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Unterschriften gegen Streich-Beschluss

Doris Steinkraus / 11.07.2011, 07:47 Uhr
Neutrebbin (In House) Unangemeldeten Besuch bekam Bürgermeister Siegried Link am Sonnabend. Ines Schärfchen, Randy Heese sowie die beiden Jugendlichen Domenik und Ricky waren gekommen, um dem Dorfchef Unterschriftenlisten zu übergeben. Seit die Gemeindevertretung die drastische Kürzung der einzigen Gemeindestellen beschlossen hat, rumort es im Ort.

Die Stelle für die Jugend- und Seniorenbetreuung wurde von 40 auf 20 Wochenstunden halbiert, die der Gemeindeskretärin und Bibliotheksverantwortlichen von 35 auf 30 und die des einzigen Gemeindearbeiters von 40 auf 30 Stunden. „Die Bürger sind sauer“, erzählt Randy Heese. „Keiner wusste, dass im Gemeinderat solche weitreichenden Beschlüsse gefasst werden sollten.“ Aus dem Jugendklub kam die Idee einer Unterschriftensammlung.

166 Neutrebbiner haben ihren Namenszug auf die Listen gesetzt und damit ihren Unmut gegen die Entscheidung dokumentiert. „Was erwarten Sie von dieser Sammlung?“ fragte Bürgermeister Link. „Wir hatten keine andere Wahl. Das Amt forderte von uns die Streichungen, es ging um den Haushalt.“

Rund 15 000 Euro sollen in diesem Jahr mit der Kürzung eingespart werden. An der finanziellen Schieflage der Gemeinde – die in die Gewerbsteuerfalle tappte und der nun Geld für Vorhaben fehlt – ändert die Einsparung nichts. Warum man nicht ein Haushaltssicherungskonzept erstellt hat, wollten Ronny Heese und Ines Schärfchen wissen. Das hätte sehr viel mehr Arbeit gemacht, bekannte der Bürgermeister. Es gehe hier zudem um freiwillige Ausgaben, die sich andere Gemeinde im Amt auch nicht leisten können. Zudem soll der Beschluss nicht für immer gelten. Zum Jahresende werde man die Situation erneut beraten. „Wenn das Geld wieder da ist, erhöhen wir auch die Stundenzahlen“, erklärte der Bürgermeister. Er sichert zu, dass er die Listen in den nächsten Gemeinderat, der aber erst wieder im September zusammenkommt, den Abgeordneten vorlegen wird. Vorerst werde sich aber nichts ändern.

Was vor allem die Ferienkinder bedauern. Dominik (16) geht gern in den Jugendklub. Da sei immer was los, Jetzt ist er deutlich verkürzt geöffnet. „Nach 
18 Uhr hängen die Jugendlichen auf der Straße“, sieht es Ines Schärfchen. Auch ihr Sohn Ricky findet es doof, dass die Kürzung gerade jetzt zur Ferienzeit kam. „Die Senioren sind auch aufgebracht, aber keiner traut sich, etwas zu sagen“, resümiert Ronny Heese. „Die Stimmung in unserer Gemeinde ist momentan wirklich nicht gut.“

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