Das Nachrichtenportal für Brandenburg
Startseite Märkische Onlinezeitung - MOZ.de

Bernauer Stadtwerke nehmen an der Sonnenallee neues Blockheizkraftwerk in Betrieb / Strom reicht für 3000 Haushalte

Energie
Ein Kraftprotz mit 3232 Pferdestärken

Mit leichtem Druck: Stadtwerke-Geschäftsführerin Bärbel Köhler und der Bernauer Bürgermeister André Stahl setzten am Donnerstag gemeinsam das neue Blockheizkraftwerk der Stadtwerke Bernau an der Sonnenallee in Betrieb.
Mit leichtem Druck: Stadtwerke-Geschäftsführerin Bärbel Köhler und der Bernauer Bürgermeister André Stahl setzten am Donnerstag gemeinsam das neue Blockheizkraftwerk der Stadtwerke Bernau an der Sonnenallee in Betrieb. © Foto: Sergej Scheibe
Hans Still / 09.11.2018, 07:15 Uhr
Bernau (MOZ) Die Stadtwerke Bernau haben am Donnerstag auf ihrem Betriebsgelände an der Bernauer Sonnenallee ein modernes Blockheizkraftwerk (BHKW) in Betrieb genommen. 1,6 Millionen Euro investiert das kommunale Unternehmen, um für den Einwohnerzuwachs der Stadt gerüstet zu sein.

Wie im richtigen Leben setzten die beiden Hauptakteure beim Pressetermin das bärenstarke Aggregat in  Betrieb: Bürgermeister André Stahl (Linke) legte die Hand auf den berühmten roten Knopf, dann übernahm Stadtwerke-Geschäftsführerin Bärbel Köhler mit kurzem Druck auf die Hand des Bürgermeisters die Führung. Kurze Zeit später erfüllte kräftiges Brummen die weiß gekalkte Halle. Der zwölfzylindrige Gasmotor mit satten 57 Litern Hubraum und 3232 Pferdestärken hatte seine Arbeit aufgenommen und produziert nun mit beachtlichen  90 Prozent Wirkungsgrad Strom für 3000 Haushalte sowie Wärme für 150 Wohnungen. Dank ihrer Kraft-Wärme-Kopplung gelten Blockheizkraftwerke heute als ausgesprochen effiziente Technik, zumal sich bei der Umwandlung von Erdgas in Strom die Verbrennungswärme ebenfalls hervorragend nutzen lässt.

Mit beachtlichen Zahlen kann Geschäftsführerin Bärbel Köhler nach 28 Jahren Bestehen der Stadtwerke Bernau aufwarten: Vorbei sind die Zeiten, als der Rauch und der Ruß tausender Öfen die Bernauer Luft verpesteten. Mehr als die Hälfte aller städtischer Haushalte, nämlich 8300 Wohnungen und Eigenheime, lassen sich mittlerweile mit der Fernwärme des Unternehmens versorgen. Das Netz umfasst eine Länge von 38 Kilometern und der Wärmeverbrauch der Kunden betrug im vergangenen Jahr 76 Millionen Kilowattstunden. „Wir sind fit für die Zukunft“, schlussfolgerte die Geschäftsführerin angesichts der strategischen Ausrichtung des Unternehmens am Donnerstag. Das neue BHKW stärkt das Stadtwerke-Netz insgesamt und gliedert sich ein in eine Strategie, die auf die Anforderungen im Jahr 2025 orientiert. Dazu zählen die potenziellen Wachstumsregionen in der Stadt. „Im Panke-Park erwarten wir 550 Wohnungen. Unsere Erschließung ist abgeschlossen. Sowie die Wohnungen bezugsfertig sind, können wir loslegen“, berichtete Jürgen Alscher, der für den Bereich Technik zuständige Leiter. Weiterer Zuwachs bringt das so genannte „Waldquartier“ in Wurfweite zum S-Bahnhof Friedenstal, dort werden zukünftig 600 Wohnungen entstehen.  Von immerhin 2500 Wohnungen auf den Flächen der ehemaligen GUS-Liegenschaft wird an der Schwanebecker Chaussee ausgegangen.

Der Bernauer Bürgermeister Stahl widmete sich in seiner, wegen einer Erkältung leicht kratzigen Begrüßungsrede seinem Ober-Lieblingsthema, nämlich dem Bernauer Bevölkerungswachstum. Erst jüngst überschritt die Stadt die 40 000-Einwohner-Marke. Somit sprach Stahl neudeutsch von „dynamischen Zeiten“, in denen die Kommune und ihre Unternehmen gut beraten sind, „sich modern aufzustellen“. Dass die Stadtwerke dabei als „zuverlässiger Partner“ gelten, verwundert  nicht. Gleiches gilt übrigens für die WoBau GmbH, ebenfalls ein städtisches Unternehmen. Stahl zeigte sich „hoch erfreut“ über die „Versorgungsstruktur und die Versorgungssicherheit der Stadtwerke“.

Schlagwörter

Leserforum

Um einen Kommentar zu schreiben, melden Sie sich bitte oben rechts an. Falls Sie noch keinen Login haben, registrieren Sie sich bitte.

Alle Leserkommentare geben ausschließlich die persönlichen Ansichten und Meinungen des Autors wieder und sind keine redaktionelle Meinungsäußerung. Für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Inhalte übernimmt die Redaktion keinerlei Gewähr.

Ihr Kommentar zum Thema

Kommentartitel
Name
(öffentlich sichtbar)
Email
(wird nicht veröffentlicht)
(Ihr Name wird auch in der Zeitung veröffentlicht. Die Adresse wird nicht veröffentlicht.)
© 2018 MOZ.de Märkisches Medienhaus GmbH & Co. KG