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Leseratten holen viel Futter

Manja Wilde / 27.07.2011, 20:30 Uhr - Aktualisiert 28.07.2011, 07:41
Schöneiche/Erkner (In House) Rund 17 000 Bücher, CDs und Videos stehen in der Schöneicher Bibliothek, 14 000 sind es in Erkner. In den Ferien sind Hörbücher für lange Autofahrten gefragt. Ansonsten verlangen viele Leser nach Thrillern. Jugendliche lassen sich von Vampir- und Fantasie-Geschichten in den Bann ziehen.

600 Seiten an einem Tag – für Julia Scheithauer kein Problem. Wenn die Zwölfjährige ein Buch so richtig fesselnd findet, ist sie „ultraschnell durch“. Als nächstes will sie „House of Night“ lesen, eine Vampirgeschichte. Darum ist sie in dieser Woche in die Schöneicher Gemeindebibliothek in der Storchenschule gekommen.

Für den gesamten Buch-, Video- und CD-Bestand wurden im Jahr 2002 zwei Klassenräume zur Bibliothek umfunktioniert. Es sollte nur eine Interimslösung sein, um Mietkosten zu sparen. Aber nun bleibt die Bücherei so lange dort, bis die neue KultOurKate fertig ist. „Gewöhnt habe ich mich nie daran“, sagt Bibliothekarin Anja Bachhoffer. Zwar sei man dicht an Lehrern und Schülern, aber für ältere Leser sei der Standort alles andere als optimal. Vier schwere Türen sind zu passieren und außerdem geht es in der Schulzeit oft laut zu.

Auch jetzt in den Ferien hat Anja Bachhoffer gut zu tun. „Leseratten brauchen viel Stoff“, weiß die 35-Jährige. Leichte Strandlektüre, Thriller, Krimis und Hörbücher gibt sie besonders häufig aus. „Insbesondere Familien greifen gern auf Hörbücher zurück, um lange Autofahrten zu verkürzen.“ Davon wurden auch sehr viele angeschafft. 10 000 Euro stehen der Schöneicher Bibliothek jährlich für Neuanschaffungen zur Verfügung. Gerade wurde z.B. die Wissens-Reihe „Was ist Was“ gekauft.

Bei den Erwachsenen ist Thilo Sarrazins „Deutschland schafft sich ab“ der Renner. Bei Jugendlichen „House of Night“ von P.C.Cast und bei Kindern sind Isabel Abedis Lola-Bücher stark gefragt. Insgesamt wurden im Jahr 2010 in Schöneiche rund 42 300 Entleihungen registriert. Rund 17 000 Medien gehören zum Bestand der Bibliothek.

Die Stadtbibliothek Erkner hält mit 14 000 Medien etwas weniger Auswahl bereit. Dennoch registrierten die Mitarbeiter dort im Jahr 2010 sogar 124 000 Entleihungen, sagt Bibliothekarin Ines Fraundorf. Rund 24 500 Menschen besuchten die Bibliothek – nicht jeder lieh was aus. „Manch einer möchte nur ins Internet oder hier lesen“, weiß Ines Fraundorf. Oder an einer der Veranstaltungen teilnehmen.

Erst gestern fanden sich 22 Hortkinder ein, um Geschichten mit Doreen Schades ABC-Hund zu lesen. Dabei lag der Mischlingshund im Raum und durfte gestreichelt werden. „Das soll Lese-Hemmungen abbauen, damit sich die Kinder auch trauen, laut vorzulesen“, sagt Ines Fraundorf. Überhaupt wird in Erkner gerade die Kinder- und Jugendbibliothek ausgebaut. Auch dort greifen die jungen Leute gern zu Vampir- und Fantasie-Geschichten. Obwohl viele Bücher angeschafft wurden, „sind die Regale immer halb leer“, weiß die Bibliothekarin.

Auch Julia Scheithauer muss sich noch gedulden, bevor sie „House of Night“ verschlingen darf. Der Wälzer ist vergriffen. Vorbestellen könnte sie dieses und alle anderen Bücher künftig auch übers Internet. Die Schöneicher Gemeindebibliothek verfügt seit Neuestem über eine eigene Seite.

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