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Besitzer der Landwirtschaftsfläche in Philadelphia erlaubt Nutzung für diese Veranstaltung nicht mehr

Dem Treckertreffen droht das Aus

Iris Stoff / 21.10.2011, 07:55 Uhr
Philadelphia (MOZ) Ob es noch einmal ein Treckertreffen in Philadelphia geben wird, steht derzeit in den Sternen. Dort, wo noch im Sommer tausende begeisterte Besucher hingepilgert sind, darf die Veranstaltung jedenfalls nicht mehr stattfinden. Der Besitzer des Areals hat diese Art der Nutzung untersagt.

Es handelt sich um eine etwa zwölf Hektar große Fläche am Ortsausgang von Philadelphia, deren Eigentümer in Essen lebt. Pächter ist der Landwirt Fritz-Walter Peter aus Groß Schauen, der das Land zur Heugewinnung nutzt. Und alle zwei Jahre hat er seit 2005 dieses Feld an einem Sommerwochenende dem Verein Treckerfreunde Philadelphia, dem er selbst auch angehört, für das große Treckertreffen überlassen. Ein Ereignis, das sich zu einem Riesen-Besuchermagneten entwickelt und den kleinen Ortsteil der Stadt Storkow weit über die Region hinaus bekannt gemacht hat. Doch nun ist überraschend die Bremse gezogen worden. „Der Besitzer möchte nicht mehr, dass auf seiner Fläche ein Treckertreffen stattfindet“, bestätigte Fritz-Walter Peter gestern gegenüber der MOZ. „Er befürchtet, dass da Öl in die Erde gelangen könnte.“ Der Verein sei außerdem aufgefordert worden, den Wildzaun wieder abzubauen, der rund um das betreffende Gebiet errichtet worden sei. Dem muss nun Folge geleistet werden. „Schade“, sagt der Landwirt aus Groß Schauen, „das ist für unsere Ecke hier ein schönes Event gewesen, die Teilnehmer und Besucher hatten ihre Freude, und die Unternehmen in der Region haben davon profitiert.“

Für die Akteure vom Treckertreffen ist diese Situation erst einmal ein mächtiger Schlag ins Kontor. „Wir wissen derzeit nicht, wie es weitergehen soll“, sagt der Pressesprecher des Vereins Treckerfreunde Philadelphia, Andreas Heising. „Eigentlich sollten wir jetzt schon längst anfangen, das nächste Treffen in zwei Jahren vorzubereiten. Gute Künstler kann man nicht kurzfristig engagieren. Doch nun müssen wir fieberhaft überlegen, was für Optionen uns noch bleiben.“ Vertreter des Vereinsvorstands und auch der Ortsvorsteher von Philadelphia hätten sich um ein Gespräch mit dem Besitzer der Fläche bemüht, so Andreas Heising, doch dieser habe das leider abgelehnt.

Die MOZ hat gestern versucht, den Eigentümer der Fläche zu sprechen, um ihn nach seinen Beweggründen für diese Entscheidung zu fragen, doch er ist nicht erreichbar gewesen. Fakt ist jedenfalls, dass es eine große Enttäuschung für alle Treckerfreunde und Besucher sein wird, wenn diese Veranstaltung sterben müsste.

Im Juli 2005 hatte in Philadelphia das erste Mal ein Treckertreffen stattgefunden, und alle zwei Jahre erfolgte eine Neuauflage. Rund um das Treffen von Liebhabern alter Zugmaschinenwurde im Rahmenprogramm auch immer die Pflege landwirtschaftlicher Traditionen hochgehalten, unter anderem gab es Vorführungen historischer Erntetechnik. Die kulturelle Umrahmung hielt stets Leckerbissen bereit. So gab es Konzerte mit den Puhdys, den Lords und einen Auftritt von Frank Zander. An der Vorbereitung und Durchführung der Veranstaltungen waren immer viele freiwillige Helfer, darunter aus den örtlichen Vereinen, beteiligt. Einen Höhepunkt bildete jedes Mal die große Treckerrundfahrt von Philadelphia nach Storkow und zurück, wo begeisterte Zuschauer die Strecke säumten.

Das Engagement der Veranstalter wurde auch gewürdigt: Im Jahre 2007 erhielt das Treckertreffen auf dem Brandenburg-Tag der Günen Woche den Medienpreis von Pro Agro.

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Müller 21.10.2011 - 11:49:17

Treckertreffen

Vielleicht hätten die Organisatoren den Eigentümer vor solch einer Veranstaltung um Erlaubnis bitten sollen.

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