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Land lehnt Förderung des Vorhabens ab

Archiv-Umzug in Bürgerschule vom Tisch

Annette Herold / 30.11.2011, 07:59 Uhr
Frankfurt (MOZ) Geldmangel hat die Umzugspläne für das Frankfurter Stadtarchiv scheitern lassen. Das Land will die Herrichtung der ehemaligen Bürgerschule in der Rosa-Luxemburg-Straße für diesen Zweck nicht fördern. Jetzt ist eine neue Nutzung als Schulgebäude im Gespräch.

Kein Umzug ins alte Schulhaus: Die Pläne, Frankfurts Stadtarchiv in der ehemaligen Bürgerschule einzurichten, sind vom Tisch. Es gebe für dieses Vorhaben keine Landesmittel, informierte Baudezernent Markus Derling (CDU) jetzt die Abgeordneten im Wirtschafts- und im Stadtentwicklungsausschuss.Damit sei es auch nicht umsetzbar.

Die Stadt hatte sich seit 2009 um Landesmittel bemüht, um die ehemalige Lessingschule zu sanieren und als Archivgebäude zu nutzen. Das Land habe nun argumentiert, die Umbauten für das Archiv seien zu aufwändig, sagte Derling.

Laut im Internet auf der Stadtseite noch abrufbarem Haushaltsplanentwurf – der dann in diesem Punkt bereits wieder Makulatur ist – waren für den Umbau über den Zeitraum von vier Jahren rund 4,56 Millionen Euro veranschlagt. Davon sollte mit 3,19 Millionen Euro der Großteil aus verschiedenen Fördertöpfen finanziert werden. Veranschlagt waren zusätzlich insgesamt 360 000 Euro für die Inneneinrichtung des Archivs und den Umzug selbst.

Nun berichtete Derling von Plänen, das Haus wieder als Schulgebäudezu nutzen. Für den Umbau zum Gymnasium sind jetzt ebenfalls 4,56 Millionen Euro einkalkuliert – davon 3,19 Millionen Euro aus diversenFörderprogrammen. Die Förderung sei jedoch auch in diesem Fall nicht sicher, heißt es. Im Stadtentwicklungsausschuss berichtete Derling noch von einer möglichen Nutzung durch das Karl-Liebknecht-Gymnasium. Im Wirtschaftsausschuss hieß es nun, infrage komme auch ein neues Gymnasium in freier Trägerschaft.

Oberarchivar Ralf-Rüdiger Targiel bedauerte gestern die Entscheidung gegen die Archiv-Förderung. Leider habe das Land die Herrichtung des Schulhauses für das Archiv wohl als zu teuer bewertet. Aber es sei gut, dass für das historisch wertvolle Gebäude weiter eine Nutzungsmöglichkeit gesucht werde. „Und wenn es dann eine Schule ist, entspricht das ja dem ursprünglichen Zweck des Hauses.“ Das Haus sei auch überregional von Bedeutung, unterstrich Targiel und verwies darauf, dass es einst nicht nur als Bürger-, also als Volksschule, sondern auch als Gewerbeschule genutzt worden sei. In dem Haus am Lennépark seien Bauzeichner für einen großen Teil Brandenburgs ausgebildet worden. Das Haus steht unter Denkmalschutz.

Zugleich erinnerte Targiel daran, dass für das jetzt in der Collegienstraße ansässige Stadtarchiv eine neue Bleibe gefunden werden müsse. „Mit einem Umzug in die Bürgerschule wären unsere Probleme gelöst gewesen. Nun müssen wir sie anders lösen.“ Eine Entscheidung müsse im nächsten Jahr fallen, sagte Targiel. „Wir arbeiten jetzt in einem Zustand, der nicht mehr tragbar ist.“ Dazu zählten unter anderem erhebliche Brandschutzmängel. Derling sicherte zu, für das Archiv werde jetzt eine Alternative gesucht.

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