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Immer mehr ältere Menschen leiden unter Pollenallergie

27.02.2008, 06:13 Uhr - Aktualisiert 27.02.2008, 06:13
() Weil Gräser, Sträucher und Bäume immer früher blühen, müssen Allergiker immer länger unter ihren Symptomen leiden. Auch ältere Menschen leiden zunehmend.

Viele Menschen leiden schon vor Beginn des Frühjahrs an Heuschnupfen. Die Temperaturen sind mancherorts schon früh im Jahr frühlingshaft, so dass manche Bäume wie Birken und Erlen bereits blühen. Da die Blühperiode nicht kurz und heftig ist, sondern mehrere Wochen dauert, müssen Pollenallergiker länger leiden.

Mit verantwortlich für die zunehmende Zahl allergischer Menschen sind auch Umweltveränderungen. In den letzten Jahren wurde deutlich, dass Pollen immer „aggressiver“ werden und leichter als früher Allergien verursachen. Die Ursache liegt darin, dass die Pollen bei ihrer Reise auf den Kontakt mit Luftschadstoffen mit der Produktion von Substanzen reagieren, die die Entstehung einer Allergie erleichtern. Dies ist vielleicht der Grund, dass auch immer mehr Menschen jenseits des 50. Lebensjahres eine Pollenallergie entwickeln.

Da auch in der Pflanzenwelt „Familien“ mit gleichen oder ähnlichen und nicht nur in den Pollen vorhandenen Allergie auslösenden Bestandteilen existieren, vertragen Pollenallergiker auch manche Obst- oder Gemüsesorten nicht. Bekanntes Beispiel sind Patienten mit einer Birkenpollen-Allergie, bei denen der „Heuschnupfen“ nicht nur durch die Pollen, sondern auch durch Äpfel ausgelöst werden kann.

Bei den meisten Patienten lässt sich allein anhand eines „Blühkalenders“, heute besser noch durch die Meldungen des Pollenwarndienstes, die ursächliche Pflanze feststellen. Noch genauer geht das mit einem Hauttest, bei der geringe Mengen einer pollenhaltigen Lösung mit einer Nadel oberflächlich in die Haut gebracht werden („Pricktestung“). Falls diese Testung nicht möglich ist, können Allergien auch durch eine Blutuntersuchung festgestellt werden, nicht jedoch mittels Elektroakupunktur, Kinesiologie oder ähnlichen Methoden.

Nur wenige Pollenallergiker können ihren Urlaub zum genau richtigen Zeitraum an einem pollenfreien Ort verbringen. Die Mehrzahl der Patienten kommt aber mit der Hilfe so genannter „Antihistaminica“-Medikamente, die die allergische Reaktion unterdrücken können – ganz gut zurecht. Auch gibt es Nasensprays und Augentropfen, die bei regelmäßiger Anwendung mehrmals am Tag die allergische Reaktion verhindern können.

Grundsätzlich empfehlenswert ist es, nachts die Fenster geschlossen zu halten und bei massiveren Beschwerden ein Raumklimagerät zu verwenden. Falls prophylaktische Maßnahmen und Medikamente nicht ausreichend gut wirken, kann auch eine Hyposensibilisierungsbehandlung erwogen werden. Heutzutage muss dies aber nicht unbedingt in Form regelmäßiger Injektionen („Impfungen“) erfolgen: In manchen Fällen funktioniert diese Verminderung der allergischen Reaktion auch mit einer Lösung oder mit Tabletten („Grastablette“).

Diese Hyposensibilisierung kann verhindern, dass sich aus dem Heuschnupfen ein allergisches Asthma entwickelt. Deshalb ist es wichtig, frühzeitig die Ursache der Allergie festzustellen, den Patienten regelmäßig zu untersuchen.

Von Prof. Dr.Friedrich Bahmer

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