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Manschnower planen Anlage in Fürstenwalde

Biogas statt Düsentrieb

Vielfach verwendbar: Torsten Fudel mit einem Behälter voller Trockensubstanz aus Rindergülle. Vor elf Jahren ließ er sich die Verwendung dieser Fasern patentieren. Diese lassen sich z.B. zu Paneelen oder Dämmplatten pressen.
Vielfach verwendbar: Torsten Fudel mit einem Behälter voller Trockensubstanz aus Rindergülle. Vor elf Jahren ließ er sich die Verwendung dieser Fasern patentieren. Diese lassen sich z.B. zu Paneelen oder Dämmplatten pressen. © Foto: MOZ
Marco Marschall / 08.11.2011, 19:27 Uhr - Aktualisiert 08.11.2011, 20:24
Manschnow . Der Entenhausener Daniel Düsentrieb gilt als Prototyp des Erfinders.Wie langwierig das Geschäft mit den Patenten in der Realität ist, wissen am heutigen Tag der Erfinder die Manschnower Torsten und Arno Fudel zu berichten.

Wer auf der Internetseite des Patent- und Markenamtes nach Erfindern aus Seelow sucht, stößt immer wieder auf die selben Namen: Arno und Torsten Fudel. Zwar ist Arno Fudel bereits im Rentenalter, doch hat der Mann aus Manschnow in seiner Firma NaFaTec noch alle Fäden in der Hand. Dort arbeitet auch sein Sohn Torsten. Das Geschäft, in dem Vater und Sohn tätig sind, dreht sich um Biogasanlagen, Gärrest- und Schlammtrocknung sowie deren Verwertung. Und genau auf diesem Gebiet werden sie auch erfinderisch tätig. „Verfahren- und Trocknung von Biomasse“ und „Biogasverfahren im Schwimmbettsystem“ lauten zwei ihrer Errungenschaften, die im Patentamt verzeichnet sind. Das 1998 angemeldete Patent „Feuerhemmendes Dämmmaterial“ ist eine Erfindung, die sie nicht weiter verfolgen. Dabei werden aus Rindergülle gewonnene Fasern zum Dämmen von Hauswänden verwendet. Der hohe Stickstoffgehalt des Materials reduziert dessen Brennbarkeit.

Auch Torsten Fudel hat damit sein Haus gedämmt. In die Produktion ging man nicht, weil es sich nicht lohnte. Das Patent gehört nun dem Staat, da die jährliche Gebühr dafür nicht mehr gezahlt wurde. Doch schon die Anmeldung der Erfindung ist mit finanziellem Aufwand verbunden. Der Preis ist letztlich auch davon abhängig, ob das Patent über die Landesgrenzen hinaus Gültigkeit besitzen soll. So kann dieses für einzelne Länder, europa- oder sogar weltweit gesichert werden. Die Kosten für die Recherche und den Patentanwalt miteinbezogen landet der Erfinder schnell bei mehreren 10?000?Euro für den Schutz seiner Idee. „Von uns ist noch nie ein Patent abgelehnt worden“, sagt Arno Fudel, was für eine lupenreine Recherche spreche. Bis zu drei Jahre dauere die Prüfung durch das Patentamt. Doch nütze dies alles nichts, wenn das Geld fehlt, um das Patent auch in Produktion zu bringen. So müsse auch die genialste Erfindung nicht zwangsläufig auf den Markt kommen, werde von der Industrie gekauft und verschwinde in der Schublade.

Auch darum wollen die Fudels Herr ihrer Ideen bleiben und suchen selbst nach Investoren. In Fürstenwalde soll demnächst ihre eigene Biogasanlage mit dem patentierten „Schwimmbettsystem“ entstehen – Ein Modellprojekt, das sich als Präsentationsbeispiel bewähren soll. Seine Idee verkaufen, will Arno Fudel zunächst nicht. Er möchte, dass diese in seiner Heimat einmal für Arbeitsplätze sorgt. „Das wird schwer, ist aber nicht hoffnungslos“, sagt er.

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Der Oderbrüchler der absäuft 08.11.2011 - 20:28:31

ist

das jetzt ein Lückenfüller in der MOZ?

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