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Fachkräftemangel
Mehr Lehrstellen noch frei - Ausbildung zum Zootierpfleger begehrt

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dpa / 09.11.2018, 14:25 Uhr
Potsdam (dpa) In Brandenburg sind in diesem Herbst noch mehr Lehrstellen frei als zur gleichen Zeit im vergangenen Jahr. Ende September waren bei der Bundesagentur für Arbeit (BA) 1865 freie Ausbildungsstellen gemeldet, das sind rund zehn Prozent mehr als 2018. Die Zahl der unversorgten Bewerber lag mit knapp 1200 in etwa auf dem Vorjahresniveau, wie der Chef der BA-Regionaldirektion, Bernd Becking, am Freitag in Potsdam mitteilte.

Insgesamt gab es rund 14 700 Bewerber - etwa 150 mehr als im Vorjahr. Unter ihnen waren auch 750 Geflüchtete, von denen 130 zuletzt noch keine Lehrstelle hatten. Ohne sie wären noch mehr Lehrstellen frei. „Wir brauchen die geflüchteten jungen Menschen“, sagte Becking angesichts des Fachkräftemangels. Die Bundesagentur versucht, auch nach dem Beginn des Ausbildungsjahres Interessenten und freie Stellen zusammenzubringen.

Probleme macht, dass Ausbildungswünsche und Angebote teils deutlich auseinanderklaffen. So gab es 167 Bewerber für die Fachkraft Haus- und Zootierpflege, aber nur 20 angebotene Ausbildungsplätze. Auch die Ausbildung für Sport- und Fitnesskaufleute war 221 Mal gesucht, aber nur 65 Mal angeboten. Bessere Chancen gab es für künftige Verkäufer von Fleischwaren: Hier wurden 15 Bewerbungen, aber 155 Stellen gezählt.

Auch die regionale Verteilung bereitet Kopfschmerzen - vor allem im Nordosten Brandenburgs gibt es mehr Bewerber als Angebote. Becking forderte die jungen Menschen zu Mobilität und die Arbeitgeber zu einem größeren Angebot auf.

Brandenburgs Sozialministerin Susanna Karawanskij (Linke) sagte, die Stärkung der dualen Ausbildung bleibe das Ziel der Landesregierung, allerdings halte die Lust auf das Studieren an. Sie verwies auch auf die große Spreizung bei der Ausbildungsvergütung, die im Schnitt bei 824 Euro im Monat liege. Hier wäre ein Mindestbetrag sinnvoll.

Der Chef der Unternehmerverbände Berlin-Brandenburg, Alexander Schirp, warnte dagegen vor staatlichen Eingriffen. Dadurch könne die Tarifhoheit eingeschränkt werden, zudem sei die Vergütung kein Arbeitsentgelt. DGB-Chef Christian Hoßbach hingegen forderte ebenfalls eine Untergrenze. Manch junger Mensch müsse sich sonst überlegen, ob er sich eine Ausbildung überhaupt leisten könne. Die schwarz-rote Koalition im Bund hat eine Mindestvergütung für Azubis in ihrem Koalitionsvertrag vereinbart.

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