Das Nachrichtenportal für Brandenburg
Startseite Märkische Onlinezeitung - MOZ.de

Neumädewitzer Erörterungstermin mit Beratung und Diskussion dauert sechs Stunden

Marathonsitzung zu Mastanlage

Nadja Voigt / 28.10.2011, 07:49 Uhr
Neumädewitz (MOZ) Der Erörterungstermin zur geplanten Hähnchenmastanlage in Neumädewitz weitete sich zu einer Marathonsitzung aus. Zwischen 10 und 16 Uhr kamen die beteiligten Parteien im Bürgerhaus Neumädewitz zur Beratung und Diskussion zusammen. Darunter die zehn Vertreter des Landesamtes für Umwelt, Gesundheit und Verbraucherschutz (LUGV), vier Abgesandte des Landkreises Märkisch-Oderland, Bauamtsmitarbeiterin Elke Bundrock für das Amt Barnim-Oderbruch und die Gemeinde Oderaue, ein Teil der Einwender sowie Landwirt Hans-Joachim Schulz mit seinem Anwalt und den Mitarbeitern des Planungsbüros. Sie alle waren zusammengekommen, um die Errichtung und den Betrieb einer Hähnchenmastanlage aus den verschiedenen Blickwinkeln zu erörtern.

Hans-Joachim Schulz plant zwischen Alt- und Neumädewitz drei Ställe, Futtersilos, technische Einrichtungen und Platz für bis zu 150 000 Hähnchen. Die Größe der Anlage und die damit einhergehende Angst vor Luftverschmutzung, verseuchtem Mist und sinkender Lebensqualität ruft seit geraumer Zeit eine Vielzahl von Anwohnern auf den Plan, die sich gegen das Bauvorhaben wehren wollen.

Immerhin 55 Einwendungen wurden sowohl im Amt Barnim-Oderbruch in Wriezen als auch im LUGV schriftlich vorgebracht. „Wären es unter 50 Einwendungen gewesen, hätte es nur Abwägungen gegeben, so aber wurde ein Erörterungstermin anberaumt“, erklärt Elke Bundrock vom Bauamt des Amtes Barnim-Oderbruch das Prozedere. „Die Einwendungen wurden vom LUGV als zuständiger Genehmigungsbehörde zusammengefasst und in Themenkomplexe unterteilt.“

Diese schlugen sich dann auch auf der Tagesordnung wieder: Nach der Eröffnung und Darstellung des Erörterungsziels, den Erläuterungen zum Stand des Genehmigungsverfahrens hatte der Antragsteller die Möglichkeit, sein Vorhaben vorzustellen. Schulz überließ diese Aufgabe jedoch seinem Anwalt und den Mitarbeitern des Planungsbüros. Etwas das durchaus üblich ist, jedoch die Gemüter der anwesenden Einwender erregte. Auf die Vorstellung des Vorhabens folgte dann gegen Mittag der längste Teil des Termins: die Erörterung der Einwendungen, zusammengefasst in folgende Schwerpunkte: Standortfragen und Erschließung, Immissionsschutz, Boden- und Gewässerschutz, menschliche Gesundheit, Natur- und Tierschutz sowie Brandschutz. Zu letzteren hat auch das Amt Barnim-Oderbruch Forderungen an Schulz vorgebracht, die Gemeinde Oderaue dagegen, die das Projekt im März dieses Jahres durchgewinkt hatte, hat keine Auflagen gemacht.

„Die Zuwegung ist privat, die Fläche auch. Da sind wir fast gänzlich außen vor“, begründet Elke Bundrock. „Die geplante Anlage liegt im Außenbereich auf einer Fläche, die für Landwirtschaft ausgewiesen ist.“

Die anwesenden Familien Persiel und Kühmstedt aus Altwriezen sowie Peter und Sabine Rossa aus Altmädewitz machten als Einwender deutlich, dass sie sich von der Entenmast in Mädewitz, der betreffenden Broilermast in Neumädewitz, der Schweinezucht Altwriezen, der Milchviehanlagen in Beauregard, Altwustrow und Altreetz sowie der geplanten Hähnchenmast in Altwriezen umzingelt fühlen. Alle befürchten einen Verlust an Lebensqualität, eine Wertminderung ihrer Häuser, gesundheitliche Folgeschäden, eine Belastung der Böden und des Grundwassers durch die riesigen Mengen an Mist sowie ein größeres Verkehrsaufkommen, so der Tenor. Dennoch scheinen die Würfel gefallen: „Nun muss das LUGV die Einwendungen abwägen und dann eine Entscheidung treffen. Für eine Genehmigung mit oder ohne Auflagen“, erklärt Elke Bundrock das weitere Vorgehen.

Schlagwörter

Leserforum

Um einen Kommentar zu schreiben, melden Sie sich bitte oben rechts an. Falls Sie noch keinen Login haben, registrieren Sie sich bitte.

Alle Leserkommentare geben ausschließlich die persönlichen Ansichten und Meinungen des Autors wieder und sind keine redaktionelle Meinungsäußerung. Für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Inhalte übernimmt die Redaktion keinerlei Gewähr.

Ihr Kommentar zum Thema

Kommentartitel
Name
(öffentlich sichtbar)
Email
(wird nicht veröffentlicht)
(Ihr Name wird auch in der Zeitung veröffentlicht. Die Adresse wird nicht veröffentlicht.)
© 2019 MOZ.de Märkisches Medienhaus GmbH & Co. KG