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Seelbach an der Spitze des Landeselternrats

Wolfgang Seelbach ist neuer Vorsitzender des Landeselternrats. Foto: privat
Wolfgang Seelbach ist neuer Vorsitzender des Landeselternrats. Foto: privat © Foto:
Patrik Rachner / 26.11.2011, 08:54 Uhr
Dallgow-Döberitz (MZV) Der Havelländer Wolfgang Seelbach ist zum neuen Vorsitzenden des Landeselternrats Brandenburg gewählt worden. Zudem hat er das Amt des Sprechers übernommen.

Seelbach, der in bildungspolitischen Angelegenheiten die Interessen der Elternschaft nun auch auf Landesebene vertritt, wird von den Vorstandsmitgliedern Sigrid Bartholomé (Uckermark), Silke Löwe (Elbe-Elster), Torsten Gärtner (Uckermark) und Jörg Hoffendahl (Barnim) unterstützt.

Für ihn und seine Mitstreiter stehen die Themen Inklusion und Unterrichtsausfall derzeit weiterhin auf der Agenda ganz oben. „Die Klagen reißen nicht ab. Das große Problem an den Schulen bleibt der Unterrichtsausfall. Die offiziellen Zahlen, die vom Land herausgegeben werden, passen nicht. Nach unseren Berechnungen kann der Unterrichtsausfall landesweit auf sechs bis acht Prozent beziffert werden. Offiziell sind es 1,5 Prozent“, sagte Seelbach.

Der Sprecher des Landeselternrats fordert eine angemessene und sinnvolle Vertretungsreserve, nicht zuletzt, weil der Krankheitsstand bei Lehrern landesweit bei rund sechs Prozent liegt. „Der Vertretungspool müsste entsprechend angepasst werden, um den Ausfall kompensieren zu können.“

Mit Blick auf den qualitativen Aspekt forderte Seelbach, dass der Vertretungsunterricht grundsätzlich besser vorbereitet werden müsste. Selbständiges Arbeiten mit individuell angepassten Lerneinheiten seien ein sinnvoller Weg. Würde dieser eingeschlagen, müssten nicht immer Fachlehrer Vertretungen übernehmen. Wenngleich das in der Praxis mit einem hohen Arbeitsaufwand für Lehrer verbunden ist, würde sich ein kompetenzorientierter Unterricht, wo niemand hinten herunterfällt oder sich langweilen muss, in jedem Fall lohnen.

„Unterricht ist dann hochwertig, wenn jedes Kind die Chance hat, alle seine Fähigkeiten und Anlagen ohne Druck und Angst optimal zu entwickeln“, betonte Seelbach. Obschon die Landesregierung beim Thema Inklusion zu „schnell vorgeprescht ist“, befürwortet der Landeselternrat unabhängig davon weiterhin das gemeinsame Lernen von Menschen mit und ohne Handicap. „Es profitieren alle davon. Bestimmte Voraussetzungen müssen aber gegeben sein, um in der Praxis Erfolg zu haben. So darf zum Beispiel die sonderpädagogische Versorgung in keinem Fall zurückgefahren werden“, betonte Seelbach.

Dass sich die Lehrer ohnehin weiterbilden müssten, sei klar. Auch die Klassenfrequenz dürfe die Zahl 22 nicht überschreiten. Von Frontalunterricht hält der Sprecher des Landeselternrates im Übrigen überhaupt nichts. „Begabte werden nicht gefördert und Schwache kommen nicht mit. Das selbständige Arbeiten ist leider bisher noch nicht so verbreitet, wie es eigentlich notwendig ist. Das Stationelernen ist effizienter“, so Seelbach.

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