Die dampfenden kraftvollen Stahlrösser, das fröhliche Pfeifen der Loks, der Geruch von Kohle und Maschinenöl, das lässt auch heute viele Herzen höher hüpfen, wenn die kleinen Jungen von damals als gestandene Männer von heute mit ihren Enkeln den eigenen Kindheitsträumen nachhängen und endlich einmal auf einer echten Lok fahren dürfen. Das Eisenbahnmuseum in Gramzow ist so ein Traumerfüller-Sehnsuchtsort und wenn dort Bahnhofsfest gefeiert wird, eine wahre Pilgerstätte für Eisenbahnfans, Technik-interessierte und so verrückte Enthusiasten wie Lothar Schüler. Sein Traumberuf war Lokführer. Doch in der DDR hatte man anderes mit ihm vor, lenkte den technikbegeisterten Jungen aus Kummerow um zum Baumaschinisten für den Wohnungsbau in Schwedt. Als Rentner kann er seine Leidenschaft für alles, was rattert, dampft und pfeift, nun als begnadeter Hobbybastler ausleben und "bastelt" ausgeklügelte Dampfmaschinen neu. Damit präsentierte er sich beim diesjährigen Bahnhofsfest im Gramzower Eisenbahnmuseum, das wieder Besuchermagnet für Gäste aus ganz Brandenburg wurde.
Lothar Schüler demonstrierte mit seiner Eigenkreation einer Dampfmaschine anschaulich das Prinzip des Antriebs der Dampflokomotiven, die auf dem historischen Bahnhofsgelände der ehemaligen Gramzower Kleinbahn zu bestaunen waren und teilweise zum Mitfahren einluden. Die Lufthupensammlung von Lothar Schüler sorgte für die passende akustische Atmosphäre. Mit den  durch Pressluft aktivierten Hupen können von der Reichsbahn-Lokomotiven-Hupe bis zum Titanic-Schiffs-Horn verschiedenste Töne produziert werden.
Etwas stiller ging es im historischen Lokschuppen des Gramzower Museumsbahnhofes zu, wo eine Ausstellung über die Geschichte der Klein- und Privatbahnen informiert, die Sonderausstellung zur Geschichte der Havelländischen Kleinbahnen zu Gast war, und eine Modellbahnanlage der Spurgröße H0 Kinderaugen leuchten ließ.
Betrieb auf dem Außengelände
Bewegung im wahrsten Sinne des Wortes herrschte im Außengelände, wo Besucher die Handhebeldraisine selber bedienen konnten, eine Bahnhofsrunde mit einer betriebsfähigen Feldbahndampflok drehen konnten, die früher auf dem Land als unentbehrliches Transportmittel für Feldfrüchte diente, oder mit der Museumsbahn gemütlich nach Damme und wieder zurück zuckeln konnte: Bahnfahren ganz ohne Stress, Hektik und Verspätung. Auch die "Ferkeltaxe"  oder die "Sandmännchenbahn"  weckte viele Erinnerungen.
Ingo Moschall sorgte unterdessen im Treiben des Bahnhofes für Ordnung und Sicherheit. Er stand als ABV, als Abschnittsbevollmächtigter  der Transportpolizei, Rede und Antwort über die Aufgaben der Volkspolizei, die wie die heutige Bundespolizei für die Sicherheit des Bahnverkehrs zuständig war. Das gehört genauso zur Eisenbahngeschichte wie die strenge Hierarchie, die Raul Stoll in der Uniform des "Kleinbahnstationsvorstehers im Range eines Kleinbahnobersekretärs" eindrucksvoll verkörperte. Gramzow ist Kult, nicht nur für  späte Lokführerträume.