Das Nachrichtenportal für Brandenburg
Startseite Märkische Onlinezeitung - MOZ.de

Abriss des Bahnhofstunnels beginnt / Eisenbahnverkehr ungestört

Abriss des Bahnhofstunnels beginnt

Jörg Kotterba / 30.09.2011, 07:59 Uhr
Frankfurt (MOZ) Großbaustelle Bahnhofstunnel: Seit gesternist das 120 Jahre alte Überführungsbauwerk der Deutschen Bahn gesperrt. Knapp 30 Bauarbeiter bereiten den kompletten Abriss und Neubau vor.

Das einzige Licht, das gestern im Bahnhofstunnel brannte, war das grell aufblinkende Gelb der Ampel im schwarzen Loch. Doch da geht jetzt nichts mehr. Nur Fußgänger dürfen die östliche Tunnelseite nutzen. Für sie wird zwischen den Gleiskörpern der Straßenbahn eine Notgehbahn eingerichtet. Zwischen den Schienen rattern ein paar Baufahrzeuge.

Wichtigster Mann vor Ort ist Uwe Brettin. Der 53-Jährige ist Leiter des Baubüros der DB Mobility Logistics AG und berichtete, dass mit der Herstellung von Baugruben und der Verlegung der Medien – von Trinkwasser- bis Elektroleitungen – begonnen wurde. „Wir bauen unter vollem Rad“, formulierte er stolz. Womit die Arbeit bei unveränderter Nutzung der Schienennetze gemeint ist. „Es wird Ausnahmen geben, auch Totalsperren des Eisenbahnverkehrs mit Schienenersatzverkehr“, kündigte Brettin für 2012 aber an.

Die Bahn investiert 50 Millionen Euro in das Bauprojekt „Bundesschienenwegeausbauvorhaben Ausbaustrecke Berlin–Frankfurt (Oder)–Grenze Deutschland/Polen“. In dieser Summe stecken neben dem Großprojekt Bahnhofstunnel u.a. der Neubau von Lärmschutzwänden Am Wasserturm und nahe Güldendorf mit einer kompletten Sanierung des Bahndamms. Erneuert werden die Eisenbahnüberführungen Dresdener und Güldendorfer Straße sowie das Kreuzungsbauwerk Reppen.

Das 120 Jahre alte Überführungsbauwerk, wie der Bahnhofstunnel offiziell heißt, wird nach Auskunft von Bauleiter Freimut Molkenthin „ein lichtes schönes Bauwerk, auf das Frankfurt stolz sein wird.“ Mit diesem Blick aufs Jahr 2014 hofft Molkenthin, bei den Bürgern der Stadt auf Verständnis zu stoßen. Man spreche hier von einer Großbaustelle mit Tief- und Oberbau-Leistungen sowie der Neuverlegung von Telekommunikations-, Oberleitungs- und Starkstromanlagen über den neuen Gleisen.

Sperrungen:

Die Bahnhofstraße ist seit gestern voll gesperrt. Die Straße ist ab Spiekerstraße nur für Bus und Taxen befahrbar, die durch die Haltestelle der Straßenbahn zum Bahnhof gelangen. Für den Individualverkehr wird eine Umleitung über die Heilbronner Straße – Zehmeplatz – Gubener Straße – Ferdinandstraße zum Bahnhof ausgeschildert. In Richtung Zentrum wird der Verkehr ebenfalls durch die Haltestelle geführt.

Schlagwörter

Leserforum

Um einen Kommentar zu schreiben, melden Sie sich bitte oben rechts an. Falls Sie noch keinen Login haben, registrieren Sie sich bitte.

Alle Leserkommentare geben ausschließlich die persönlichen Ansichten und Meinungen des Autors wieder und sind keine redaktionelle Meinungsäußerung. Für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Inhalte übernimmt die Redaktion keinerlei Gewähr.
Eisenbahner 03.10.2011 - 20:11:37

Beschwerde an . . .

Beschwert euch doch bei den Genossen der Deutschen Reichsbahn, die seit 1945 nichts an diesem Tunnel gemacht haben. In der DDR war der Tunnel zum Aufhängen von Losungen noch gut zu verwenden. Und nun 20 Jahre nach der Wende beginnt die Bundesbahn mit der Sanierung. Das ist doch was! Also die Kritik immer an die richtige Adresse. Ach das wäre ja die eigene. Denn mit 99,99% wurden ja die Volksvertreter gewählt.

Schüler 01.10.2011 - 20:35:59

Streckensperrung ab 2012

Juhuuu, und ab 2012 wie bereits im Artikel erwähnt, wird auch noch ein SEV eingerichtet. Die Züge von und nach Magdeburg / Brandenburg werden mit 100%iger Sicherheit in Rosengarten enden und beginnen. Ich freu mich jetzt schon. man darf Gespannt sein, wie sich das weiter entwickelt, vlt. kann man jetzt offiziell ein Buch schreiben. "Die Pendler und der RE1"

XYZ 01.10.2011 - 06:43:16

hurra

120 Jahre ! springt ja richtig ins Auge mein erster Gedanke: wat, so lange wollnse bauen ? Naja, wir wollen mal zur Abwechslung Optimisten sein. Frage an die Eisenbahnhistoriker: Wie klange hat der Bau denn damals vor 120 Jahren gedauert ?

Ihr Kommentar zum Thema

Kommentartitel
Name
(öffentlich sichtbar)
Email
(wird nicht veröffentlicht)
(Ihr Name wird auch in der Zeitung veröffentlicht. Die Adresse wird nicht veröffentlicht.)
© 2018 MOZ.de Märkisches Medienhaus GmbH & Co. KG