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Nachtwanderung im Lichterschein

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mdietrich / 23.06.2008, 07:50 Uhr
Schwedt () Die Altstadt erlebte am Freitagabend einen riesigen Menschenansturm. Viele tausend Schwedter und Gäste waren zu Mittsommernachtsfest gekommen. Vom Bull-Riding in der Karthausstraße bis zum Konzert auf der Parkbühne hinter den Uckermärkischen Bühnen waren alle Angebote gut besucht. Um bei möglichst vielen Programmpunkten dabei sein zu können, begaben sich die meisten Festbesucher auf eine große Volkswanderung zwischen den Festorten. Es herrschte gute Stimmung, lediglich vom Höhepunkt, dem Farbenzauber an der Stadtbrücke, hatten sich viele mehr erhofft. Belebte Straßen und Biergärten, offene Geschäfte, Stände und Tische davor, ein paar Attraktionen zum Staunen und an allen Ecken Musik und andere Künste - Schwedt hat sich zum Mittsommernachtsfest wieder in dieses nette Oderstädtchen verwandelt, in dem man gern das ganze Jahr so unbeschwert den Abend in Familie oder mit Freunden genießen würde.

Tausende kamen und lauschten den Konzerten, bewunderten DDR-Oldtimer in Aktion, stärkten sich mit Pilzpfanne, Bratwurst, Bier oder Erdbeerbowle und mussten vor allem eins: gut zu Fuß sein. Denn wer viel mitbekommen wollte von den zahlreichen Angeboten, der musste sich einreihen in die große Volkswanderung zwischen dem Wilden Westen auf der Karthausstraße über Flinkenberg oder Vierradener, hinüber über die Verkehrsachse B 166 ans Bollkwerk oder zum Park hinter den ubs. Beim Flanieren kam man kaum aus dem Grüßen von Bekannten heraus, ganz Schwedt schien auf den Beinen.

Der Feuerwehr-Trabi von Bernd Gröber von der Heinersdorfer Feuerwehr war der Renner bei vielen Kindern. Aber auch die alten JAWA- und AWO-Modelle begeisterten Technikfans. Ex-Bürgermeister Peter Schauer, selbst begeisterter Motorradfan, konnte gar nicht von der Oldtimerschau lassen. Mirko Peschke bereitete den Kindern beim Bull-Riding einen Mords-Gaudi. "Na, auf welche Seite möchtest du denn gern fallen", fragte er die kleinen Cowboys. Die Westernstadt der Jugendklubs und der Stolperdraht-Theaterleute war ein großer Anziehungspunkt für Familien.

Musikalisch war die Mittsommernacht so breit angelegt, dass jeder etwas für sich finden konnte. Von alten Hits wie "Sagen meine Tanten" von Scirocco am Flinkenberg über türkische und bulgarische Lieder der "Grinen Kuzine" auf der Parkbühne, Rockigem am Bollwerk bis hin zu Volksmusik auf dem Vierradener Platz. Sogar junge Straßenmusiker mit Gitarre und Geige wagten sich in die Vierradener und konnten sich über einige Münzen im offenen Geigenkasten freuen.

Auch etwas abseits und ruhiger gelegene Programmpunkte fanden ihre Liebhaber. Am Aufstieg auf den Kirchturm stand ständig eine Schlange, Besucher des Museums lauschten einer Musiklesung. Chor- und Instrumentalkonzerte in den Kirchen waren gut besucht wie auch das Liedermacher-Konzert in der Galerie am Kietz.

Den Zauber der Mittsommernacht sollten jedoch verschiedene Licht- und Farbeffekte ausmachen. Traumhaft gelang es den ubs., den Park mit Teelichtern, Rundleuchten, Scheinwerfern und offenen Feuerkörben in eine märchenhaft anmutende Kulisse zu verwandeln. Auch der Kreis von Schweden-Feuern um das Lagerfeuer zur Sommersonnenwende zog einen in den Bann, fast wie zu den Feiern auf dem Land in Schweden. Lediglich die drei Feuerschwenker und das unbewegliche Licht, in das die Stadtbrücke mit reichlich Verspätung getaucht wurde, enttäuschten viele Festbesucher. Sie hatten mehr erwartet vom angekündigten Farbenzauber.

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