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Neuzeller erinnern heute an August Ferdinand Crüger / Seminardirektor starb vor 130 Jahren

Andacht am neuen Ehrengrab

Frank Groneberg / 07.12.2011, 06:51 Uhr
Neuzelle (MOZ) Mit einer Andacht wird heute Abend das Ehrengrab für August Ferdinand Crüger, einst Pfarrer und Direktor des Lehrerseminars in Neuzelle, eingeweiht. Crüger, einer der verdienstvollsten Bürger Neuzelles, war heute vor 130 Jahren gestorben.

Wenn die Neuzeller heute Abend eines ihrer verdienstvollsten Bürger gedenken werden, dann werden viele von ihnen stolz darauf sein können, dass es vor allem ihr persönliches Verdienst ist, dass die Andacht überhaupt an einem Grabe stattfinden kann. Denn einen Grabstein gab es für den Pfarrer August Ferdinand Crüger, zwischen 1829 und 1849 Seminardirektor des Neuzeller Lehrerseminars und später Geheimer Regierungsrat für Lehrerbildungsanstalten in Danzig, schon seit den 1980er-Jahren nicht mehr in Neuzelle, wo er 1881 bestattet worden war. Und bei Beräumungsarbeiten auf dem Friedhof im vergangenen Jahr waren dann auch noch die Reste seines Grabes versehentlich beseitigt worden.

Der evangelischen Kirchengemeinde Neuzelle ist es zu verdanken, dass heute - an dessen 130. Todestag - wieder des August Ferdinand Crüger gedacht werden kann. Und zwar an einem neu eingerichteten Ehrengrab mit einem neu angefertigten Grabstein. "Befiehl dem Herrn deine Wege, und hoffe auf ihn, er wirds wohl machen", steht in großen Buchstaben auf dem Stein. "Wir haben Psalm 37,5 absichtlich für den Grabstein gewählt, denn August Ferdinand Crüger hatte eine sehr bewegte Biografie", sagt Dr. Uwe Weise, Pfarrer der evangelischen Kirchengemeinde.

Die Gemeindemitglieder hatten den Anstoß gegeben für die Einrichtung des Ehrengrabes und einen Großteil des dafür nötigen Geldes zur Verfügung gestellt. Hilfe bei der Finanzierung gab auch der Kirchenkreis An Oder und Spree. Der Steinmetzbetrieb Inselfriedhof Haase & Poeschel GbR aus Eisenhüttenstadt spendierte den Grabstein. Die Gärtnerei und Baumschule Nickel in Neuzelle übernahm im Rahmen einer Spende gratis die Bepflanzung des Ehrengrabes.

August Ferdinand Crüger, geboren 1795 bei Angermünde und ab 1823 in Neuzelle tätig, gehöre zu den "Persönlichkeiten, die weit über unsere Region hinaus an Bedeutung gewonnen hatten", schreibt Pfarrer Uwe Weise im aktuellen Gemeindebrief. "Als leidenschaftlicher Pfarrer und namhafter preußischer Pädagoge sind seine Biografie und seine Geisteshaltung typisch für eine ganze Generation von Persönlichkeiten der preußischen Geschichte, von deren Mut, Aufopferungsbereitschaft und Ideen wir auch heute noch leben." Eine solche Person dürfe nicht vergessen werden.

Bestattet worden war August Ferdinand Crüger, der seinen Lebensabend in Wellmitz verbracht hatte, in Neuzelle unter anderem von den Kriegervereinen aus Neuzelle und Wellmitz. Als junger Mensch war er als Freiwilliger in die Befreiungskriege gegen Napoleon gezogen und in der Völkerschlacht bei Leipzig verwundet worden. Die größten Verdienste aber hatte er sich in den Jahren in Neuzelle und später in Danzig erworben.

Andacht heute, 17.30 Uhr

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