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Museumsverband des Landes und Aktionsbündnis gegen Rechts neugierig auf jüdisches Leben in Gartz

Stolpersteine geben Anstöße bis nach Potsdam

Eva-Martina Weyer / 18.11.2011, 07:43 Uhr
Gartz (MOZ) Fünf messingfarbene Quader im Straßenpflaster von Gartz erinnern an traurige Begebenheiten der Stadtgeschichte:an Juden, die einst in der Stadt gelebt haben und die von den Nazis ermordet wurden. Der Künstler Gunter Demnig hat sie im August innerhalb der deutschlandweiten Aktion „Stolpersteine“ verlegt.

Inzwischen ist der Museumsverband des Landes Brandenburg auf die Gartzer Stolpersteine mit den Namenszügen der Familien Moses und Isaac aufmerksam geworden.

Der Museumsverband mit Sitz in Potsdam will neue Forschungsergebisse zur Thematik „jüdisches Leben“ in einer Broschüre zusammenstellen. Auch die Erkenntnisse über jüdische Familien aus Gartz, die von den Nazis nach Auschwitz deportiert wurden, gehören dazu. Die Publikation soll eine Synagogenausstellung begleiten, die im März nächsten Jahres in Potsdam eröffnet wird.

Die Ausstellungsmacher wollen Gartz in besonderer Weise berücksichtigen und suchen noch Gegenstände und Erinnerungsstücke aus jüdischen Haushalten, wie zum Beispiel Leuchter oder Geräte zur Essenszubereitung.

Das Aktionsbündnis gegen Rechts entwickelt gegenwärtig eine Landkarte im Internet, die sämtliche Stolpersteine in den verschiedensten Orten aufzeigen wird. Bei einem Klick auf den Stein erfährt der Internetbesucher unter anderem Namen, Geburts- und Todesdatum der verschleppten Juden. Dass die fünf Stolpersteine in Gartz verlegt werden konnten, ist den Spenden zweier Bürger zu verdanken.

Die überregionale Aufmerksamkeit, die jetzt den Gartzer Stolpersteinen geschenkt wird, freut insbesondere Michael ?Knöfel aus Hohenreinkendorf. Er erforscht die Geschichte jüdischen Lebens in Gartz. Im Mai hat er sich mit einem Brief an die Stadtverordneten gewandt und den Vorschlag unterbreitet, am ehemaligen Synagogenstandort von Gartz eine Gedenktafel zu errichten.

Wenngleich die Stadtverordneten Knöfels Vorschlag zustimmend bewerteten (MOZ berichtete), hat der Mann bisher noch keine Antwort aus dem Rathaus erhalten. Knöfel bedauert das und fragt sich, warum die Sache nicht vorankommt. Die Finanzierung sei gesichert. Ein Einwohner habe sich sogar bereit erklärt, die Gedenktafel kostenfrei herzustellen. „73 Jahre ist über den Brandanschlag auf die Gartzer Synagoge nicht gesprochen worden“, sagt Knöfel, der das Schweigen in der Stadt aufbrechen will.

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Mark Peters 22.11.2011 - 17:31:18

Stolpersteine bis nach Frankfurt (Oder)

Stolpersteine geben Anstöße bis nach Potsdan - nein bis nach Frankfurt (Oder) hier liegen die meisten Stolpersteine Brandenburgs - 91 Stück

Mark Peters 22.11.2011 - 17:31:15

Stolpersteine bis nach Frankfurt (Oder)

Stolpersteine geben Anstöße bis nach Potsdan - nein bis nach Frankfurt (Oder) hier liegen die meisten Stolpersteine Brandenburgs - 91 Stück

Schwe67 20.11.2011 - 14:13:35

Mann oh Mann.

Die Schlagzeile stößt mir jetzt erst auf. Wer schreibt denn so einen Blödsinn? Gibt es bald eine Stolpersteinautobahn mit Namen aller Opfer nach Potsdam als religiöser Pilgerweg ? Es gibt noch mehr Geld zu verpulvern. Packen wir's an.

Isenhagen 18.11.2011 - 15:01:36

macht dem Wahnsinn ein Ende

ich kann meinem Vorschreiber nur zustimmen. Das gleiche Land welches den ganz normalen jüdischen Nachbarn ermorden lies, widmet ihm heute goldene Pflastersteine. Die Täter aber wurden in den Staatsapparat dieser Bundesrepublik integriert und mit hohen Orden dekoriert. Man erinnere sich nur an Namen wie Globke, Lübke Oberländer, Filbinger und viele andere. Es ist ungehörig, dass Leute mit schlechtem Gewissen hier der völlig unbeteiligten Jugend einen dauerhaften Klotz ans Beim hängen. Und schon beim Pflastern sind wieder Verbrechen im Gange wie die völkerrechtswidrigen Auftritte der Nato in Afghanistan oder Libyen. Isenhagen

SCHWE68 18.11.2011 - 13:09:30

macht dem Wahnsinn ein Ende

in verschiedenen Fernsehsendern werden wir permanent auf unsere dunkle Vergangenheit hingewiesen und das Gebetsmühlenartig. Und die meißten Menschen können es kaum noch ertragen. Und viele glauben auch nicht daran, das wir ein Volk von Völkermördern sind. Und wenn man dieses Thema hinterfragen möchte, wird die Hinterfragung als solches schon untersagt. Es ist keine Freie Welt mehr und wer hinterfragt ist ein Problemmensch. Mas kann mit solchen Aktionen diesen Stolpersteinen, den Staat Deutschland nicht reinwaschen, stattdessen sollte man den Dreck etwas gleichmäßiger verteilen. Bitte wo ist der Unterschied der Propagange von heute, gegenüber von damals ? Schaut Euch die Geschichte an. Zum ersten Weltkrieg waren die Kolateralschäden an der Zivilbevölkerung 10%, diese stiegen im zweiten Weltkrieg auf 40%. Heute sind es im Irak/Iran knapp 90%. In diesen Angriffskrieg der da geführt wird, stehen unsere deutschen Söhne. USA und England sind die Kriegsführer. Wer fragt in 100 Jahren danach ? Der Ami verteilte 6 Tonnen Uranmunition an die Nato. Die Menschheit sollte langsam aufwachen stadt Geld rauswerfen für Stolpersteine. Soweit ich weiß, ist Herr Gunter Demnig wegen Steuerhinterziehung im Visier der Steuerfahndung. Also ist diese Sache nicht ehrlich, sondern nur Geldmache und nicht im Sinn der eigentlichen Sache.

Schwe67 18.11.2011 - 10:29:45

Vertuschen ????

Es ist nur ein kleiner Teil der Geschichte und das Geschehen tangiert die heutige Generation als "Tätervolk" überhaupt nicht. Mehr als 70 Jahre nach der Greuel ist auch mal wieder genug. Außerdem steht es jedem frei, womit er sich beschäftigt. Gedenken ja, aber kein tägliches Rumgejammer. Und schon gar nicht auf Anweisung.

Pöppel , Herbert 18.11.2011 - 08:47:17

Stolpersteine in der Uckermark !

Nach Schwedt liegen auch in Gartz Stolpersteine . Den Initionären in den Städten gilt mein Lob . Geschichte vor Ort wird nur von wenigen ( wie von Herrn Knöfel ) erhellt . Ich stelle fest , daß Lehrer , Pstoren , Politiker wenig Aktivitäten entwickeln . Die Themen NS - Zeit u. Stalinismus werden in den Schulen nicht mit dem Bezug auf die eigene Stadt erforscht . Große Teile der Bevölkerung möchten vertuschen .........

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