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Verein präsentiert in der Rehfelder Heimatstube die in diesem Jahr erhaltenen Exponate

Rehfelder Heimatstube präsentiert die neuen Exponate

Margrit Höfer / 30.11.2011, 07:41 Uhr
Rehfelde (MOZ) In der Rehfelder Heimatstube kann man wieder Außergewöhnliches entdecken. Die Mitstreiter um Martin Tesky präsentieren in den Räumen der alten Schule Exponate, die sie in diesem Jahr erhalten haben. Darunter sind wahre Schätze für historisch Interessierte.

Der Holzkasten mit dem schwarzen Zylinder samt Bürste ist der Blickfang schlechthin. „Herm. Kramer, Berlin O.“ kann man lesen. Und, auf einem kleinen Schild auch, dass Ruth Herold aus Vogelsdorf sich von diesemOriginal aus dem Jahr 1920 getrennt hat. Georg Gehrke vom Heimatverein hat eine Deckenlampe aus dem Jahr 1925 beigesteuert. „Die hing zu meinen Kinderzeiten im Wohnzimmer, jetzt habe ich sie vom Dachboden geholt“, erzählt er.

Reichlich beschenkt wurden die Heimatfreunde wieder in diesem Jahr. Eine umhäkelte Etagere, in der die Eier in der Speisekammer wohl ruhten, vermutlich aus dem Jahr 1940, einen Tauchsieder von 1983, originalverpackt und funktionstüchtig, aber auch Kaltschale-Pulver in den Geschmacksrichtungen Zitrone oder Kirsch kann man entdecken.

Zudem Ingwer-, Curry- und Koriander-Gewürzpäckchen, die allerdings bis Dezember 1987 zu verbrauchen waren, haben – in diesem Fall Familie Grützbach aus Rehfelde – viele Familien beigesteuert. Sehenswert auch der Brotkorb aus Emaille, vermutlich aus dem Jahr 1930, der aus dem Emaillewerk Neu Isenburg stammt und fürs Milchtrinken wirbt. Aufgebaut wurden auch Geschirrteile von der Kaffeekanne bis zur Kaffeemühle oder aber eine Holz-Wasserwaage (1955) und eine Rotlichtlampe aus den 1970er-Jahren.

Für Martin Tesky ist der wahre Schatz aber von Andrea und Gerd Richter beigesteuert worden. Denn die Rehfelder haben Dokumente aus dem Nachlass ihrer Eltern Inge und Herbert Klaue dem Heimatverein übergeben. „Das ist Geschichte pur“, meint Martin Tesky. Und blättert in alten Lebensmittelmarken, zeigt einen Ausweis über die Gefangenschaft Herbert Klaues in Frankreich und ein Dokument, dass er das Verwundetenabzeichen in schwarz am 18. August 1942 erhalten hat. In den Unterlagen finden sich zudem der 1938 ausgestellte Lehrbrief-Prüfungsschein als Zimmermannsgeselle für Herbert Klaue, aber auch der Militärpass seines Vaters, des Bergmanns Paul Klaue, sowie Familienfotos, u. a. von einem Klassentreffen. Froh ist Tesky auch über die Gabe von Frau Grüttner aus Werder, die den Heimatfreunden ein Buch „Fünf Jahre Aufbauarbeit im Kreis Niederbarnim zwischen 1933 und 1938“ überlassen hat. Darin finden sich auch Luftaufnahmen von Rehfelde. Das Ganze wird im Buch als zerstreute Siedlung bezeichnet.

Unter denen, die sich zur Eröffnung am Sonnabend schon mal umschauten, waren auch Georg Opitz und seine Frau. Der 85-Jährige wird heute Abend ganz sicher um 19 Uhr im Bürgersaal dabei sein, wenn die Rehfelder Gespräche fortgesetzt werden. Martin Tesky berichtet dann über die Firma Römmler, die es, 1938 gegründet, heute noch im Ort gibt. Mit Georg Opitz hat er sich vor einiger Zeit getroffen. Der ehemalige Schlosser hat in der Firma von 1948 bis zur Rente 1990 ununterbrochen gearbeitet. Römmler stellte u. a. Plaste-Dosen her. Etwa für Sprengstoff-Kartuschen oder Bonbons wie Falimint. Exemplare sind in der Heimatstube zu sehen. „Ich habe mir von Georg Opitz das nötige Hintergrundwissen geholt“, so Martin Tesky, der heute auf zahlreiche Zuhörer hofft.

Wer die Heimatstube in der Ernst-Thälmann-Straße 46 besuchen will, kann das immer am zweiten Dienstag von 14 bis 16 Uhr. Sonderführungen können per Tel. 033435 76607 vereinbart werden.

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