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Krimiautorin setzt Putzfrauen ein Denkmal

Die Schriftstellerin und Initiatorin des
Die Schriftstellerin und Initiatorin des © Foto: dapd
dpa / 08.11.2011, 14:18 Uhr - Aktualisiert 08.11.2011, 14:51
Frankfurt/Main/ Essen (DPA)  

Dass der 8. November für viele Menschen der internationale Tag der Putzfrau ist, haben die Reinigungskräfte einer Krimiautorin zu verdanken. Gesine Schulz aus Essen hat diesen Tag nach eigener Darstellung ins Leben gerufen. Sie hat zum Thema Reinigungskraft eine ganz besondere Beziehung, denn in zwei Dutzend Kurzkrimis aus ihrer Feder ist die Heldin und Detektivin eine schwarzarbeitende Putzfrau. "Der wollte sie ein Denkmal setzen", sagt die Vize-Geschäftsführerin des Bundesinnungsverbandes des Gebäudereiniger-Handwerks, Christine Sudhop.

Alles begann mit einer Recherche: Krimiautorin Schulz klickte vor sechs Jahren im Internet auf eine Seite, die Gedenk- und Aktionstage aufführt. Dadurch kam sie auf die Idee, unter dem 8. November, dem Geburtstag ihrer Romanfigur Karo Rutkowsky, den Weltputzfrauentag auf der Internetseite einzutragen. Mit der Zeit wurde der Weltputzfrauentag am 8. November tatsächlich gefeiert - im vergangenen Jahr sogar auf Mallorca. Symbolisches Zeichen ist eine weiße Rose, die Arbeitgeber ihren Reinigungskräften an diesem Tag überreichen.

Schulz ist glücklich über die Eigendynamik, die ihr Interneteintrag entwickelt hat. Man müsse sich nur mal vorstellen, wie Haushalte und Büros aussähen, wenn alle Putzfrauen für einen Monat die Arbeit niederlegten, sagt sie. Sie selbst habe keine Putzfrau, habe aber durch ihre Krimireihe viele kennengelernt. Daher wisse sie auch, dass die Bezeichnung Putzfrau keinesfalls als politisch inkorrekt aufgefasst werde. "Die Putzfrauen, die ich kenne, bezeichnen sich selbst als solche. Etwas anderes ist es, sie als "Putzen" zu bezeichnen, denn das ist wirklich abwertend."

Der Bundesinnungsverband des Gebäudereiniger-Handwerks steht dem internationalen Tag nach Angaben von Vize-Geschäftsführerin Sudhop "neutral" gegenüber. "Grundsätzlich ist die Anerkennung von Reinigungskräften erstrebenswert und gut", sagt Sudhop. Sie weist aber auch darauf hin, dass Putzfrauen vor allem in Privathaushalten arbeiten, das Spektrum der gesamten Reinigungskräfte sei aber wesentlich größer. Rund 530 000 Menschen arbeiten nach ihren Angaben in der Branche in Deutschland. "Wie viele in Privathaushalten tätig sind, wissen wir nicht, da ist nur ein Bruchteil gemeldet."

Die Gebäudereiniger-Gewerkschaft IG BAU mahnt zum internationalen Tag der Putzfrauen in einer Mitteilung mehr Respekt und Wertschätzung für die Beschäftigten der Branche an. "Die Reinigung ist harte Arbeit. Dafür haben die Beschäftigten Anerkennung verdient", erklärt IG BAU-Bundesvorstandsmitglied Frank Wynands. IG-BAU-Sprecher Ruprecht Hammerschmidt weist darauf hin, dass die Gewerkschaft sogar einen Tag der Gebäudereinigung begeht: der 15. Juni - festgelegt nach einem Streik in Los Angeles im Jahr 1990.

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