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Theo und Enno Trebs aus Birkenwerder spielen in "Der ganz große Traum" und in "Poll" unter anderem an der Seite von Daniel Brühl

07.02.2011, 06:13 Uhr - Aktualisiert 07.02.2011, 06:13
birkenwerder Birkenwerder - Schon wieder begeben sich Enno und Theo Trebs auf Reisen in die Vergangenheit - doch diesmal getrennt. Die Brüder aus Birkenwerder sind im Februar beide auf den deutschen Kinoleinwänden zu sehen. Von Claudia Duda.

Am Donnerstag startete der Film "Poll" von Chris Kraus. Der Regisseur, der für "Vier Minuten" zahlreiche Preise bekam, erzählt die Geschichte der jungen Schriftstellerin Oda Schäfer, die sich in einen estnischen Anarchisten verliebt. Die poetische Liebesgeschichte spielt kurz vor dem Ausbruch des Ersten Weltkriegs im Baltikum.

Die Zeit ist Enno Trebs vertraut. Bereits im Oscar-nominierten Film "Das weisse Band" gehörte der 15-Jährige zur jungen Darsteller-Riege, der Regisseur Michael Haneke stets besonders dankte, wenn er wieder einen Preis in Empfang nehmen durfte. Sogar nach Hollywood reiste der Schüler im vergangenen Jahr und ist davon noch immer ganz erfüllt, auch wenn die Crew den begehrten Oscar nicht mit nach Hause bringen konnte.

Für "Poll" hat Enno Trebs im Sommer 2009 seine Ferien "geopfert". Insgesamt fast 30 Drehtage verbrachte er in der Einöde in Estland, in der der Film spielt. Gemeinsam mit Hauptdarstellerin Paula Beer, die damals gerade 14 Jahre alt war.

In dem Film spielt Enno den jungen Kadetten Paul, der in der russischen Armee Dienst tut, und seiner Cousine Oda ungeschickt den Hof macht. Das junge Mädchen interessiert sich aber viel mehr für den estnischen Anarchisten, der von der zaristischen Armee schwer verwundet wurde und den sie auf dem Gut "Poll" heimlich gesund pflegt. Paul (Enno) dagegen hat das Nachsehen.

Theo ist der ältere der beiden Brüder. Und auch er hat wieder einen großen Film gedreht, der Ende Februar in die deutschen Kinos kommt. "Der ganz große Traum" erzählt eine "frei erfundene Geschichte nach einer wahren Begebenheit".

Der Streifen führt zurück ins Jahr 1874 an das Braunschweiger Martino-Katharineum, an dem der Englisch-Lehrer Konrad Koch (Daniel Brühl) unterrichtet. Mit unkonventionellen Mitteln will er seinen Schülern das in Deutschland noch unbekannte Fußballspiel nahe bringen. Damit erregt er den Argwohn der preußisch gesinnten Lehrerschaft und einflussreicher Eltern. Dazu gehört auch der Vater von Felix Hartung (Theo), den Schauspieler Justus von Dohnanyi verkörpert.

"Im Film ist er sehr streng, aber privat haben wir viel gelacht. Er macht gern Späßchen", erzählt der 16-Jährige von den Dreharbeiten, die im vergangenen Sommer in Braunschweig stattfanden. Im Vorfeld beschäftigten sich die Jung-Schauspieler mit dem Film-Stoff und dessen historischem Umfeld. Fußballspielen musste Theo allerdings nicht extra lernen, "das kann ich".

Trotzdem sei es ungewohnt gewesen, mit einem "altertümlichen" Ball und klobigem Schuhwerk zu kicken. Der gepflegte Wortschatz aus den Filmen, in denen sie gespielt haben, kommt ihnen im Alltag aber nicht über die Lippen.

Die jungen Darsteller haben Respekt vor ihren renommierten Kollegen, auch wenn sie sich mit ihren eigenen Leistungen nicht verstecken müssen. "Ich bin da eher zurückhaltend", gibt Theo zu. "Wenn ich mit guten Leuten spiele, will ich aber natürlich mithalten", erklärt er. Enno fügt hinzu: "Wenn ich mich dann auf der Leinwand sehe, bin ich nie zufrieden, aber trotzdem will ich den anderen Paroli bieten. Es macht schon stolz, wenn der Regisseur und die Kollegen die Szenen gut finden." Mittlerweile traue er sich auch, mit einem Regisseur zu reden. "Und ich weiß, was ich besser lasse!", gibt er zu.

In der Trebs-Familie werden die Projekte mit Bedacht ausgesucht. "Eine Soap kommt nicht in Frage", erklärt Mutter Dorothea, die ihre fünf Kinder mittlerweile mit einer eigenen Agentur betreut. Denn auch die jüngeren Geschwister Lilli (14), Nele (11) und Pepe (7) haben schon Erfahrungen im Filmgeschäft gesammelt. "Mehr als einen großen Film im Jahr haben wir nicht gemacht", bestätigen die Brüder. Gedreht wurde meist in den Ferien - denn eigentlich steht für die beiden die Schule im Vordergrund.

Zehntklässler Theo will im Sommer den Mittleren Schulabschluss machen und sich dann aufs Abitur konzentrieren. Enno besucht die neunte Klasse des Neuen Gymnasiums in Glienicke. Bei allen Erfolgen im Filmgeschäft wirken die Brüder völlig geerdet. Sie verstehen sich gut - wenngleich sie im Alltag nicht ständig zusammenhängen.

"Da hat jeder mit sich zu tun", meinen sie. Eine Leidenschaft teilen Theo und Enno dennoch: die fürs Segeln. Für ein gemeinsames Boot seien sie allerdings zu schwer geworden, vor zwei Jahren waren sie noch bei den Deutschen Meisterschaften erfolgreich. Dass ihre Zeit im Filmgeschäft auch irgendwann vorbei sein könnte, ist ihnen bewusst.

Mit Körpergrößen von 1,83 Meter (Theo) und sogar 1,86 Meter (Enno) werden sie in klassischen Kinderrollen schon nicht mehr besetzt. "Es sieht eben komisch aus, wenn man dann größer ist, als sein (Film-)Vater", erklären sie unisono.

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