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Templiner Zimmermänner erfahren bei der Geländermontage viele Geschichten rund um den Vorgängerbau

Parkbrücke vereint Gorgaster wieder

Handwerkskunst im Gorgaster Park:  Die 42 Meter lange Parkbrücke erhält ein Geländer aus Eichenholz.
Handwerkskunst im Gorgaster Park: Die 42 Meter lange Parkbrücke erhält ein Geländer aus Eichenholz. © Foto: Grieger Ulf
Ulf Grieger / 23.11.2011, 06:30 Uhr
Gorgast (MOZ) Die künftige „Von Rosenstiel-Brücke“ im Gorgaster Park hat ein Holzgeländer erhalten. Damit steht der Einweihung am 2. Advent nichts mehr im Wege. Mit dem Brückenbau erfüllt sich ein Herzenswunsch vieler Gorgaster.

Das Kreischen der Säge durchbricht die Stille am kalten Novembermorgen. Im Gorgaster Park entsteht die Brücke neu. Die alte hatte bis Ende der 1960er-Jahre nicht nur den oberen mit dem unteren Park verbunden, sondern auch viele Gorgaster zusammengeführt. Und auch heute strömen etliche Einwohner des Dorfes dorthin. Aus Neugier über den Baufortschritt zum einen und um Erinnerungen auszutauschen zum anderen.

Die drei Templiner Zimmermänner Dirk Kalina, Nico Hegelow und Rayko Naacke können ein Lied davon singen. „Tagsüber kommen die älteren, abends dann die Dorfjugend. So war das hier wohl schon immer. Wir kennen ja fast schon die Dorfchronik!“, sagt Dirk Kalina schmunzelnd. Die Drei hatten bereits im Auftrag der Frankfurter Firma IWT die Brü-cke mit Bongossi-Holzbohlen belegt und bauen jetzt das Geländer aus Eichenholz an. 76 vorgefertigte Pfosten müssen dafür vor Ort angepasst werden. Mit einem Kettenstemmer und einer Bandsäge, aber auch mit Fuchsschwanz und Stemmeisen gehen die Zimmerer dabei zu Werke. Unterbrochen nur von neugierigen Fragen der Schaulustigen. „Mit IWT arbeiten wir häufig zusammen. Aber das hier ist auch für uns schon etwas Besonderes“, erklärt Nico Hegelow. Es ist schon richtige Handwerkskunst, was die Templiner, die eine Dachbaufirma haben, da zeigen. Denn das Geländer wird in sogenannter Fachwerkbauweise errichtet. „Das nennt sich Schlitzzapfenverbindung“, erklären sie und zeigen auf die Zapfen an den Pfosten. Insgesamt ?6,5 Kubikmeter Eichenholz werden für das Geländer gebraucht. Das Holz ist noch unbehandelt. Der Verein „Gorgaster Leben“, der Bauherr ist, will im Frühjahr mit dem Anstrich beginnen. ?Werner Schütze beobachtet die Handwerker genau. Für den ?61-Jährigen ist die Parkbrücke Erinnerung an die Jugendzeit. „Vor allem als Gärtnerlehrlinge haben wir uns dort immer getroffen“, zeigt er auf die Brückenmitte. „Hier habe ich meine ersten Fische gefangen. Die Alte Oder und die Pferschwemme warenja damals noch sauber. Hier ist für viele auch der Ort der ersten Liebe“, erzählt er. Nach dem die alte Brücke Ende der 60er-Jahre zusammengefallen war, habe der Gorgaster Angelverein einmal den Versuch eines Wiederaufbaus unternommen. Sogar das Material lag schon dort. Woran das damals gescheitert war, wisse er aber nicht, sagt Schütze.

Sein Altersgenosse Udo Schmidt kommt auch nicht zufällig an der Baustelle vorbei. Ganz genau registriert der für seine Hochzeitstauben bekannte Gorgaster den Baufortschritt an der Brücke. „Wir haben uns immer hier an der Brücke getroffen. Im Winter vor allem, um Schlittschuh zu laufen“, erzählt er. Für Ruth Kirscht, sie begutachtet die Baustelle von beiden Seiten, war die alte Brücke eine große Abkürzung ihres Arbeitsweges: „Ab 1958 hatte ich auf dem Gut Schäferei gearbeitet“, erzählt die in Elbing (Westpreußen, heute poln. Elblag) Geborene. „Ich freue mich sehr darüber, dass die Brücke wieder errichtet wird“, sagt sie.

Brückenweihfest am 4. Dezember um 14 Uhr, mit Posaunenchor, Feuerwerk und Andacht

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