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Frankfurter informierten sich über grenzüberschreitenden Nahverkehr in der Schweiz

Jörg Kotterba / 24.09.2011, 07:08 Uhr - Aktualisiert 24.09.2011, 13:16
Frankfurt (MOZ) Mit jeder Menge Erfahrungen kehrte eine kleine Delegation aus Frankfurt und Slubice aus Basel zurück. Ihr Thema dort: der grenzüberschreitende öffentliche Personennahverkehr.

In der Schweiz heißen alle Straßenbahnen Drämmli – Tram. Allein im 170 000 Einwohner zählenden Basel führt das weit verzweigte Transportsystem mit 384 Haltestellen den Nutzer von Drämmli und Bus rasch und bequem an jeden beliebigen Ort. Im 7,6-Minuten-Takt. Sogar über die Grenze bis nach Weil am Rhein in Deutschland und St. Louis in Frankreich. Nur zwischen den Rheinbrücken verkehren – wie vor 150 Jahren – die Fähren von einem Ufer des Rheins zum anderen.

Wie händeln die Baseler den öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) grenzüberschreitend? Darüber informierten sich in dieser Woche Beigeordneter Markus Derling, Michael Ebermann als Chef der Stadtverkehrsgesellschaft und Slubices Bürgermeister Tomasz Ciszewicz, „denn es macht nur Sinn, auf beiden Seiten der Oder über eine gemeinsame Bus- oder Straßenbahnlinie zu diskutieren, wenn beide Seiten auch den gleichen Kenntnisstand haben“, meinte Derling am Freitag. Er bezeichnete die Fahrt an den Rhein als eine „hochinteressante Exkursion.“ Basel sei grenzüberschreitend „einen bedeutenden Schritt weiter als wir“. Die Baseler Verkehrs-Betriebe werden bis 2013 ihre Straßenbahnlinie 8 bis Weil am Rhein verlängern. Die zwei Kilometer lange Neubaustrecke kostet, einschließlich des Neubaus zweier Brücken, etwa ?90 Millionen Euro. Derling: „Die Schweizer nehmen viel Geld in die Hand. Neben EU-Geldern unterstützen auch beide Landesregierungen dieses Projekt.“ Beim grenzüberschreitenden ÖNPV an der Oder könne das nicht anders sein.

Michael Ebermann fiel in Basel das überdurchschnittlich hohe Beförderungsangebot auf. ?50 Prozent der Baseler würden den öffentlichen Nahverkehr nutzen. In Frankfurt sind es weniger als 30 Prozent, der Deutschland-Trend liegt um 25. Zu haben sei in Basel ein trinationales ?Ticket zu Sondertarifen für Fahrten auch nach Weil am Rhein und St. Louis. „Ähnlich wie in unserem Verkehrsverbund Berlin-Brandenburg. Später könnte Slubice hinzustoßen.“

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dignitas 29.09.2011 - 14:41:58

Ich fahr Taxi und Fahrrad wenn ich nach Polen will

am besten bleibt es wie es ist, weil dann keiner noch mehr Miese(SCHULDEN) macht. Alles andere wäre doch nur ein politisch gewolltes Fiasko/Farce. Die keiner Seite der deutsch -polnischen Grenze hilft. Im Gegenteil, wenn sich die auch hoch verschuldete ehemals deutsche Stadt (Dammvorstadt von FFO) sich von den Deutschen dazu hinreissen lässt sich an den Deutschen zu verkaufen, dann ist der Pole auch nicht mehr das was er mal war. Wie immer.

ProBus 29.09.2011 - 11:40:13

83% haben NEIN gesagt

Bei der Bürgerbefragung zur grenzüberschreitenden Straßenbahn haben 83% der abgegebenen Stimmen gegen das Projekt gestimmt! Das ist gut so. Auch die Slubicer werden hoffentlich dagegen stimmen, zumal ihre Stadt überschuldet ist und durch eine Sparkommission regiert wird.

Paestum Springer 27.09.2011 - 23:53:38

Schon mal mitbekommen

das die glorreiche EU uns in eine Krise stolpern lassen hat. Wenn die jetzt noch einen Cent ausgeben würden, weiss ich vollends, dass wir von Wahnsinningen regiert werden. Jetzt wird hoffentlich jeder Cent benötigt die Griechen rauszuhauen, damit die so weiter machen können wie bisher. Also vergesst mal die Bahn, seit nicht so unsolidarisch und spendet das Geld lieber den Rentnern in Griechenland.

ProTram 27.09.2011 - 22:57:36

ProTram

1. Der Bus ist teurer als eine Tram. Die Wirtschaftlichkeitsstudie hat gezeigt: Die Tram würde einen Gewinn einfahren. Der Bus kostet laut Angaben der Stadtverwaltung hingegen bis zu 100.000 Euro im Jahr. 2. Nur eine Tram wird von der EU gefördert, ein Bus nicht. Für den Bau der Tramlinie ist eine Förderung von bis zu 85% durch die EU möglich. Für den Bus gibt es keinen Cent, da nur neue Infrastruktur bezahlt wird, aber nicht ein reiner Betrieb. 3. Nur, wenn wir den Förderantrag bei der EU jetzt stellen, ist die volle Förderung möglich. Die beiden Stadtverwaltungen müssen so schnell wie möglich den Förderantrag direkt bei der EU-Kommission einreichen. Sonst ist nicht gewährleistet, dass wir die 85% Förderung auch wirklich erhalten. Diese Förderhöhe ist uns bis 2013 sicher, danach beginnt eine neue Förderperiode, in der Brandenburg voraussichtlich weniger Fördermittel bekommen wird. Daher müssen alle Vorbereitungen jetzt in Angriff genommen werden. 4. Ja zum Übergangsbus erst, wenn die Tram beschlossen wurde. Nichts ist so dauerhaft wie ein Provisorium. Wenn man sich auf dem Bus ausruht und die Vorbereitungen für die Tram vernachlässigt, sinken die Chancen für die volle Förderung. 5. Je länger ein Übergangsbus fährt, desto teurer für beide Städte. Ein schnellerer Bau der Tram nach Słubice spart bares Geld für beide Städte, da für jedes Jahr, um das sich die Tram verzögert, ein Defizit von bis zu 100.000 Euro durch den Bus entsteht. 6. Das gesamte Nahverkehrsnetz wird durch die Tram nach Słubice effizienter. Da die Tram wirtschaftlicher als der Bus ist, sinken auch die Gesamtkosten für den öffentlichen Nahverkehr. Dadurch müssen auch weniger Steuergelder für den Nahverkehr eingesetzt werden. Das heißt: Die Stadt hat am Ende mehr Geld übrig, um in andere Bereiche zu investieren, z. B. in Kultur, Bildung, Sanierung oder um Schulden abzubauen. 7. Die EU finanziert einen Teil der Straßensanierung beim Gleisbau. Beim Bus müsste Słubice die Straßensanierung entlang der Route jedoch komplett selbst bezahlen. Von modernisierten Straßen in Słubice profitieren nicht nur Słubicer/-innen, sondern auch die vielen Frankfurter/-innen, die regelmäßig nach Słubice fahren. 8. Die Tram hat Zukunft. Viele europäische Städte entdecken und entwickeln ihre Straßenbahn neu. Sie ist als Verkehrsmittel langfristig sicher. Das ist vor allem für die Słubicer/-innen wichtig, weil sie im Moment noch gar kein Nahverkehrsnetz haben. 9. Die Tram ist ein positives Signal an Wirtschaft und Tourismus. In den Nachrichten aus ganz Deutschland und Polen wurde bereits jetzt positiv über das Tramprojekt berichtet. Alle erwarten, dass beide Städte endlich die Chance ergreifen. 10. Frankfurt und Słubice dürfen nicht auf 180.000 Euro für die Studie sitzenbleiben. Die Kosten der Studie bekommen beide Städte zurück, wenn sie den Förderantrag für die Tram stellen. Diese sind nämlich als Planungskosten abrechenbar. Wird kein Antrag für die Tram gestellt, haben beide Städte viel Geld verloren. 11. Weniger Lärm, Luftverschmutzung und Stau in Słubice und Frankfurt (Oder) Die Straßenbahn ist das umweltfreundlichste Verkehrsmittel. Mehr ÖPNV bedeutet weniger Autos auf den Straßen und damit weniger Lärm, Staus und Luftverschmutzung. Die Straßenbahn sorgt für weniger Luftschadstoffe in unseren Städten als ein Bus. …und zu guter letzt eine wichtige Ergänzung zu unseren Fragen & Antworten aus aktuellem Anlass: Warum sollten die Fördermittel für die Tram noch in dieser Förderperiode beantragt werden? In der laufenden Förderperiode bis 2013 garantiert die EU eine 85%-ige Kostenübernahme der Infrastruktur-Investitionen. Aufgrund des langen Zögerns der Städte Frankfurt (Oder) und Słubice sind die Fördermittelfonds inzwischen überzeichnet. Trotzdem sollte der Antrag schnellstmöglich bei der EU-Kommission eingereicht werden. Immer wieder werden bereits beantragte Investitionen aus verschiedensten Gründen nicht realisiert. In einem solchen Fall kann das Tram-Projekt nachrücken, da es den Förderzielen in besonderer Weise entspricht. Außerdem sind Umschichtungen zwischen den verschiedenen Fördertöpfen möglich. Die Förderquote von 85% ist dann garantiert. Die Quoten für die neue Förderperiode ab 2014 werden gerade verhandelt und eine Verringerung kann nicht ausgeschlossen werden. Das Tramprojekt sollte also nicht auf die nächste Förderperiode verschoben werden, da eine Umsetzung dann weniger wahrscheinlich wird.

karl eduard meyer 26.09.2011 - 18:27:06

Augen zu und durch

Kann mir nicht helfen, aber unser Herr Ebermann und Derling müssen es nicht nur mit den Augen, sondern auch mit den Ohren haben. Angesichts der Finanzsituation von Ffo. haben die Bürger dieser Stadt sich wohl doch eindeutig und unmißverständlich geäußert. Wer also hat sie legitimiert eine solche Vergnügungsreise auf Kosten der Bürger zu unternehmen? Beide sollten die "Känguru-Partei" gründen; mit leerem Beutel große Sprünge machen und realitätsferne Entscheidungen treffen. Vielleicht macht ihnen aber auch bei den nächsten Wahlen die Piraten-Partei den Garaus. Wäre jedenfalls wünschenswert.

Reisender 26.09.2011 - 09:36:59

Reisen bildet!

Es waren ja vor vielen auch Vertreter der Stadt beim World Rade Center. Was dabei herausgekommen ist, können wir täglich sehen. Klein aber fein. Vielleicht gelingt eine ähnliche Variante bei der Tram.

Isabell 25.09.2011 - 20:11:56

Gute Reise

Es ist gut, dass die Verwaltungsspitze außerhalb von FFO war. Nicht gut ist, dass sie so schnell zurückgekommen ist.

Kai Nemegk 25.09.2011 - 16:34:12

Größenwahnsinnige

Ebermann und Derling sollten umgehend ihrer Posten entbunden-ohne jegliche Abfindungen und geldgeschenke wie für Schürg-werden. Wie kann man Basel als Maßstab für Frankfurt/Oder ansetzen. Die Finanzkraft von Basel und Frankfurt sind nicht im geringsten vergleichbar. Hoffentlich haben sie sich auch über den Winterdienst,Sportstätten,Schulen,Kitas,Kultureinrichtungen,Arbeitslosigkeit,Armutsrisiken u.s.w. informiert.Können wir noch mehr "lernen" und höhere Standards fordern.Aber man wollte sich bestimmt einseitig "weiterbilden". Ansonsten kann ich beide nur als Spinner und Egoisten sehen, welche einseitige Argumente sammeln und den polnischen"Partner" mit Ausflügen(nebst Rahmenprogramm?) umgarnen.

Fran 25.09.2011 - 13:31:14

Haha

das coolste ist das mit der Globalisierung auf Kommunalebene. Was es gekostet hat weiss ich auch nicht. Was ist eigentlich mit Wikileaks los? da kommt auch nichts mehr. Was ich aber weiss ist, daß diese Lustreise vom Steuerzahler gestemmt wird. Fehlt halt etwas Geld für Streusand und Salz für den Winterdienst. Könnte fast wetten, das wir die Kosten dieser Reise auch für die Polen übernommen haben. Ausserdem was soll das? Das Volk von Frankfurt(Oder) hat doch wohl festgestellt, dass wir diese Verbindung nicht wollen.

Almöhi 25.09.2011 - 11:59:09

@Küster

Gut gemeinter Sparwille in allen Ehren, doch muss es heute im Zeitalter der Globalisierung Kommunalpolitikern erlaubt sein , über den Tellerrand hinaus zu schauen, was bedeutet, sich auch mal vor Ort zu informieren. Ansonsten befindet sich Basel in der Rheinebene und die Berge , zumindest die Großen, sind noch ein Stück entfernt. In der Nähe von Basel liegen eher der Schwarzwald und das Schweizer Jura! Sollten sich übrigens Osteuropäer in Größenordnungen in Frankfurt ansiedeln wollen, ist nicht unbedingt damit zu rechnen, dass sie per Straßenbahn einreisen!

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