Nachfragen in der Einwohnerversammlung kamen zuvor nicht. Es war nur ein Pinnower Stammgast da, der darum bat: "Bitte arbeiten Sie mehr zusammen!" Von der Umsetzung war auch er enttäuscht.
Längere Diskussion in Landin
Eine Stunde später stand der gleiche Beschlussentwurf in der Gemeindevertretung Mark Landin auf der Tagesordnung. Hier wollte die Einwohnerin Sigrid Hiller wissen, ob das die Auflösung des Amtes Oder-Welse bedeutet und ob man auch die Einwohner fragt, was sie möchten.
Bürgermeister Wolfgang Säger erklärte: "Die Gemeinde Mark Landin will in kommunaler Selbstverwaltung bleiben, um noch lange über das wenige eigene Geld verfügen zu können. Wir wollen keine dreckige Wäsche waschen, sondern Ergebnisse haben." Dafür sei aber die Zustimmung des Ministeriums nötig.
Die Schönermarker Gemeindevertreterin Monika Grambauer und ihr Ortsvorsteher Tim Voß forderten, in Einwohnerversammlungen Aufklärung zu schaffen, welche Konsequenzen der Beschluss habe und die Einwohner zu befragen, was sie möchten. Die Landiner Ortsvorsteherin Verena Siewert verwies auf Beschlüsse der Gemeinde und des Amtsausschusses, das Amt zu erhalten. Für die weitere Eigenständigkeit sprachen sich auch andere Abgeordnete aus. Es gehe vorerst um die Prüfung der Möglichkeit einer Großgemeinde, sagte Roy Blacha. "Es ist auch nicht ausgeschlossen, das Amt zu erhalten." Man wisse nicht, wohin der Weg geht. Deswegen müsse man mit den Bürgern sprechen. "Die Vor- und Nachteile müssen auf den Tisch."
Für die Zukunft planen
"Wir tragen heute nicht das Amt zu Grabe", erklärte Andreas Selig. "Wir müssen nach außen kommunizieren, dass wir Möglichkeiten prüfen und nicht größere Keile in die Zusammenarbeit treiben. Dagegen sagte Marcel Duckert zu seinem Erlebnissen auch im Amtsausschuss: "Man kann in den betreffenden Gemeinden nichts mehr bewirken, wenn man in dieser Art und Weise erpresserisch vorgeführt wird." Man müsse für die Zukunft planen. "Alle, die gewählt wurden, hatten Vorstellungen von ihrer Arbeit. Die wollen sie fortsetzen."
Mit einer Gegenstimme und einer Enthaltung fiel die Abstimmung zum Beschlussentwurf aus. Zur Frage von Sigrid Hiller zu Sitzungsbeginn, ob der Beschluss das Ende des Amtes bedeutet, sagte Wolfgang Säger: "Wir wollen eine Gemeinde mit eigener Verwaltung, Bauhof und Bürgermeister, kein Amt mehr."