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Heimatverein lud zum Herbstfest an die Seelower Höhen ein / Die Besucher kamen zahlreich

Heimatverein lud zum Herbstfest

Mandy Timm / 17.10.2011, 07:56 Uhr
Seelow (MOZ) Während sich das Schweizerhaus-Gelände normalerweise verwunschen und still an die Seelower Höhen schmiegt, herrschte am Sonnabend jede Menge Trubel – beim jährlichen Herbstfest, das die Mitglieder des Heimatvereins erneut organisiert hatten.

Während eine ältere Dame, die ihren Namen lieber nicht in der Zeitung lesen möchte, gern auf das Schweizerhaus-Areal kommt, weil es sie an ihre Jugend erinnert, kamen andere, weil sie hier früher arbeiteten. Burkhard Noack aus Manschnow zum Beispiel. Ihm wurde auf dem früheren Landwirtschafts-Gut das Rüstzeug für seinen Beruf mitgegeben. Gärtner hat Noack hier gelernt, sein Leben lang war er in dem Job tätig. Der Manschnower hatte es eilig beim Herbstfest. Er mischte sich schnell noch unter die Besucher, die bei der Führung dabei sein wollten. Jahrzehntelang war Noack nicht mehr auf dem Schweizerhaus-Gelände. Sein Interesse war deshalb besonders groß.

Eine Stunde etwa dauere die Tour, sagte Heike Gerhard, die über das Areal führte. Sie ist Mitglied des Heimatvereins, der sich um die Wiederbelebung des Areals kümmert. Bei Anlässen wie dem Herbstfest wird auch für dieses Vorhaben geworben. Dass erneut so viele Leute der Einladung folgten, freute die Seelower Sparkassenchefin besonders.

Eine, die bei fast jeder Veranstaltung dabei ist, heißt Erika Koblitz. Die 67-Jährige verbindet eine ganz besondere Geschichte mit dem Areal. So wie Burkhard Noack hat die Seelowerin in der Gärtnerei gelernt. Von 1959 an war sie beim VEG Wollup, Betriebsteil Seelow, beschäftigt. Erika Koblitz blieb bis zum Schluss, 1992 war das. Sie und ihr Mann arbeiteten aber nicht nur hier. Sie lebten auch auf dem Gelände. Das untere Geschoss des sogenannten Goethe-Gartenhauses bewohnte die Familie einst. Ruhig und idyllisch sei es gewesen, erzählte Erika Koblitz. Unzählige Begebenheiten fallen ihr auf Anhieb ein. Wie ihr Mann Gerd-Peter im Winter das Gewächshaus heizte, wenn der Heizer nicht rechtzeitig kam. Oder wie sie den Kinderwagen den Berg hinauf schob und oben gefragt wurde, ob sie noch immer „da unten“ wohnen würde. „Selbstverständlich – habe ich dann geantwortet. Ich wollte hier nicht weg.“

Ihr Mann aber wollte Anfang der 70er Jahre, als die Hauskredite günstig waren, unbedingt etwas Eigenes. So haben Koblitz’ gebaut. Das Schweizerhaus-Areal aber ist der Gärtnerin ans Herz gewachsen. So sehr, dass sie noch heute gern hierher kommt und den Heimatverein beim Wiederaufbau unterstützt, wo sie nur kann. Erika Koblitz ist Mitglied geworden und wirbt allein durch ihre Begeisterung für das Ziel des Verein. Burkhard Noack, den Gärtnerlehrling von einst, hat sie angerufen und ihm von dem Herbstfest erzählt. Er hat ohne zu zögern zugesagt. Prima sei es, sagte der freundliche Mann am Sonnabend, dass sich wieder jemand um das Gelände kümmert. „Es ist ganz wunderbar, dass man hier heute wieder spazieren und feiern kann.“

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