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Neuer Bahn-Haltepunkt in Bad Saarow eröffnet

Vorhang auf: Ehrengäste enthüllen das Schild am neuen Bahnsteig am Bad Saarower Klinikum.
Vorhang auf: Ehrengäste enthüllen das Schild am neuen Bahnsteig am Bad Saarower Klinikum. © Foto: MOZ/Bettina Winkler
Bernhard Schwiete / 22.10.2011, 09:51 Uhr - Aktualisiert 22.10.2011, 10:07
Bad Saarow (MOZ) Es war ein großer Bahnhof an einer kleinen Station, der offiziell auch nur Haltepunkt heißt. In Bad Saarow (Oder-Spree) ist am Freitag der neue Bahnsteig am Klinikum eröffnet worden. Die von der Ostdeutschen Eisenbahn (Odeg) betriebene Linie 35, die bislang im Stundentakt von Fürstenwalde bis zum Bahnhof Bad Saarow-Pieskow führte, ist nun 1100 Meter länger als zuvor. Laut Verkehrsverbund Berlin-Brandenburg ist es die erste Vergrößerung des Bahnnetzes der Region seit 1990 – mit Ausnahme der Lückenschlüsse an der ehemaligen Grenze um West-Berlin.

Sonst ging es in der Vergangenheit eher um Stilllegungen oder zumindest Einstellungen des Betriebs. Davon war auch die Scharmützelseebahn genannte Verbindung betroffen – vor mehr als zehn Jahren fuhr der letzte Zug auf dem Abschnitt Bad Saarow–Beeskow. Nun wird ein kleiner Teil wieder befahren, bis zum neuen Haltepunkt, den es an der Stelle früher gar nicht gab.

Das unmittelbar am neuen Stopp liegende Helios-Klinikum ist der Grund für die Verlängerung. Das Akutkrankenhaus verfügt über 571 Betten, 1000 Arbeitsplätze gibt es vor Ort, dazu kommt eine unbekannte Zahl Besucher. Ein Gutachten hatte im Jahr 2007 ergeben, dass eine Weiterführung der Bahnstrecke zusätzliche Fahrgäste bringt. Die Hoffnung beruhen hier vor allem auf den Menschen aus Fürstenwalde. Das dortige Krankenhaus war in den 1990er-Jahren geschlossen worden.

Knackpunkt nach dem Gutachten war die Finanzierung, die sich nun der Kreis Oder-Spree, die Gemeinde Bad Saarow und das Helios-Klinikum teilen. „Die Akte zu dem Vorhaben ist sehr lang, aber heute zählt, dass wir es gemeinsam geschafft haben“, sagte Infrastrukturminister Jörg Vogelsänger (SPD). Doch auch rund um die Bauphase hatte es noch Ärger gegeben. Die Odeg äußerte sich verstimmt über den privaten Streckeneigentümer, die Scharmützelseebahn GmbH aus Zossen (Teltow-Fläming). Weil sich die Auftragsvergabe für die Bauarbeiten hinzog, wurde es Herbst statt Sommer, bis der erste Triebwagen fahren konnte. Auch einen Seitenhieb auf die Deutsche Bahn hatte Odeg-Geschäftsführer Jörg Kiehn bei der Eröffnungsfahrt parat. „Leider hat sie es nicht geschafft, die Signaltechnik am Bahnhof in Bad Saarow rechtzeitig umzustellen", sagte er. Daraus resultierte eine Minute Verspätung bei der Ankunft am Klinikum. Kuriosum am Rande: Am Wochenende fährt die Odeg-Linie 35 überhaupt nicht: Im Fürstenwalder Streckenabschnitt wird eine Weiche ausgebaut.

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