Das Nachrichtenportal für Brandenburg
Startseite Märkische Onlinezeitung - MOZ.de

Neues Umfeld am Bahnhof Seelow-Gusow feierlich eingeweiht / Weitere Investitionen in Ostbahnstrecke versprochen

Bauprojekt entfacht große Visionen

Vor dem Bahnhofsfest: Vertreter des Landes, der Landkreise, der umliegenden Kommunen sowie polnischen Partnergemeinden, Abgeordnete und Ortswehrmitglieder aus dem österreichischen Neuhofen an der Krems vollzogen die feierliche Übergabe.
Vor dem Bahnhofsfest: Vertreter des Landes, der Landkreise, der umliegenden Kommunen sowie polnischen Partnergemeinden, Abgeordnete und Ortswehrmitglieder aus dem österreichischen Neuhofen an der Krems vollzogen die feierliche Übergabe. © Foto: Johann Müller
Marco Marschall / 31.10.2011, 20:17 Uhr
Gusow (MOZ) Was im April 2009 als Idee begann, konnte am Sonnabend als Ergebnis gefeiert werden. Mit einem deutsch-polnischen Fest wurde der neue Bahnhofsvorplatz in Gusow feierlich eingeweiht. Doch die Visionen der Festredner gehen noch weiter.

Wenn es einfach wäre, könnte es ja jeder, meinte Bürgermeister der Gemeinde Gusow-Platkow Karlheinz Klein. Kurz zuvor hatte er festgestellt, dass der Landrat des polnischen Kreises Gozów, nach dem er in seinen Grußworten auf der Bühne Ausschau gehalten hatte, direkt hinter ihm stand. Das amüsierte nicht nur den Bürgermeister selbst, sondern auch die zahlreichen Gäste, die im Festzelt am Bahnhof Seelow-Gusow platz gefunden hatten.

Doch nicht nur das Überbringen von Grußworten ist manchmal schwierig, auch die Umsetzung von Infrastrukturprojekten ist ein Kraftakt. Dass dieser im Falle des neuen Bahnhofsumfeldes gelang, sei vor allem Karl-Heinz Bossan zu verdanken, stellte Karlheinz Klein heraus. „Das schafft man nur mit einer großen Familie und wenn man Neid und Missgunst beiseite schiebt“, antworte Bossan auf die Ehren und lobte als Kämpfer für die Ostbahn seinerseits auch das Engagement auf polnischer Seite.

Die Zusammenarbeit beider Länder war auch ein wichtiges Argument für die finanziellen Mittel zur Umsetzung. 450?000?Euro kostete die Sanierung des Vorplatzes, bei dem 70 Parkplätze und eine Bushaltestelle entstanden. 383 000 Euro kamen vom Land. Den Rest der Bausumme teilten sich die Gemeinde Gusow-Platkow und der Landkreis Märkisch-Oderland, auf die jeweils 33?500?Euro entfielen.

„Und wir werden noch mehr in die Ostbahn investieren“, versprach Landrat Gernot Schmidt, machte aber gleichzeitig deutlich, dass Gemeinden, die vom Bahnprojekt profitieren wollen, genauso Geld locker machen müssten. „Wer keine Eigenmittel in die Hand nimmt, dem kann nicht geholfen werden.“ Brandenburgs Infrastrukturminister Jörg Vogelsänger lobte in erster Linie die Leistung der Bauleute, die das Sanierungsprojekt innerhalb eines halben Jahres nach Spatenstich im März umsetzten. Der Minister machte auch deutlich, dass er die Visionen der Interessengemeinschaft Ostbahn teile: „Ich wünsche mir eine Direktverbindung von Berlin Hauptbahnhof nach Gorzów.“

Neben dem Ausbau der Strecke nach Polen, sprach Landrat Gernot Schmidt vor allem von einer besseren Anbindung zwischen Seelow und Berlin. Als „Vision“ benannte er einen „Kulturzug“ von Seelow-Gusow nach Ostkreuz, mit dem die Oderbrücher schnell und unkompliziert am Abend in die Hauptstadt reisen könnten. „In 50 Minuten von hier bis zum Alexanderplatz – das schafft man mit dem Auto nicht“, so der Landrat.

Auch die Gäste der polnischen Partnergemeinde Santok und des Kreises Gorzów zeigten ihre Anerkennung für das gelungene Bahnhofsprojekt. Nach einer Gesetzesänderung auf polnischer Seite, sei auch dort die Übernahme von Bahnhöfen seitens der Gemeinden möglich, sagte Landrat Josef Kruczkowski. Dann wolle man alles daran setzen, auch diese so schön zu gestalten wie das Beispiel in Gusow, um in Zukunft noch öfter beieinander Gast zu sein.

Dass beide Nationen gemeinsam Feiern können, bewiesen sie noch bis in den späten Nachmittag. Weit über 700 Interessiertebesuchten die Handwerks- und Informationsstände und genossen das Programm der polnischen und deutschen Gruppen.

Schlagwörter

Leserforum

Um einen Kommentar zu schreiben, melden Sie sich bitte oben rechts an. Falls Sie noch keinen Login haben, registrieren Sie sich bitte.

Alle Leserkommentare geben ausschließlich die persönlichen Ansichten und Meinungen des Autors wieder und sind keine redaktionelle Meinungsäußerung. Für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Inhalte übernimmt die Redaktion keinerlei Gewähr.
S. von Seelow 02.11.2011 - 10:36:29

kostbare Zeit

Frau F. war noch mit den Stolpersteinen beschäftigt. Die Abgeordnete war sich bei einer Veranstaltung einig, dass die gestanzten Messingplatten nicht die letzte Aktion zur Aufarbeitung jüdischer Geschichte in Seelow gewesen ist. Zudem müsse weiter versucht werden, Schulklassen für das Thema zu sensibilisieren.

Linke - Fan 02.11.2011 - 07:49:34

eine hat auf dem Foto gefehlt

In Seelow bei der Eröffnung des Stadtfestes, stand sie in der ersten Reihe (MOZ) zeigte sie. In Neuhardenberg bei der Eröffnung von REWE stand sie in der ersten Reihe (MOZ zeigte sie) und so könnte man es seitenweise schreiben. Warum war sie aber jetzt nicht in der ersten Reihe und auf dem Foto der MOZ zu sehen, die Landtagsabgeordnete B. Fortunato aus Manschnow?

A.G.F. 01.11.2011 - 10:20:17

Editieren Die Protagonisten auf dem Bild

Editieren (v. l. n. r.) - Jörg Schröder, Bürgermeister der Stadt Seelow (Bahnhof: Seelow-Gusow; - Karl-Heinz Bossan, Beratung bei der Erarbeitung von Vermarktungskonzepten für Wirtschaftsstandorte insbesondere an der Oder-Lausitz-Straße und der Ostbahn (Kämpfer für die Ostbahn); - Gernot Schmidt, Landrat Märkisch-Oderland (Geldgeber); - Jörg Vogelsänger, Brandenburgs Infrastrukturminister (Geldgeber); - Hans-Georg von der Marwitz MdB (???); - Grit Brinkmann, Amtsdirektorin des Amtes Neuhardenberg (Gusow-Platkow gehört zum Amt Neuhardenberg); - Landrat des polnischen Kreises Gozów Josef Kruczkowski (Interessenten des Projekts Ostbahn); - Bürgermeister der Gemeinde Gusow-Platkow Karlheinz Klein (Geldgeber) - Polnische Gäste (Interessenten des Projekts Ostbahn);

Ihr Kommentar zum Thema

Kommentartitel
Name
(öffentlich sichtbar)
Email
(wird nicht veröffentlicht)
(Ihr Name wird auch in der Zeitung veröffentlicht. Die Adresse wird nicht veröffentlicht.)
© 2019 MOZ.de Märkisches Medienhaus GmbH & Co. KG