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Paul und Marie Steinbock stifteten zum Jubiläum der Stadt den schönen Brunnen an der heutigen Stadtbibliothek

Geschenk vom Goldenen Hochzeitspaar

© Foto: MOZ/Margrit Höfer
Jörg Kotterba / 30.11.2011, 17:09 Uhr
Frankfurt (Oder) (MOZ) Die MOZ blickt, auch mit Hilfe des Museums Viadrina, des Stadtarchivs und des Historischen Vereins, zurück auf ein Stück Frankfurt-Geschichte. Heute: Vor 100 Jahren wurde der Steinbockbrunnen gestiftet.

Im alten Frankfurt war Papierfabrikant Paul Steinbock ein stadtbekannter Mann. Seine Papierfabrik lag in Sandow, ein Ort jenseits der Oder. Nach dem Ersten Weltkrieg beschäftigte er 500 Mitarbeiter. Zwei Jahreszahlen gingen in Verbindung mit Paul Steinbock in die Stadtgeschichte ein. 1907 wurde er mit dem Titel „Geheimer Kommerzienrat“ geehrt. Und vier Jahre später, am 28. November 1911, feierten Paul und Marie Steinbock Goldene Hochzeit. Dem großen Tag zu Ehren stiftete das Jubiläumspaar der Stadt einen Brunnen – später Steinbockbrunnen genannt. Die Söhne legten mehrere Entwürfe vor. Die Wahl fiel einen Monat nach dem Ehejubiläum zu Gunsten des jetzt vorhandenen Brunnens. Im darauf folgenden Jahr berichtete die hiesige Tageszeitung: „Der vom Geheimen Kommerzienrat Steinbock und seiner Gattin gestiftete Brunnen vor dem neuen städtischen Kaufhaus wird feierlich unserer Stadtgemeinde übergeben.“

Der Steinbockbrunnen steht auf dem Oberkirchplatz, direktvor der heutigen Stadtbibliothek – früher das Nippehaus. Auf der hohen Granitsäule ist eine Bronzefigur zu sehen, einen Fisch in der linken Hand. Schöpfer des Brunnens sind der Architekt Hans Bernoulli, der den Brunnen entwarf, und der Bildhauer Adolf Amberg, der die Bronzefigur und den plastischen Schmuck schuf. Die Figur auf der Säule steht symbolisch für die Oder, die auch im Lateinischen eine weibliche Endung hatte (Viadua). Der Fisch in der Linken ist eine Gabe des fischreichen Flusses an seine Anwohner. Und das Tuch in der Rechten ist Symbol für die Welle, das Wasser, das auf Kähnen den Reichtum in die Stadt trug.

Die Brunnenschale steht etwas höher auf einem Podest, das über drei Stufen erreichbar ist. Der bronzene Wasserspeier wird von zwei Fischen eingefasst. Auf der Rückseite befindet sich auf einem Sockel die eingemeißelte Jahreszahl 1912. Darüber steht ein Steinbock auf einer Kugel – Hinweis auf den Stifter.

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