.

Christian Pietá bekennt: "Es ist eine Sisyphus-Arbeit." Monatelang hatten er und weitere Mitglieder einer kleinen Gruppe in Archiven geforscht, im Internet recherchiert und Kontakte aufgenommen, um ein Kapitel Bad Saarower Geschichte wieder lebendig werden zu lassen, das fast in Vergessenheit geraten war. Dass das Erforschen "jüdischer Spuren in Bad Saarow", wie auch der Name der Initiative heißt, sich so schwierig gestaltet, ist angesichts der bisher bekannten Ergebnisse fast nicht zu verstehen. Denn Christian Pietá berichtete am Samstagabend, dass inzwischen 217 Namen jüdischer Bürger bekannt seien, die mit Bad Saarow in Verbindung stehen. Die Zahl sei noch nach oben hin offen. "Und das bei einer Gesamteinwohnerzahl von 2449", so Pietá. Ein Großteil waren Berliner, die in Saarow ein Grundstück besaßen. Christian Pietá machte aber auch klar: "Wir können nicht entscheiden, wie eng eine Beziehung zu Bad Saarow war." So ist es auch zu erklären, dass es in der Kurgemeinde in dem Sinn kein jüdisches Leben gab, zum Beispiel eine Synagoge oder ein koscheres Lebensmittelgeschäft. Danach hatte eine Besucherin am Samstagabend gefragt.

Als gesichert gilt bisher, dass von diesen 217 jüdischen Bürgern 47 in direkter Folge des Nazi-Terrors ums Leben kamen. An einige dieser Opfer wurde schon im vergangenen Jahr mit der Verlegung von Stolpersteinen erinnert. Die Steine mit einer Messingplatte, auf der Name, Geburtsdatum sowie Ort und Datum des Todes eingraviert sind, wird vor der letzten bekannten Wohnadresse in den Gehweg eingelassen. Die Idee dazu stammt von dem Künstler Gunter Demnig. Nachdem im vergangenen Jahr im Karl-Marx-Damm und im Zentrum Steine verlegt wurden, sollen diesmal vor der Seestraße 5 an Blanca und Paul Briske, in der Kirchstraße 4 an Josefine Herrnsstadt, vor der Silberberger Straße 7 an Vilma und Moritz Hirschler sowie vor der Seestraße 15 an Bennos und Dorothea Marcus erinnert werden. Die Verlegung findet am 13. November, um 14 Uhr, statt.

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