Das Nachrichtenportal für Brandenburg
Startseite Märkische Onlinezeitung - MOZ.de

Trauergesänge hallen durch den Wald

Bundeskanzlerin Angela Merkel (M) geht am Samstag (10.09.2011) auf dem Waldfriedhof in Templin gemeinsam mit der Trauergemeinde hinter dem Sarg ihres Vaters Horst Kasner. Er ist am 02.09.2011 im Alter von 85 Jahren verstorben. Foto: Jens Kalaene dpa/lbn
Bundeskanzlerin Angela Merkel (M) geht am Samstag (10.09.2011) auf dem Waldfriedhof in Templin gemeinsam mit der Trauergemeinde hinter dem Sarg ihres Vaters Horst Kasner. Er ist am 02.09.2011 im Alter von 85 Jahren verstorben. Foto: Jens Kalaene dpa/lbn © Foto: dpa
dpa / 11.09.2011, 19:31 Uhr - Aktualisiert 12.09.2011, 07:39
Templin (dapd) Etwa hundert Menschen haben in der Maria-Magdalenen-Kirche in Templin (Uckermark) Platz genommen, um Horst Kasner zu gedenken. Der evangelische Theologe und Vater von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) war vergangene Woche im Alter von 85 Jahren gestorben. Viele Trauergäste haben eine weiße Rose in der Hand. Die Kanzlerin selbst sitzt gemeinsam mit ihrer Familie in der ersten Reihe. Sie singen „Was Gott tut, das ist wohlgetan. Es bleibt gerecht sein Wille.“ Dann erinnert Marcus Kasner an das bewegte Leben seines Vaters.

Kasner war 1926 in Berlin geboren worden. 1943 wurde er als Luftwaffenhelfer eingezogen. Das Kriegsende erlebte er in Dänemark. Ein „persönliches Erlebnis“, das ihn den Krieg überleben ließ, habe zu der Entscheidung geführt, sein Leben in den Dienst Gottes zu stellen, erinnert Pfarrer Peter Freybe in seiner Predigt. Freybe, ein Schüler Kasners, beschreibt den Theologen als einen „starken Mann, der sehr wohl von seinen Schwächen wusste“. Der Verstorbene habe viel gearbeitet, viel erreicht. „Er lebte eine große Freiheit und Unabhängigkeit. Und diese Freiheit eines Christen war für ihn immer verpflichtender Dienst an den Menschen“, sagt Freybe.

Für das Theologiestudium zog Kasner nach Heidelberg, dann nach Hamburg. Anfang der 1950er Jahre ging er mit seiner Frau Herlind und der gerade geborenen Tochter Angela in die DDR und bekam seine erste Pfarrstelle in der Berlin-Brandenburgischen Landeskirche – eine bewusste Entscheidung. Zunächst arbeitete Kasner in Quitzow bei Perleberg. Drei Jahre später zog die Familie nach Waldhof bei Templin. Dort war Kasner kurze Zeit Pfarrer und schließlich bis zu seiner Pensionierung Leiter des Pastorial-Kollegs der Landeskirche. Schon zu DDR-Zeiten besuchte er regelmäßig die ehemalige Gutskapelle in Alt Placht. Das von uralten Linden umgebene Fachwerk-Gotteshaus fiel langsam in sich zusammen. Dann kam die Wende. Kasner und einige Mitstreiter gründeten einen Förderverein und engagierten sich für die Restaurierung der kleinen Kirche.

Bis zu seinem Tod ging Horst Kasner fast täglich zu dem „Kirchlein im Grünen“ und zündete eine Kerze an. „Es war ein heiliger Ort für ihn“, sagt Freybe. „Inmitten dieser Schöpfung Gottes konnte er sich neu finden.“ Mit leichtem Schritt sei er durch den Wald gegangen, sagt der Pfarrer. Als die Trauerfeier vorbei ist und Horst Kasner auf dem Waldfriedhof in Templin im engsten Familienkreis beigesetzt wurde, kehrt die Kanzlerin noch einmal zurück an jenen stillen Ort im Wald. Die Umgebung ist strikt von der Polizei abgeriegelt. Trauergesänge hallen durch den Wald. Die Kanzlerin nimmt Abschied von ihrem Vater.

Schlagwörter

Leserforum

Um einen Kommentar zu schreiben, melden Sie sich bitte oben rechts an. Falls Sie noch keinen Login haben, registrieren Sie sich bitte.

Alle Leserkommentare geben ausschließlich die persönlichen Ansichten und Meinungen des Autors wieder und sind keine redaktionelle Meinungsäußerung. Für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Inhalte übernimmt die Redaktion keinerlei Gewähr.
Bommel 12.09.2011 - 12:59:16

Man kann es auch übertreiben...

..mit der ewigen Nörgelei über ausgegebene Steuergelder. Kanzler/ Kanzlerin hat ebenso wie der Bundespräsident Priorität1, heißt höchste Sicherheitsstufe. Da kann ein Frau Merkel mal gar nichts dafür, es ist einfach so. Dies war zu Zeiten eines Adenauer so, daß ist heute so und wird auch so bleiben, wenn eines Tages ein abgehalterter Grüner Kanzler sein sollte.

ein angep... Steuerzahler 11.09.2011 - 23:13:26

Bin gespannt wer den Sicherheitsaufwand bezahlt

Mein Beileid Frau Merkel. So traurig dieser Tot ist, ich bin gespannt wer den Sicherheitsaufwand für Frau Kanzlerin bezahlt. Es wird warscheinlich wieder der Steuerzahler sei, der dafür wieder tiefer in die Tasche greifen muss.

Ihr Kommentar zum Thema

Kommentartitel
Name
(öffentlich sichtbar)
Email
(wird nicht veröffentlicht)
(Ihr Name wird auch in der Zeitung veröffentlicht. Die Adresse wird nicht veröffentlicht.)
© 2018 MOZ.de Märkisches Medienhaus GmbH & Co. KG