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Stadtverordnete beraten über Nahverkehrsplan / Abstimmung in Dezember-Sitzung

Umsteigen am Stadtrand

Annette Herold / 25.11.2011, 07:59 Uhr
Frankfurt (MOZ) Frankfurt will sich um Landesgelder für die teilweise Erneuerung des Straßenbahn-Fuhrparks bemühen. Das geht aus dem Entwurf für den neuen Nahverkehrsplan hervor. Festgehalten werden soll an dem Ziel, dass Passagiere aus Überlandbussen am Stadtrand umsteigen.

Zunächst einmal gab es am Mittwochabend im Stadtentwicklungsausschuss reichlich Lob für den Stadtverkehr. Sie sei sehr zufrieden mit den Angeboten der Stadtverkehrsgestellschaft (SVF), sagte die Abgeordnete Renate Berthold (Bürgerbündnis). Anerkennende Worte fand auch Birgit Schmieder (Linke), die die Leistung der SVF an den verschneiten Weihnachtsfeiertagen 2010 hervorhob. Dass Frankfurts öffentlicher Personennahverkehr (ÖPNV) auch von anderen Nutzern gute Noten erhält, geht aus der Fahrgastumfrage hervor, die im Entwurf für den Nahverkehrsplan 2012 bis 2016 zitiert wird. Über das Papier soll in der Dezember-Sitzung der Stadtverordnetenversammlung abgestimmt werden.

Ein wichtiges Anliegen ist der SVF demnach nach wie vor, dass Fahrgäste aus oder in Richtung Müllrose in Markendorf in Stadtbus oder Straßenbahn umsteigen. Die Haltestelle am TeGeCe ist auch aus diesem Grund mit Millionenaufwand modernisiert worden, bislang haben Gespräche mit dem Landkreis Oder-Spree aber noch kein Ergebnis gebracht. Es gehe dabei nicht zuletzt um Geldersparnis, sagte Projektmanager Andreas Rein bei der Vorstellung des Papiers. „Jeder Kilometer, den die Beeskower Busse in Frankfurter Gebiet fahren, kostet etwas für die Stadt.“ Bei der SVF heißt es zudem, mit dem Abbau von Parallelverkehren lasse sich die Feinstaubbelastung senken, die etwa in Teilen der vielbefahrenen Leipziger Straße als besonders hoch gilt.

Neben der weiteren Modernisierung von Haltestellen plant die SVF dem Konzept zufolge auch eine teilweise Erneuerung des Fuhrparks. Ab 2014 sollen demnach nach und nach neue Busse angeschafft werden. Bei den Straßenbahnen will die Stadtverkehrsgesellschaft von 2015 an jene ersetzen, die nicht behindertengerecht sind.

In der Ausschuss-Debatte entspann sich eine Diskussion um die Berücksichtigung des grenzüberschreitenden ÖPNV. Befürchtete Renate Berthold eine Etablierung einer Straßenbahnlinie durch die Hintertür, sah Jörg Gleisenstein (Bündnis 90/Grüne) das Vorhaben nicht konkret genug berücksichtigt. Für den Beigeordneten Markus Derling (CDU) war die konträre Bewertung ein Hinweis darauf, dass die Stadt mit der Formulierung wohl nicht falsch liegt. Er sprach von einem „Dilemma“, weil es keine klaren neuen Mehrheiten zum Projekt geben könne, solange die Rahmenbedingungen nicht klar seien. Erst dann halte er Diskussion und Beschlussfassung für sinnvoll. Dorothea Schiefer (SPD) sprach sich dafür aus, die Passagen zum grenzüberschreitenden Nahverkehr so stehen zu lassen, wie jetzt formuliert. „Das ist auch ein klares Signal nach Polen.“

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Alexander Neumenn 30.11.2011 - 15:18:45

Frankfurter Filz

Ohne jeglichen Verstand einen solches Vorhaben ,gegen Arbeitnehmerinteressen und Schülerinteressen, durchzuprügeln. Fahrzeiten verlängern sich Immens. Würden die Herren Professoren von der Universität und vom IHP sich nicht gefallen lassen, wenn die aus Berlin einfallenden , erst ab Erkner dem Parallelverkehr entfliehen dürften. Nein dies würde der Hanseclub niemals zulassen. Durch diese Maßnahme will man die Fahrgastzahlen der Tram puschen. Sehr Durchsichtig. Deswegen stört ja auch der Parallelverkehr aus Richtung MOL nicht. Hier kann man sie Tram nicht ins Spiel bringen. traurige Frankfurter Vtternwirtschaft und Wirtschaftsfilz, welcher die Bürger schon für Beleidigend Dumm hält. Im übrigen auch die MOZ Ihre Leser. Anders kann man diese unkritische Berichterstattung nicht kommentieren.

Nachdenker 28.11.2011 - 17:55:58

Irrsinn

Zitat: "Festgehalten werden soll an dem Ziel, dass Passagiere aus Überlandbussen am Stadtrand umsteigen." Zitatende Sind die Busse für die Passagiere oder die Passagiere für die Busse da? Wer kommt bloß auf solche Ideen bzw. warum schlägt nicht mal einer mit der Faust auf den Tisch? Braucht FFO wirklich noch mehr Negativschlagzeilen ob der Unfähigkeit seiner Stadtverwaltung? Was würden die Initiatoren denn davon halten, wenn zukünftig wieder die "Vorortzüge"/RE1 wie vor 22 Jahren in Bln Karlshorst bzw. schon in Erkner enden? Schließlich kann man von dort doch ganz bequem in die S-Bahn umsteigen, um in die Berliner City zu gelangen.

faules ei im omelette 28.11.2011 - 17:00:10

Langeweile oder "grüner" Beamtenwahn???

Peinlich. Die Stadtverwaltung bekommt es nicht hin, aufgrund der überall um sich greifenden Temporeduzierungen in der Stadt eine "Grüne Welle" zu fabrizieren, die länger als zwei Ampeln funktioniert und somit jede Menge Lärm- und Feinstaubbelastung durch mit laufendem Motor rumstehende Autos reduzieren könnten, denken aber darüber nach, die Fahrgäste bei Wind und Wetter vor den Toren der Stadt auf Anschlussbusse warten zu lassen. Bei der Präzision des ÖPNV in Frankfurt können einem die Menschen, die darauf angewiesen sind, nur leidtun.

Kenner der Materie 26.11.2011 - 00:39:46

neue Lärmbelästigung ?

Vielleicht sollte bei Neubeschaffung auch endlich über längerfristige Wartungsverträge mit den Herstellern nachgedacht werden, denn Tatsache ist, das mangelhafte -oder nicht zeitnahe - Wartung täglich zu hören (und in unserer Wohnung auch zu fühlen und zu sehen) ist: stetig zunehmende Flachstellen bei den Bahnen und verottete Auspuffanlagen an einigen E-Gas-Bussen. Mir sind überdies Stadtwerke bekannt, die bewusst auf die Anschaffung von Erdgasbussen verzichtet haben, da bekannt ist, das das Frequenzband heutzutage produzierter Erdgasbusse vom menschlichen Ohr als störend und somit als zusätzliche Lärmbelästigung empfunden wird. Desweiteren bedarf es bei einigen - v.a. neuen - FahrerInnen verstärkter Übung zur sensiblen Gas-(Busse) und Bremspedalbenutzung (Straba), hier Stichwort fallende Magnetbremse, um zur Lärmreduktion beizutragen !

Frank Furter 25.11.2011 - 09:20:02

ÖPNV

Wie oft sollen wir Fahrgäste umsteigen um ans Ziel zu kommen??Da macht es sich die SVF sehr sehr einfach. Man hätte doch bevor man diese Wendeschleife am TGC baut doch mit den jeweiligen Busunternehmen reden können bzw.müssen! Eine Umsteigebeziehung besteht doch bereits seit ewiger Zeit, wer es mag kann doch bisher schon umsteigen , sofern die TRAM auch wartet. Während der Bauphase auf der B87 höhe Markendorf/Klinikum kam es desöfter vor, das wir am Klinikum ausgestiegen sind um zur Rentenversicherung zu gelangen der TRAM-Fahrer sah uns(schaute herüber) und fuhr los ohne uns mitzunehmen! Umsteigebeziehung???? Desweitern zur Feinstaubbelastung, warum kaufte denn die SVF erstmal zwei Dieselbusse und lässt sie überwiegend für einen Subunternehmer fahren???? Man sollte doch mal die Fahrgäste aus der Umgebung zu diesem Thema befragen, das wär für die SVF sicher nicht sehr angenehm!!!Zum Glück fahren die Busse der BOS nach wie vor bis zum Bahnhof in FfO!!!

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