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Anfang März wurde die 44-Jährige auf den Chefarzt-Posten der geriatrischen Klinik am Lutherstift berufen.

Neue Chefin für die Altersmedizin

Neue Chefärztin, neue Geriatrie: Beata Niewiadomska arbeitet bereits seit acht Jahren im Evangelischen Krankenhaus Lutherstift. Davor war sie unter anderem in einer Klinik für Innere Medizin mit Dialysezentrum im polnischen Slupsk tätig.
Neue Chefärztin, neue Geriatrie: Beata Niewiadomska arbeitet bereits seit acht Jahren im Evangelischen Krankenhaus Lutherstift. Davor war sie unter anderem in einer Klinik für Innere Medizin mit Dialysezentrum im polnischen Slupsk tätig. © Foto: MOZ
Thomas Gutke / 02.04.2016, 06:45 Uhr - Aktualisiert 02.04.2016, 12:33
Frankfurt (Oder) (MOZ) Seit zwei Wochen füllen Patienten und Mitarbeiter den Geriatrie-Neubau am Evangelischen Krankenhaus Lutherstift mit Leben. Die Arbeitsbedingungen für die junge Chefärztin Beata Niewiadomska und ihr Team könnten besser kaum sein.

Beata Niewiadomska muss man sich als glücklichen Menschen vorstellen. Anfang März wurde die 44-Jährige auf den Chefarzt-Posten der geriatrischen Klinik am Lutherstift berufen. Kurz darauf durfte sie mit ihren Kollegen und den Patienten den Neubau beziehen. "Es macht großen Spaß", berichtet die Mutter von drei Kindern, die, wie sie mit einem Glänzen in den Augen sagt, "stundenlang über geriatrische Themen sprechen könnte". So sehr begeistere die aus dem polnischen Pommern stammende Medizinerin das noch junge Fachgebiet. Das altehrwürdige Lutherstift bietet dafür nun ein modernes Umfeld.

Der zweigeschossige Neubau hat eine Kapazität von 80 Betten. Sie verteilen sich im Obergeschoss auf zwei Stationen, die über jeweils über einen großen Aufenthaltsbereich verfügen, der sich bei schönem Wetter zur Terrasse umfunktionieren lässt.

Im Erdgeschoss befindet sich die geriatrische Tagesklinik mit 15 Plätzen. Außerdem gibt es dort weitere Funktions-, Therapie- und Verwaltungsräume. Ebenso eine großzügige Lehrküche, in der Senioren (wieder) lernen, gesund für sich und andere zu kochen.

Eröffnet worden war die Klinik bereits im Januar. Doch wegen ausstehender Restarbeiten und der Insolvenz einer Elektrofirma hatte sich die Inbetriebnahme verschoben (MOZ berichtete). Vom 15. bis 17. März ging der monatelang vorbereitete Umzug schließlich über die Bühne - "reibungslos", wie Peter Heyse, Sprecher am evangelischen Krankenhaus, berichtet. Inzwischen kehre langsam Alltag ein.

"Wir betrachten den gesamten alternden Menschen mit all seinen Erkrankungen", erläutert Beata Niewiadomska das Besondere an der Altersmedizin. Die Patienten hätten oft mehrere gesundheitliche Beschwerden gleichzeitig. Ein klassischer Fall: chronische Herzprobleme, dazu eine Fraktur nach einem Sturz und zudem der Verdacht auf eine Lungenentzündung. "Einmal in der Woche besprechen Ärzte, Schwestern und Therapeuten für jeden Patienten im Team individuell die Therapieziele", erklärt die Chefärztin den interdisziplinären Ansatz. Neben Physio-, Ergo- und Musiktherapeuten sowie Logopäden beschäftigt das Krankenhaus auch eine Ernährungsberaterin/Diätassistentin und eine Seelsorgerin.

Ein wichtiger Baustein des Teams sei zudem der Sozialdienst. Dieser kümmere sich um die Zeit nach dem Klinikaufenthalt, organisiere Dienstleistungen wie Essen auf Rädern, Plätze für Anschlusstherapien oder - falls erforderlich - einen Platz in einem Wohnheim. "Die Geriatrie selbst ist kein Seniorenheim", stellt die Chefärztin klar, denn dieses Vorurteil halte sich hartnäckig. Wichtigstes Ziel nach maximal drei Wochen Aufenthalt: die Senioren sollen in ihren Alltagskompetenzen gestärkt und fit für die Selbstständigkeit und Häuslichkeit gemacht werden.

Überwiesen werden die Patienten entweder vom Hausarzt oder sie kommen - als Anschlussbehandlung beispielsweise nach einem chirurgischen Eingriff - aus umliegenden Kliniken. Dazu gehören vor allem das zum Lutherstift gehörende Krankenhaus in Seelow, aber auch das Klinikum in Markendorf. "Die Zusammenarbeit mit dem Klinikum läuft hervorragend. Wir übernehmen viele Patienten aus der Zentralen Notaufnahme, profitieren auch von Fortbildungen", sagt Beata Niewiadomska, die bereits seit acht Jahren am Lutherstift arbeitet.

Dass der Bedarf nach geriatrischer Komplexbehandlung groß ist, zeigen die Patientenzahlen. Alle 80 Betten waren sofort nach dem Umzug belegt, ebenso die Plätze der Tagesklinik. Vorher im Altbau konnte man nur 66 Patienten stationär aufnehmen. Die Personalzahlen - an den Standorten Frankfurt und Seelow arbeiten zusammen 230 Beschäftigte - hatte das Diakonissenhaus bereits im Vorfeld an die größere Aufnahmekapazität angepasst, erklärt Peter Heyse.

"Große Personalprobleme haben wir aktuell nicht", meint Beata Niewiadomska. Um das auch künftig sagen zu können, gebe es mehrere bestehende oder geplante Kooperationen - darunter mit der Medizinischen Hochschule in Neuruppin, der Pflegeschule in Zielona Góra oder dem Liebknecht-Gymnasium. Für Beata Niewiadomska ist die Altersmedizin ein Fach mit Zukunft, "und wir möchten nicht dabei stehen bleiben, sondern uns weiterentwickeln".

Am 21. Mai, 9.30-16 Uhr, lädt das Lutherstift am Standort Frankfurt zum Tag der offenen Tür ein. Mehr Informationen zum Evangelischen Krankenhaus sowie zur Geriatrie unter:www.diakonissenhaus.de

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