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Stadtverordnete entscheiden sich für Thema aus der jüngeren Geschichte Bernaus– und gegen die Hussiten

Ein Hochzeitsbrunnen auf dem Marktplatz

Sabine Rakitin / 19.09.2011, 18:06 Uhr
Bernau (MOZ) Einen Partnerschaft- und Hochzeitsbrunnen soll der Bernauer Markplatz bekommen. Das entschieden jetzt die Stadtverordneten mehrheitlich. Sie konnten unter fünf Gestaltungsvarianten für den Brunnen wählen.

Die Idee, einen Brunnen auf dem Marktplatz zu platzieren, ist nicht neu. Vor drei Jahren wurde bereits ein Wettbewerb dazu ausgelobt. Damals gingen 23 Bewerbungen in der Stadtverwaltung ein. Doch es dauerte bis zum Februar dieses Jahres, bis der Brunnen erneut Thema der Stadtverordneten wurde. Sie beauftragten die Verwaltung, ihnen bis Mitte Mai Varianten für ein Thema der Brunnengestaltung vorzuschlagen.

Mit viermonatiger Verspätung war es dann in der jüngsten Stadtverordnetenversammlung soweit. Das Stadtplanungsamt legte vier Varianten zur Diskussion vor: einen Partnerschafts- und Hochzeitsbrunnen, einen Brunnen der Toleranz und Weltoffenheit, einen Brunnen des Neuen/Modernen Menschen und einen Brunnen der Generationen. Um eine fünfte Idee ergänzten die Unabhängigen die Vorschlagsliste. Sie empfahlen, den Brunnen zum Thema Hussiten zu gestalten.

„Wir können nicht auf allen Hochzeiten tanzen“, begründete Fraktionschef Péter Vida den zusätzlichen Vorschlag. Um sich touristisch von anderen Orten zu unterschieden, sei es für eine Kleinstadt wie Bernau wichtig, Alleinstellungsmerkmale zu betonen und weiterzuentwickeln. „Deshalb ist es naheliegend, das inden letzten Jahren intensiv und mit Herz gelebte Image der Hussitenstadt zu pflegen“, argumentierte er. Zumal ein zu diesem Thema gestalteter Brunnen sich in das Umfeld von Rathaus und Stadtsäule einfügen würde.

Auch Othmar Nickel (CDU) plädierte dafür, „an die Hussiten zu denken“. Doch Bürgermeister Hubert Handke (CDU)bemerkte: „Die Hussiten sind nur eine ganz kurze Episode in der Stadtgeschichte“.

Er hatte längst seinen Favoriten ausgemacht: den Partnerschafts- und Hochzeitsbrunnen, der die Entwicklung Bernaus nach der Wende darstellen soll. „Die Stadt hat sich mit dem Umland ‚verheiratet‘. Dieser Prozess war eine große, menschliche, organisatorische und politische Leistung aller Akteure, die es rechtfertigt, zum Thema eines Brunnens gemacht zu werden“, heißt es in der Begründung des Rathauses zu dieser Gestaltungsvariante. Ein Brunnen dieses Themas würde ein Zeichen des Zusammengehörigkeitsgefühls aller Bernauer an zentraler Stelle setzen, die Identität fördern und darüber hinaus zum Symbol für das Partnerschaftsthema insgesamt werden. „Auch die Partnerschaften, die Bernau mit anderen Städten in Frankreich, Polen und dem Rheinland geschlossen hat, könnten an dieser Stelle zur Geltung kommen.“

Unter den Stadtverordneten herrschte Unentschlossenheit. Im Kulturausschuss konnte sich niemand für eine Variante durchringen. Die Mitglieder enthielten sich der Stimme. Im Stadtentwicklungsausschuss hingegen stimmten alle für die Variante, die auch Bürgermeister Handke favorisiert.

In der Stadtverordnetenversammlung wiederum wollte esVize-Vorsitzender Klaus Geißler (Freie Fraktion) ganz genau wissen. Schriftlich sollten die Volksvertreter bekunden, für welche Variante sie plädieren. In der Abstimmungsrunde votierten elf für den Partnerschafts- und Hochzeitsbrunnen sowie sechs für den Hussitenbrunnen. Die anderen Brunnen-Themen fanden kaum Befürworter.

Die Stadtverwaltung überlegt noch, ob sie nun erneut einen Wettbewerb ausschreibt.

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