Klar, denn irgendwie sind die Teile seit knapp 200 Jahren – dem Beginn der Comics, wie wir sie heute kennen – nie richtig aus der Mode gekommen. Und cool sind Comics immer noch.
Wohl auch deshalb ist „Rechtsextremismus, Rassismus und Antisemitismus in Comics“, herausgegeben von Ralf Palandt, eine wichtige Bestandsaufnahme rechter Tendenzen im Subtext von Superhelden und schnellen Geschichten.Beleuchtet wird von den verschiedenen Autoren eine Vielzahl von Figuren. Schlaglichtartig. Das reicht vom NPD-Strip bis hin zu Asterix, Mickey Mouse oder Tim und Struppi.
Interessant wird der Sammelband für den Laien vor allem dann, wenn es bei bekannten Größen ans Eingemachte geht. Zum Beispiel beim zwielichtigen Seher in den Asterix-Comics, der es sogar bis auf die Kinoleinwand schaffte. In ihm sieht die Autorin Regina Schleicher ein Beispiel des „Ewigen Juden“ – mit Jakobsstab, krummer Nase und Fellbekleidung. Antisemitismus par excellence, sozusagen. Oder auch der Händler „Jeremias Bowler“, der mit ähnlichen Stereotypen als „Schacherjude“ ausgestattet im Fix und Foxy-Comic „Lucky Luke muss zum Militär“ seine Hüte an den Mann bringen will.
Spannend sind besonders die geschilderten Geschehnisse hinter den Kulissen, wenn Verleger, Chefredakteure oder Zeichner mit den in Comics entdeckten Vorurteilen konfrontiert werden: Die Reaktionen reichen von Zurückweisung bis hin zur Einstellung einzelner Comicreihen.
Fragezeichen verursachen allerdings Beiträge wie jener zum intergalaktischen Vorzeigehelden Flash Gordon, der wespenähnliche Außerirdische zur Strecke bringt. Zum einen, weil hier fast ausnahmslos aus der Forschungsliteratur zitiert wird, und zum anderen, weil die rücksichtslose Kolonisation gleich als faschistische Metapher mitgedeutet wird. Aber: Gegen irgendwen muss der Superheld doch schließlich kämpfen, oder?